Fußball

"Der Arm geht nicht raus"Köln grollt und sogar Schiedsrichter zweifelt Elfmeter an

26.04.2026, 06:25 Uhr
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Robert Hartmann zeigte, was er gesehen hatte. Später sah er es anders. (Foto: IMAGO/Norbert Schmidt)

Der 1. FC Köln verliert das rheinische Duell gegen Bayer Leverkusen auch wegen eines Elfmeters, den weder der Verursacher noch sein Trainer akzeptieren wollen. Auch der Schiedsrichter ist nach dem Spiel ziemlich unglücklich.

Bundesliga-Schiedsrichter Robert Hartmann hat seine umstrittene Elfmeterentscheidung im rheinischen Duell zwischen dem 1. FC Köln und Bayer Leverkusen im Nachhinein kritisch eingeordnet. Der Unparteiische erklärte nach dem 1:2 der Kölner bei Sky, dass er sich "besser fühlen würde, wenn ich hier auf Weiterspielen entschieden hätte". "Wenn ich jetzt mit ein bisschen Abstand nach dem Spiel auf die Bilder mit gucke, muss ich sagen, der Arm ist schon sehr, sehr nahe am Körper", erläuterte Hartmann dazu.

Der Schiedsrichter hatte in der 41. Minute auf Handspiel von Eric Martel und damit auf Elfmeter für Leverkusen entschieden. Der VAR griff nicht ein. Den Strafstoß verwandelte Patrik Schick zum zwischenzeitlichen 1:0. Hartmann erklärte später, seine Wahrnehmung der Szene: "Ich stehe links von der Situation, nehme wahr, dass der Arm von Eric Martel ein Stück weit abgespreizt ist und er diesen Arm in die Flugbahn des Balles mitführt. Deswegen habe ich auch auf Elfmeter entschieden."

Die Einordnung von Schiedsrichter Hartmann machte Sky-Experte Dietmar Hamann "sprachlos": "Der spielt mit dem Arm den Ball. Wir spielen Fußball und das ist ein absichtliches Handspiel für mich", sagte der Ex-Profi.

Verursacher Martel betonte indes: "Mehr als den Arm hinter meinem Körper zu lassen, kann ich nicht. Ich weiß nicht, wo ich ihn sonst hintun soll. Deswegen finde ich es ein Stück weit hart, dass man sich das nicht mal draußen anschaut." Auch sein Trainer René Wagner sah in der Szene keinen Elfmeter: "Das ist kein Elfer. Die Begründung des Schiris war, dass der Arm rausgeht. Der Arm geht nicht raus, der ist nah am Körper."

Äußern musste sich Wagner auch zu Said El Mala. Der junge Stürmer hätte kurz vor der strittigen Szene Köln in Führung bringen können - schoss aber am leeren Tor vorbei. "Mit Said muss heute keiner sprechen, das weiß er selbst", sagte Kölns Trainer René Wagner über die Riesenchance in der 35. Minute, als El Mala Bayer-Keeper Janis Blaswich bereits umspielt hatte und aus spitzem Winkel auf das leere Tor zulaufend nur den Pfosten traf. "Daran muss er weiter arbeiten. Das ist für alle hier im Stadion ärgerlich, für uns genauso wie für ihn. Aber der Junge macht das nicht mit Absicht."

Quelle: ntv.de, ara/sid/dpa