Große Aufregung in den Niederlanden: Beim Klassiker zwischen den beiden Traditionsklubs PSV Eindhoven (1:3) und Ajax Amsterdam kommt es in der 81. Minute zu einem folgenschweren Zusammenstoß, den Ajax-Profi Aaron Bouwman mit inneren Verletzungen bezahlt. Der andere Beteiligte kommt dagegen glimpflich davon: Ruben van Bommel sieht nur die Gelbe Karte, dann geht ein ganzes Rudel PSV-Spieler auf ihn los.
Die Situation, in der es so heftig knallte, war eigentlich denkbar harmlos: Bouwman wollte eine Bogenlampe etwa 30 Meter vor dem eigenen Tor klären und stieg dafür zum Kopfball hoch. Während der Ajax-Profi in der Sprungbewegung war, kam van Bommel angestürmt und rammte seinem arglosen Gegenspieler die Hüfte in die Seite. Bouwman stürzte aus großer Höhe zu Boden, schrie nach dem Aufschlag kurz auf und blieb dann benommen liegen.

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Prellungen und Krankenhaus
Während der 19-Jährige noch am Boden lag, stürmten zahlreiche Gästespieler auf den Übeltäter van Bommel los, Ajax-Verteidiger Youri Paas zerrte ihn sogar am Kragen wütend mit sich. Als sich die Lage weitestgehend beruhigt hatte, zückte Schiedsrichter Sander van der Eijk nur die Gelbe Karte.
Van Bommel, dessen Vater Mark einst als "Aggressive Leader" durch das Mittelfeld des FC Bayern grätschte, zeigte sich unmittelbar nach dem Zusammenprall reumütig. Er entschuldigte sich auf dem Spielfeld, begab sich aber nach dem Spiel auch direkt in die Amsterdamer Umkleidekabine, um sich noch einmal zu entschuldigen.

"Maximal beschissener Nachmittag"
Opfer Bouwman wurde "in der Nacht nach dem Spiel gegen den PSV ins Krankenhaus eingeliefert. Untersuchungen ergaben, dass Bouwman mehrere Verletzungen erlitten hat, darunter Prellungen am Brustbein und eine Lungenprellung", wie sein Klub verkündete. Er blieb bis Sonntag im Krankenhaus und wird in den kommenden Wochen nicht zum Einsatz kommen.
"Sichtlich mitgenommen"
Eindhovens Trainer Peter Bosz verriet hinterher, dass der Vorfall seinen Spieler belastet: "Als das passierte, dachte ich zuerst, dass sie mit den Köpfen aneinandergestoßen wären, aber das war nicht der Fall", so Bosz. Der Trainer berichtete, dass vor allem Van Bommel von diesem Moment schwer mitgenommen war. "Ich komme gerade von Ruben, der in der Umkleidekabine sitzt und sichtlich mitgenommen ist. Er war der Einzige, der nicht mitgefeiert hat. Das war absolut nicht seine Absicht. Wenn man dann sieht, wie dieser Junge vom Platz geht, ist das nicht schön."
Ajax-Profi Davy Klaassen hätte sich dennoch eine härtere Bestrafung für van Bommels Attacke gewünscht: "Ich habe gesehen, wie Van Bommel Aaron mit voller Wucht umgerannt hat. Ich bin aufs Spielfeld gelaufen, um alle zu beruhigen", sagte der ehemalige Bremer Bundesligaspieler. "Als ich ihn dort liegen sah, habe ich den Schiedsrichter gefragt: 'Was machen wir jetzt, was ist das denn?' Aber er hat es als unglücklichen Vorfall bezeichnet. Damit müssen wir uns abfinden. Er ist schließlich der Schiedsrichter."
Schiedsrichterchef Raymond van Meenen sagte einen Tag nach dem Spiel, dass Schiedsrichter Sander van der Eijk keine Gelbe, sondern eine Rote Karte hätte zeigen müssen.


