32 Tage nach seinem sensationellen Aus in Paris ist Jannik Sinner mit viel Mühe in seine Titelverteidigung in Wimbledon gestartet. Der Weltranglistenerste aus Südtirol setzte sich am Auftakttag in einem Nervenkrimi mit 4:6, 6:3, 6:7 (6:8), 6:2, 6:3 gegen den Serben Miomir Kecmanovic durch. Dabei präsentierte er sich ein gutes Stück entfernt von seiner Bestform.
"Am Anfang war es etwas eng, ich habe nicht mein bestes Tennis gespielt. Ich habe versucht, reinzukommen, es war mein erstes Match auf Rasen", sagte Sinner: "Ich bin froh, dass ich das Spiel noch gedreht habe." Sorgen wegen des Blutes, dass während des Spiels an seinem rechten Schuh zu erkennen war, müsse man sich nicht machen. "Mir geht es gut, es sieht schlimmer aus, als es ist", sagte der 24-Jährige: "Es ist nur ein Nagel."
Sinner hatte sich nach seinem denkwürdigen Zweitrundenaus in der französischen Hauptstadt eine Pause genommen und Ärzte aufgesucht, Auffälligkeiten ergaben sich dabei nicht. Er versuche stets, "das Positive in Situationen zu sehen", hatte Sinner gesagt: "Natürlich wäre ich bei den French Open gern weiter gekommen, aber der frühe Ausstieg hat mir zusätzliche Zeit verschafft." Es habe "viele lange Trainingseinheiten" gegeben, "und ich bin sehr zufrieden mit meiner aktuellen körperlichen Form und meiner mentalen Verfassung."
Eingespielt hatte sich Sinner beim Einladungsturnier im edlen Londoner Hurlingham-Club, auf ein offizielles Event verzichtete der 24-Jährige. Auf dem geschichtsträchtigen Centre Court von Wimbledon zeigte der viermalige Grand-Slam-Champion unter anderem vor den Augen von Fußball-Ikone David Beckham aber deutliche Anlaufschwierigkeiten. Er leistete sich 15 unerzwungene Fehler und gab den ersten Satz gegen den zunächst deutlich stabileren Kecmanovic ab. Danach steigerte sich Sinner sichtlich und kam zurück.
Im dritten Satz stürzte Sinner beim Stand von 2:2 unglücklich, rappelte sich aber schnell wieder auf. In Runde zwei trifft der Italiener auf den Portugiesen Nuno Borges.

