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Heidenheim schockt KonkurrenzBundesliga-Abstiegskampf spitzt sich dramatisch zu

25.04.2026, 17:26 Uhr
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Gute Laune in Heidenheim. Der Samstag serviert ihnen neue Hoffnung und nicht den Abstieg. (Foto: IMAGO/Michael Weber)

Der 1. FC Heidenheim schnappt sich den Rettungsring. Im Spiel gegen St. Pauli droht ihm der Bundesliga-Abstieg, doch urplötzlich ist die Relegation wieder möglich. Auch, weil der VfL Wolfsburg gegen Gladbach nicht gewinnt. Das freut auch den 1. FC Köln, der ein wichtiges Derby verliert.

1. FC Köln - Bayer Leverkusen 1:2 (0:1)

Bayer Leverkusen hat im engen Rennen um die Champions League in der Fußball-Bundesliga vorgelegt. Am viertletzten Spieltag gewann das Team von Trainer Kasper Hjulmand das Derby beim rheinischen Nachbarn 1. FC Köln mit 2:1 (1:0) - und vergrößerte damit gleichzeitig noch einmal die Abstiegssorgen der Kölner.

Patrik Schick sorgte vor 50.000 Zuschauern in Müngersdorf mit einem strittigen Handelfmeter (43.) und nach einem Konter (52.) für die Treffer der Leverkusener. Köln kassierte nach fünf Spielen ohne Niederlage dagegen die erste Pleite unter Interimstrainer René Wagner - und muss im Tabellenkeller weiter zittern. Daran änderte auch der Treffer von Luca Waldschmidt (78.) nichts.

Drei Tage nach dem Halbfinal-Aus im DFB-Pokal gegen den FC Bayern (0:2) wechselte Hjulmand lediglich auf zwei Positionen. Torhüter Janis Blaswich und Montrell Culbreath rotierten für die angeschlagenen Mark Flekken und Lucas Vázquez in die erste Elf. Das Derby komme zur "richtigen Zeit", hatte Hjulmand im Vorfeld betont: "Wir haben noch vier Spiele und wir müssen diese vier Spiele gewinnen."

Den deutlich besseren Start erwischten jedoch die Gastgeber. Ohne den verletzten Zielspieler Ragnar Ache lauerte Said El Mala vorne auf schnelle Umschaltmomente. Einen ersten Fehlpass von Jarell Quansah im Spielaufbau konnte der Kölner Shootingstar nicht verwerten (3.), Jakub Kaminski (4.), erneut El Mala (9./18) und Sebastian Sebulonsen (11.) ließen weitere gute Gelegenheiten liegen.

Dann aber hatten die Kölner Glück, als Schick einen Querpass von Eric Martel abfing und den Ball an den Pfosten schlenzte (14.). Den Pfosten traf auch El Mala, der 19-Jährige hatte nach dem nächsten Fehlpass von Quansah Keeper Blaswich jedoch bereits umkurvt - scheiterte dann jedoch aus spitzem Winkel an seinen Nerven (35.).

Mit dem Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Robert Hartmann haderten die Kölner, hatte Martel beim halbhohen Pass von Exequiel Palacios den rechten Arm doch klar angelegt. Schick verwandelte, Geburtstagskind Marvin Schwäbe kam nicht mehr entscheidend ran.

Nach der Pause hatte Kaminski die Riesenchance auf den Ausgleich, ließ diese jedoch fahrlässig liegen (52.). Bayer machte das Spiel schnell - und nur 17 Sekunden später drückte Schick auf der Gegenseite die Hereingabe von Nathan Tella artistisch über die Linie. Der eingewechselte Waldschmidt verkürzte.

1. FC Heidenheim - FC St. Pauli 2:0 (1:0)

Der 1. FC Heidenheim hat in der Fußball-Bundesliga seine minimale Chance auf den Klassenerhalt gewahrt. Die Mannschaft von Trainer Frank Schmidt gewann das wenig ansehnliche Kellerduell gegen den FC St. Pauli mit 2:0 (1:0) und hat bei drei ausstehenden Spielen nur noch vier Punkte Rückstand zum Relegationsplatz. St. Pauli muss im Abstiegskampf ebenfalls weiter kräftig zittern.

Budu Siwsiwadse brachte Heidenheim, das aus den letzten fünf Spielen immerhin acht Punkte geholt hat, bereits in der 3. Minute in Führung. Eren Dinkci (83.) machte spät alles klar. Die Hamburger blieben damit auch im siebten Spiel in Serie ohne Sieg, der Druck auf das Team von Alexander Blessin wird im Saisonendspurt gegen Mainz, Leipzig und Wolfsburg immer größer. Der FCH ist gegen den FC Bayern, Köln und Mainz gefordert, um nach drei Jahren doch noch erstklassig zu bleiben.

"Wir wissen um das Risiko, wollen uns aber nicht unserem Schicksal ergeben, sondern das Spiel in die Hand nehmen. Es ist auch eine Chance", sagte Trainer-Urgestein Schmidt vor seinem 742. Spiel für den FCH bei DAZN.

Am Tag vor der Partie hatte der 52-Jährige für Schlagzeilen gesorgt, nachdem er seinen Abschied im Sommer 2027 nach dann 20 Jahren in Heidenheim angedeutet hatte. Aber das Einzige, was zähle, sei "jetzt dieses wichtige Spiel", betonte er bei Sky direkt vor dem Anpfiff.

Schmidt wählte eine offensive Ausrichtung. St. Pauli musste indes auf Offensivspieler Mathias Pereira Lage verzichten, der sich im Training eine schwere Knieverletzung zugezogen hatte. Blessin sprach von einem "Schock".

Auch die Partie begann mit einem Rückschlag für die Hamburger. Nach einem Eckball wirkte St. Pauli reichlich unsortiert, Siwsiwadse stocherte den Ball über die Linie. St. Pauli benötigte einige Zeit, um sich zu finden. In der Folge entwickelte sich ein umkämpftes Spiel mit vielen Fehlern. Andreas Hountondji hatte die beste Chance zum Ausgleich (24.), doch FCH-Torwart Diant Ramaj reagierte glänzend.

Blessin verstärkte durch die Einwechslung von Martijn Kaars nach dem Wechsel die Offensive. Danel Sinani traf gleich einmal das Außennetz des FCH-Tores, Ramaj parierte erneut gegen Hountondji (53.). Es war ein kurzes Aufbäumen. Dinkci sorgte für die Entscheidung.

VfL Wolfsburg - Borussia Mönchengladbach 0:0 (0:0)

Der VfL Wolfsburg hat im Abstiegskampf einen möglichen Befreiungsschlag verpasst und steckt weiterhin tief im Tabellenkeller fest. Die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking trennte sich von Borussia Mönchengladbach 0:0 und blieb damit zwar im zweiten Spiel in Folge ungeschlagen, liegt aber weiter auf einem direkten Abstiegsplatz.

Auch für die Borussia dürfte sich das Remis eher wie eine verpasste Chance anfühlen. Das Team von Trainer Eugen Polanski ist nun seit fünf Spielen sieglos - davon vier Remis - und hat den Klassenerhalt weiterhin nicht sicher. Mit einem Sieg gegen Wolfsburg hätten die Fohlen zumindest nicht mehr direkt absteigen können. Turbulent wurde es in der Schlussphase, als Gladbachs Jens Castrop nach einem harten Foul die Rote Karte sah (90.+3) und es zu einer Rudelbildung kam.

Nachdem die Gäste nach dem 1:1 gegen den FSV Mainz 05 am vergangenen Spieltag laut Polanski noch "in sich gekehrt", "deprimiert" und "extrem angefressen" gewesen waren, präsentierten sie sich in Wolfsburg wie ausgewechselt und starteten furios. Bereits in der ersten Minute kamen Kevin Stöger und Franck Honorat zum Abschluss. Gladbach agierte in der Anfangsphase deutlich offensiver als zuletzt und stellte die Wolfsburger Defensive vor große Probleme.

Die erste gefährliche Aktion auf der anderen Seite hatte Mohammed Amoura: Der Algerier setzte sich in der 15. Minute im Alleingang durch, traf aus rund elf Metern jedoch nur den Pfosten. Trotz zahlreicher Chancen mangelte es der Borussia an Effizienz. Nach einem missglückten Abstoß von Kamil Grabara kam Haris Tabakovic (36.) völlig frei zum Abschluss, setzte den Ball aber deutlich über das Tor.

Kurz vor der Pause bot sich Amoura (44.) erneut eine Großchance. Wieder kam er frei zum Abschluss - und erneut fehlte die Präzision: Der Ball ging abermals am Pfosten vorbei.

Die zweite Hälfte begann mit einer kuriosen Szene: Die Wolfsburger kombinierten sich zunächst stark frei, Christian Eriksen leitete den Ball quer durch den Strafraum weiter - doch dann behinderten sich Aaron Zehnter und Amoura gegenseitig, als beide gleichzeitig zum Abschluss ansetzten und den Ball trafen. Auch in Durchgang zwei mangelte es beiden Teams an Präzision. Zu viele Angriffe versandeten durch einfache Ballverluste, Abschlüsse gingen entweder deutlich über das Tor oder knapp seitlich vorbei.

Insgesamt verlief die Partie nach der Pause deutlich ruhiger, mit leichten Vorteilen für den VfL Wolfsburg. Die beste Gelegenheit ergab sich, als ein Diagonalball von Konstantinos Koulierakis Sael Kumbedi (79.) fand, dessen Abschluss nur um Zentimeter am Tor vorbei strich - und damit sinnbildlich für das Wolfsburger Spiel an diesem Tag stand. Kurz vor Schluss landete ein Kopfball des eingewechselten Gladbachers Giovanni Reyna am Pfosten (85.).

FC Augsburg - Eintracht Frankfurt 1:1 (1:0)

Eintracht Frankfurt hat im Kampf um Europa den nächsten Dämpfer im Bundesliga-Schlussspurt kassiert. Die Mannschaft von Trainer Albert Riera kam beim FC Augsburg nicht über ein 1:1 (0:1) hinaus, der SC Freiburg könnte im Gerangel um Platz sieben mit einem Sieg bei Borussia Dortmund am Sonntag auf drei Punkte davonziehen. Der FCA sicherte vorzeitig den Klassenerhalt.

Joker Ritsu Doan (66.) erzielte den verdienten Ausgleich für Frankfurt. Anton Kade (44.) hatte die Augsburger, die seit nunmehr vier Spielen ungeschlagen sind, in Führung gebracht.

"Wir müssen gut starten, das ist wichtig", hatte Frankfurts Coach Riera vor Anpfiff bei Sky gesagt und neben spielerischer Dominanz eindringlich gefordert: "Ich will eine Mannschaft sehen." Eine Woche nach dem 1:3 gegen RB Leipzig veränderte der Spanier seine Startelf auf drei Positionen, unter anderem kamen Youngster Love Arrhov und Can Uzun zum Zuge.

Nach einer Gedenkminute für den bei einem Verkehrsunfall verstorbenen Alexander Manninger, der von 2012 bis 2016 im FCA-Tor gespielt hatte, sorgte das Duo in der Anfangsphase für erste Gefahr im Augsburger Strafraum. Doch auch die zweikampfstarken Gastgeber suchten immer wieder den Weg nach vorne.

Spielerische Höhepunkte blieben trotzdem lange Mangelware, zu oft fehlte es auf beiden Seiten an der Präzision - bis kurz vor der Pause, als eigentlich die SGE mehr Kontrolle übernommen hatte. Nach einem Konter über die linke Seite traf Michael Gregoritsch den Pfosten, Kade stand in der Mitte goldrichtig und staubte ab.

Im zweiten Durchgang erhöhte Frankfurt weiter den Druck, Uzun (48.) rutschte bei einer guten Gelegenheit aber weg. Auf der Gegenseite köpfte Gregoritsch bei einer Ecke an den Pfosten (54.), der eingewechselte Doan zielte nach einem Konter besser - vom Innenpfosten sprang der Ball ins Tor. Auf beiden Seiten mussten die Keeper in der Schlussphase noch den Punkt festhalten.

Quelle: ntv.de, sue/sid

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