Krise beim Klub spitzt sich zuKölns Trainer wundert sich, was sein Spieler behauptet

Mit Lachen zum ersten Sieg seit November: Trainer Lukas Kwasniok vom 1. FC Köln will von schlechter Stimmung nichts wissen. Für das wichtige Spiel gegen den FSV Mainz 05 hat er seine ganz eigene Taktik.
Trainer Lukas Kwasniok stemmt sich gegen die aufkommende Unruhe beim 1. FC Köln nach dem achten sieglosen Spiel in Serie. Nach dem 1:3 (1:1) gegen den FC Bayern widersprach Kwasniok vehement seinem Profi Jakub Kaminski. Der hatte nach der unglücklichen Niederlage geklagt: "Acht Spiele ohne Sieg. Die Stimmung bei uns ist natürlich gerade nicht so toll."
Kwasniok selbst hatte dies beim 2:2 am Wochenende in Heidenheim noch am eigenen Leib erfahren. Die Ultras hatten ein Trainer-kritisches Plakat präsentiert, auf dem "Kwasni yok" stand. Das "yok" aus dem Türkischen kann dabei als "nein" übersetzt werden. Der FC-Trainer, der nach seinem Einstieg beim Aufsteiger im Sommer noch einen starken Saisonstart miterlebt hatte, reagierte darauf ebenso überrascht wie getroffen.
Ein Punkt der Kritik: der behutsame Umgang mit Supertalent Said El Mala. Kwasniok sieht ihn als besten Spielentscheider von der Bank, die Fans sehen ihn als Messias in der Krise. Gegen den FC Bayern begann er, blieb aber nach einer Torszene zu Beginn sehr unauffällig.
Lachend zum Sieg: Kwasniok setzt auf Samstag
Auf die Kaminski-Aussage angesprochen, antwortete Kwasniok nun vehement. "Die Stimmung bei uns allgemein ist überhaupt nicht schlecht. Das wird mit mir nicht passieren. Im Leben gibt es viel, viel härtere Aufgaben", befand der 44-Jährige, lediglich einen Dämpfer für den Moment sah er. Dann fügte er launig hinzu: "Morgen wird hoffentlich wieder ein bisschen gelächelt, am Freitag wird gelacht und am Samstag hoffentlich gewonnen." Dann spielen die Kölner gegen den Tabellen-16. FSV Mainz 05.
Der älteste Feldspieler gegen die Bayern war "27 Jahre, uns haben sechs Innenverteidiger gefehlt." Das aufzufangen gehe nur, "wenn das eine absolute Einheit ist, wenn das Herz am rechten Fleck ist - und ich bin einfach unglaublich stolz auf die Jungs, dass sie Woche für Woche trotz künstlich erzeugter, negativer Stimmungslage von außen solche Leistungen abliefern", sagte Kwasniok. Er sei "überzeugt, dass die Jungs sich dafür in den nächsten Spielen dann auch belohnen werden." Auch Kaminski ist bereit dafür: "Wir sind stolz, für den FC zu spielen und müssen kämpfen, um in der Bundesliga zu bleiben."
Sollte es dann das neunte Spiel ohne Sieg in Serie geben, könnte die Stimmung endgültig kippen. Trotz einer 1:0-Führung durch Linton Maina (41. Minute) und einer lange Zeit starken Leistung punktete der FC gegen die Bayern nicht. Serge Gnabry (45.+5), Min-jae Kim (71.) und Lennart Karl (84.) drehten das Spiel für die Münchner, die damit die beste Hinrunde der Geschichte perfekt machten. Mit 17 Punkten stehen die Kölner zur Halbzeit auf Platz zwölf und liegen fünf Punkte vor den Abstiegsrängen.