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"Raus aus der Komfortzone"Christian Eckerlin hat genug vom Image des Königs

05.03.2026, 18:06 Uhr Foto von MitchVon Michael Bauer
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Kein MMA-Kämpfer bewegt in Deutschland mehr Fans als Christian Eckerlin. Der Frankfurter will nach zwei Niederlagen zurück in die Erfolgsspur und geht dabei neue Wege.

Mit dem Sieg vor der Rekordkulisse von 58.000 Zuschauern krönt sich Christian Eckerlin im Oktober 2024 im Frankfurter Stadion zum "King of GerMMAny". Der MMA-Kämpfer erlebt in der Folge eine Talfahrt, verliert zweimal. Vom Image des Königs will der 39-Jährige vor seinem nächsten Kampf bei Oktagon 85 in Hamburg (am 7. März ab 17.30 Uhr auf RTL+) nichts mehr hören.

"King of GerMMAny ist nicht mein Ding", sagt Eckerlin im Interview mit RTL und blickt zurück: "Als ich zu Beginn meiner Karriere sieben Kämpfe in Serie gewonnen habe, wollten sie mir den Namen 'German Nightmare' geben. Aber das bin ich nicht." Eckerlin wolle nur kämpfen und keine Nicknames. "Vielleicht war das auch so ein kleiner Fluch."

Oktagon 85 in Hamburg ...

... sehen Sie am 7. März ab 17.30 Uhr live auf RTL+ und ab 22.45 Uhr im Free-TV auf RTL.

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Ob Fluch oder nicht, sportlich hat der Frankfurter enorm viel umgestellt, um sich auf seinen Kampf in der Hansestadt einzustellen. Eigentlich war eine Auslandsvorbereitung geplant, aber man konnte ihm im UFD Gym in Düsseldorf und bei Ilbay Sports in Köln die entsprechenden Trainingspartner kommen lassen. "Diese Vorbereitung ist anders", sagt der Frankfurter, der nun fünf Tage die Woche auf seine Familie verzichten muss.

"Ich habe für mich reflektiert, was ich falsch gemacht habe bei meinen letzten zwei Kämpfen: Ich muss raus aus meiner Komfortzone. Andere Methoden, andere Trainingspartner. Vielleicht Dinge einbauen, die ich früher gemacht habe", erzählt der 39-Jährige, der vor allem an der Grundhärte gearbeitet hat.

Handbremse in der Heimat

"Das Sparring im UFD ist schlimmer als ein Kampf", sagt er. "Da gibt es kein Zurückhalten." Genau das habe er in seinem Heimat-Gym, dem MMA Spirit in Frankfurt, "so ein bisschen vermisst". Er könne aber nicht genau sagen, ob es wirklich die "Handbremse" bei seinen Trainingspartnern oder vielleicht rückblickend nur in seinem Kopf so war. "Aber das habe ich jetzt geändert."

Trainiert wird Eckerlin in erster Linie von Garip Ilbay. Der Box-Spezialist arbeitet mit dem deutschen MMA-Star erstmals über einen so langen Zeitraum. "Das Feintuning hat gefehlt. Ob das Bewegungsabläufe oder Meidbewegungen sind, daran haben wir auch gearbeitet", erzählt der 53-jährige Kölner. "Es gibt Leute, die sagen mit 39 Jahren: Ich kann mich nicht mehr umstellen. Und bei Christian merke ich: Er will sich umstellen. Und wenn er das tut, dann kann er noch die nächsten fünf Jahre weiterkämpfen."

Wie es in der Karriere von Eckerlin weitergeht, ist ungewiss. Einen kleinen Plan - egal wie der Kampf in Hamburg endet - gibt es zwar schon, aber in Stein gemeißelt ist noch nichts. "Welcher Kämpfer will mit zwei Niederlagen abtreten. Das ist nicht meine Natur", sagt der MMA-Star. Das Stadion-Event in seiner Heimatstadt Frankfurt am 26. September will er noch einmal mitnehmen.

"Wenn wir nochmal ein Stadion ausverkaufen sollten, dann weiß ich nicht, ob es einen besseren Zeitpunkt gibt, aufzuhören", sagt er. "Eine Frage bleibt aber: Was kommt danach. Gibt's eine Figur, die MMA in Deutschland tragen kann, oder nicht? Es wird sicher Gespräche geben. Aber ich habe mir keine Grenzen gesetzt, auch wenn ich mal gesagt habe, ich höre mit 40 auf", so der 39-Jährige abschließend.

Quelle: ntv.de

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