Fußball

Nach Ärger im HinspielVfB-Star freut sich auf "ekliges Stadion", Pfiffe und Provokationen

19.03.2026, 11:32 Uhr
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Der VfB Stuttgart steht am Abend vor einer Mammutaufgabe: Im Achtelfinal-Rückspiel in der Europa League will der Fußball-Bundesligist unter erschwerten Bedingungen einen Rückstand umbiegen. Ein deutscher Nationalspieler ist mächtig heiß.

Schon unmittelbar nach der Auslosung war klar: Viel schlimmer hätte es für den VfB Stuttgart im Achtelfinale der Europa League nicht kommen können - und das Hinspiel des Duells mit dem FC Porto bestätigt diese Befürchtungen. Der portugiesische Spitzenklub liefert in Stuttgart eine richtig unangenehme Vorstellung, führt schnell 2:0 und nimmt am Ende einer zähen Partie noch ein 2:1 mit in die Heimat.

Zurück bleiben wütende Stuttgarter: "Sie haben bei jedem Ball versucht, Zeitspiel zu machen. Ich glaube, der Linksverteidiger lag 37 Mal auf dem Boden wegen der gleichen Aktion", schimpfte WM-Kandidat Deniz Undav bei RTL. "Ich habe selten so was erlebt. Ich weiß nicht, ob sie es nötig haben", kritisierte Mittelfeldstratege Angelo Stiller den Auftritt der Gäste. Nun treffen sich beide Teams am Abend zum Rückspiel (ab 20.15 Uhr/RTL und NITRO und im Liveticker auf ntv.de). Und es dürfte wieder höchst intensiv werden. Aufgeladen ist es allemal, auch ohne die Konstellation eines Alles-oder-nichts-Duells.

"Man ist machtlos"

"Die haben auf jeden Fall einen Punkt getroffen bei uns, den bislang noch keine Mannschaft getroffen hat", gesteht Nationalspieler Jamie Leweling gegenüber RTL/ntv vor dem Rückspiel: "Die Spielart des FC Porto ist schon sehr speziell. Es ist hart an der Grenze, aber es ist erlaubt." Eine wirksame Waffe gegen die Masche der Portugiesen, die in Stuttgart nach 27 Minuten 2:0 geführt hatten, fand der Bundesliga-Vierte nicht so recht: "So etwas hatten wir in der Bundesliga noch nicht. Man ist emotional und will irgendwas machen, aber man ist machtlos", sagt Leweling. "Doch man muss damit klarkommen - und ruhig bleiben."

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Jamie Leweling und Angelo Stiller: Enttäuschung nach vergebener Torchance gegen Porto am 12. März. (Foto: picture alliance / Eibner-Pressefoto)

Der Außenbahnspieler freut sich darauf, den Spieß umzudrehen - und in der für Gästeteams eher lebensfeindlichen Umgebung des Estadio Dragao für miese Stimmung zu sorgen: "Wie ich gehört habe, erwartet uns ein ekliges, sehr emotionales Stadion", brennt der 25-Jährige auf das Duell. "Ich freue mich, und ich glaube, der Großteil der Mannschaft freut sich auch, in diesem Stadion zu spielen. Es holt vielleicht bei dem einen oder anderen Spieler auch noch mal ein paar Prozent raus, wenn man ausgepfiffen wird, wenn man provoziert wird von den Fans. Und vielleicht will man es den Fans dann erst recht zeigen und noch besser spielen."

Die Porto-Profis hatten in der vergangenen Woche ihre Treffer aufreizend vor der Fankurve des VfB Stuttgart gefeiert und damit für wüste Reaktionen gesorgt. Fürs Weiterkommen muss der VfB im Drachenstadion des im portugiesischen Meisterrennen enteilten FC Porto mindestens ein Tor erzielen, keins kassieren und sich dann im Elfmeterschießen durchsetzen. Sonst braucht es mindestens zwei Treffer. Es ist eine große Aufgabe, der Bundesligist steht einer besonderen Mannschaft und einem ausverkauften Stadion gegenüber.

"Trifft gefühlt in jedem Spiel"

Und natürlich kommt es diesmal wieder auf Deniz Undav an: Der Stürmer "trifft gefühlt in jedem Spiel" (Leweling), im Hinspiel besorgte er den Hoffnung spendenden Anschlusstreffer, am Wochenende schoss er die Schwaben zum immens wichtigen Heimspiel über RB Leipzig - und würde sich mit weiteren Toren endgültig unverzichtbar machen für den offenbar hadernden Bundestrainer Julian Nagelsmann.

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Undav pflegt eine On-off-Beziehung mit dem DFB-Team, in Stuttgart trifft er ausdauernd und nachhaltig. Tore im Drachenstadion würden die WM-Bewerbung des Torjägers mächtig befeuern - und den Portugiesen auf dem Rasen und drumherum ordentlich die Laune verhageln. Jamie Leweling und dem Rest des Stuttgarter Trosses würde das viel Spaß machen.

Quelle: ntv.de, ter

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