Wirtschaft

Neuer Trend Einheitslook Ohne Unisexmode geht gar nichts mehr

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Geschlechtsneutrale Kleidung ist oftmals nicht auf bestimmte Schnitte und Farben beschränkt und passt Frauen und Männern, Mädchen und Jungs gleichermaßen.

(Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

Gerade jüngere Modebegeisterte interessieren sich zunehmend für sogenannte inklusive und geschlechtsneutrale Kleidung. Die Nachfrage ist da - und nicht nur große Kaufhäuser erkennen darin ihre Chance. Im Kampf ums Überleben setzen selbst traditionelle Einzelhändler auf den Einheitslook.

Egal ob klassisch im Einzelhandel oder im Online-Shop: Auf der Suche nach neuer Kleidung müssen sich Kunden noch immer anhand ihrer Geschlechterbezeichnung zwischen der Herren- oder Damenabteilung, der Mädchen- oder Jungenabteilung entscheiden. Dabei suchen Modebegeisterte zunehmend nach inklusiven und geschlechtsneutralen Angeboten. Das haben inzwischen auch einige Modehändler erkannt.

So setzt laut einem Bericht der US-Senders CNN etwa die besonders bei Teenagern beliebte US-Marke PacSun in ihrer Kampagne für den Sommer 2021 auf geschlechtsneutrale Styles. Darunter fällt auch die Ökomode-Linie Colour Theory mit Jogginghosen und Kapuzenpullis aus Biobaumwolle. Die Kollektion umfasst aber genauso T-Shirts und Hosen in Uni-farben.

Aufgrund der hohen Kundennachfrage hat Abercormbie & Fitch bereits im Jahr 2018 seine erste geschlechtsneutrale Kollektion, die Everybody Collection, für Kinder im Alter von 5-14 Jahren auf den Markt gebracht. Sie besteht aus Tarndrucken, Bomberjacken und Sweatshirts, die von der Skater-Kultur beeinflusst sind.

Jüngst hat das Modehaus in Zusammenarbeit mit einer Organisation zur Selbstmordprävention und Krisenintervention für junge Menschen aus der LGBTIQ-Bewegung, The Trevor Project, eine Kollektion für Kinder und Erwachsene herausgebracht. Sie enthält T-Shirts, Shorts, Kapuzenpullis, Jacken, Mützen, Sandalen und sogar einen Duft.

Geschlechtsneutrale Kleidung ist oftmals nicht auf bestimmte Schnitte und Farben beschränkt. Sie passt Frauen und Männern, Mädchen und Jungs gleichermaßen. "Die Mode spiegelt die Kultur und die politischen Überzeugungen einer Generation wider, die oft von jüngeren Menschen angeführt werden", zitiert CNN Shawn Grain Carter, Professor für Fashion Business Management am Fashion Institute of Technology in New York. "Wenn traditionelle Einzelhändler wie Nordstrom und Saks überleben wollen, müssen sie das Wertesystem dieser Generation widerspiegeln, um eine lebenslange Treue zu gewinnen", sagt Carter.

Unterstützung bekommen Kaufhäuser dabei von The Phluid Project, einem geschlechtsneutralen Bekleidungslabel. Es ist inzwischen in mehr als 5000 Geschäften durch Partnerschaften mit Einzelhändlern wie Nordstrom, Target, Sephora und seit kurzem auch in den Outlet-Stores des Luxushändlers Saks Fifth Avenue, Saks Off Fifth, erhältlich. "Wir leben in einer binären Gesellschaft. Was ich an den jüngeren Konsumenten der Generation Z so liebe, ist, dass sie dieses Konstrukt in allen Bereichen infrage stellen, auch in der Mode", sagt Rob Smith, Geschäftsführer und Gründer des Phluid Project CNN.

Anfang Juni brachte Saks Off Fifth seine erste exklusive geschlechtsneutrale Bekleidungs- und Accessoire-Kollektion auf den Markt. Deren Erlös fließt zu 100 Prozent an die Phluid Foundation, den Förderverein von Smiths Label. Die Kollektion bietet Regenbogenmotive auf T-Shirts, Mützen, Turnschuhen und Tragetaschen für unter 50 Dollar.

Sara Griffin, Senior Vice President of Marketing bei Saks Off Fifth, sagte CNN, dass die Kollektion mit dem Phluid Project "ein erster Schritt" sei, um eine jüngere Generation von Käufern anzusprechen, die sich weniger mit der traditionellen geschlechtsspezifischen Herangehensweise an Kleidung beschäftigt. "Wir hören auf unsere Kunden und werden weiterhin Anpassungen vornehmen", sagte sie und fügte hinzu, dass die Partnerschaft des Unternehmens mit Phluid im Herbst mit neuer Ware fortgesetzt werden wird.

Quelle: ntv.de, jki

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