Dax dampft seine Gewinne noch deutlich ein
Mit den überraschend guten Zahlen des Chip-Giganten Nvidia ist der Optimismus an den deutschen Aktienmarkt zurückgekehrt. Der Dax, der in den vergangenen drei Handelstagen gut drei Prozent verloren hatte, gewann 0,5 Prozent und ging mit 23.279 Zählern aus dem Xetra-Handel. Allerdings gab der Leitindex zum Handelsende einen großen Teil seiner Gewinne noch ab, denn sein Tageshoch lag bei 23.512 Zählern. Der EuroStoxx50 notierte 0,7 Prozent höher bei 5580 Stellen. Nvidia nehme einen Teil der zuletzt stark angestiegenen Angst vor einer KI-Blase aus dem Markt, sagte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Auch Maximilian Wienke, Analyst beim Broker eToro, konstatierte: "Kein Ende des KI-Booms in Sicht."
Im Dax waren lange Zeit Heidelberg Materials gesucht. Mit dem Tageshoch von 216,50 Euro lag der Kurs nur ganz knapp unter dem Allzeithoch von 217,40 Euro. "Bei einem Ausbruch könnte die Aktie die Neubewertung wiederaufnehmen", so ein Marktanalyst. Die Aktie verlor allerdings am Ende 0,2 Prozent auf 212,90 Euro.
Bei Renk setzte sich die Korrektur zum Investorentag fort, die Aktie verlor weitere 3,5 Prozent. "Die Ziele sind zwar positiv, wie alle Rüstungstitel sind aber auch Renk hoch bewertet", sagte ein Börsianer in Frankfurt, wo man auch von Gewinnmitnahmen sprach. Rheinmetall und Hensoldt konnten sich nach den starken Kurseinbrüchen wieder etwas erholen und gewannen 2,6 beziehungsweise 0,7 Prozent..
Siemens-Energy-Aktionäre bekommen Schluck aus der Pulle
Der Energietechnikkonzern Siemens Energy will die Aktionäre nach dem Ende der Durststrecke der vergangenen Jahre am Erfolg beteiligen. Bis zu zehn Milliarden Euro wolle man bis 2028 zugunsten der Anleger ausgeben, teilte Siemens Energy in einer Präsentation anlässlich seines Kapitalmarkttages mit. Die Summe komme durch Dividenden und Aktienrückkaufprogramme zusammen. Der Konzern hatte in der vergangenen Woche bei der Vorlage der Bilanz 2025 angekündigt, für das Geschäftsjahr eine Dividende von 70 Cent je Anteilsschein ausschütten zu wollen - nach vier Jahren Pause.
So nutzen Trader Schwankungen beim Ölpreis
Der Ölpreis bleibt weiter unter Druck, der Preis pro Barrel trudelt seit Wochen eher abwärts. Dennoch kommt es immer wieder zu kurzfristigen Ausschlägen in die eine oder andere Richtung. Warum der Ölmarkt so schwankungsanfällig ist und wie Trader das gezielt nutzen können, darüber spricht Nancy Lanzendörfer mit Matthias Hüppe von der HSBC.
Studie: Rüstungsboom sichert Hunderttausende Jobs in Deutschland
Steigende Ausgaben für das Militär werden in Deutschland einer Studie zufolge zu einem Jobmotor. Sollten die direkten Verteidigungsausgaben der Nato-Staaten wie geplant 3,5 Prozent der Wirtschaftsleistung erreichen, entstünden hierzulande schätzungsweise 144.000 neue Arbeitsplätze, heißt es in einer Studie der Beratungsgesellschaft EY-Pantheon und der Dekabank. Dies könnte 2029 der Fall sein.
Hinzu kommen bereits bestehende Industriejobs, deren Erhalt durch die Rüstungsaufträge abgesichert wird. Alles in allem rechnen die Studienautoren mit einem Job-Effekt von 360.000 Arbeitsplätzen, dies inklusive der neuen und der abgesicherten Jobs. Ein großer Teil der Nato-Ausgaben wird voraussichtlich nach Deutschland fließen, weil dort Waffenschmieden wie Rheinmetall, KNDS Deutschland und Heckler & Koch ihre Firmensitze und Werke haben.
Lenovo hebt die Stimmung
Die Geschäftszahlen von Lenovo verstärken die gute Laune im Technologiesektor. "Lenovo ist eigentlich viel relevanter für die breite Konsumentennachfrage als Nvidia", sagt ein Händler. Denn hier spiegele sich die Nachfrageentwicklung der Bevölkerung nach Laptops und die Investitionsnachfrage durch Unternehmen nach Servern wider. Davon profitierten auch Zulieferer und Hersteller im Technologiesektor im Gegensatz zu spezialisierten KI-Chips. Der Umsatz stieg im Quartal um 15 Prozent zum Vorjahr, der bereinigte Nettogewinn sogar um 25 Prozent.
Wall Street lässt es nach Nvidia und US-Jobmarkt krachen
Starke Nvidia-Zahlen und ein überraschend robuster US-Arbeitsmarktbericht sorgen an der Wall Street zur Eröffnung für kräftige Gewinne. Der Dow-Jones-Index gewinnt 1,3 Prozent auf 46.742 Punkte. Der S&P-500 legt um 1,6 Prozent zu und der technologielastige Nasdaq-Composite klettert um 2,1 Prozent.
Der US-Chipriese Nvidia sorgt mit den besser als erwartet ausgefallenen Ergebnissen für das dritte Quartal und dem Ausblick für Erleichterung. Die Nvidia-Aktie springt um 3,6 Prozent nach oben. Auch andere Chip-Werte wie Applied Materials (+2,2%) und Broadcom (+4,4%) legen zu.
Merck schließt Milliardendeal für neues Parkinson-Medikament
Der deutsche Pharmakonzern Merck will mit einer milliardenschweren Partnerschaft ein neues Medikament gegen Parkinson entwickeln und setzt dabei auf Künstliche Intelligenz. Dazu hat das Dax-Unternehmen eine Vereinbarung mit dem US-Unternehmen Valo Health geschlossen. Sie umfasst eine Vorauszahlung und mögliche Meilensteinzahlungen von Merck von mehr als drei Milliarden Dollar, wie die Amerikaner mitteilten. Dazu kommen Lizenzgebühren und Forschungsgelder.
Valo Health verweist auf seine KI-gestützte Forschungsplattform und einen Datenpool von mehr als 17 Millionen anonymisierten Patientenakten. Dadurch lasse sich die Arznei-Entwicklung optimieren, «sodass wir die vielversprechendsten Kandidaten schneller vorantreiben können», wird Amy Kao, weltweite Leiterin von Mercks Forschungsabteilung für Neurologie und Immunologie, zitiert.
Warum sich ein Blick auf den japanischen Aktienmarkt lohnt
Die japanische Börse ist in diesem Jahr schon um 22 Prozent gestiegen. Fondsmanagerin Lilian Haag gibt einen Einblick in die strukturellen Änderungen in Japan, die dem Aktienmarkt Aufwind verleihen. Die Expertin führt zudem aus, weshalb die japanische Popkultur für Anleger spannend sein kann.
Dax testet 200-Tage-Linie
Nach den günstig aufgenommenen US-Daten steigt der Dax am Nachmittag um 1,4 Prozent auf das neue Tageshoch von 23.479 Punkten. Damit testet der deutsche Leitindex die wichtige 200-Tage-Linie bei 23.462 Zählern. Nächster technischer Widerstand ist die Gap-Oberkante bei 23.530 Punkten.
Steile Musk-Prognose: Arbeiten wird bald überflüssig
Tesla-Chef Elon Musk sorgt mit einer provokanten Zukunftsprognose für Aufsehen. Auf einem KI-Forum erklärt er, dass künstliche Intelligenz die Arbeitswelt so stark verändern werde, dass Arbeiten und Geld schon in 10 bis 20 Jahren "optional" sein könnten. Nebenbei nutzt Musk die Bühne auch als Werbefläche.
US-Jobwachstum im September stärker als erwartet
Das US-Jobwachstum hat im September die Erwartungen übertroffen, was die Hoffnungen auf eine Zinssenkung durch die Fed im Dezember weiter dämpfen dürfte. Wie das US-Arbeitsministerium berichtete, entstanden in der Privatwirtschaft und beim Staat 119.000 zusätzliche Stellen. Volkswirte hatten nur einen Zuwachs um 50.000 erwartet. Die Angaben für die beiden Vormonate wurden kumuliert um 33.000 Jobs nach unten revidiert: Das Ministerium meldete für August nun einen Stellenabbau von 4.000 (vorläufig: Zuwachs von 22.000) und für Juli ein Stellenplus von 72.000 (vorläufig: 79.000). Die separat erhobene Arbeitslosenquote erhöhte sich im September auf 4,4 von 4,3 Prozent, während Ökonomen einen stabilen Wert vom 4,3 Prozent erwartet hatten.
"Der Beschäftigungsanstieg wird wieder einmal vor allem vom Dienstleistungssektor getragen. Aufgrund des Shutdowns besteht aber weiterhin dichter Datennebel, der sich nur langsam lichtet", meine Bastian Hepperle von Hauck Aufhäuser Lampe: "Der Oktober-Arbeitsmarktbericht entfällt komplett. In Teilen geht er im November-Bericht auf, der aber erst etwas später zur Verfügung steht. Zeitnähere Indikatoren deuten auf eine schwächere Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt hin. Beschäftigungszuwächse werden künftig spürbar schwächer ausfallen. Der Fed werden zur Dezember-Sitzung wichtige Daten fehlen. Eine Leitzinssenkung steht damit auf wackeligen Füßen, ließe sich aber als Vorsichtsmaßnahme allemal verkaufen."
Megadeal in Medizintechnik-Branche
Der US-Medizintechnikkonzern Abbott übernimmt den Krebstestanbieter Exact Sciences für rund 23 Milliarden Dollar und baut damit sein Diagnostikgeschäft aus. Die Anteilseigner von Exact Sciences sollen je Aktie 105 Dollar in bar erhalten, wie Abbott mitteilte. Das entspricht einem Aufschlag von knapp 22 Prozent auf den letzten Schlusskurs. Für Abbott ist es eine der größten Übernahmen seit fast einem Jahrzehnt und der erste große Vorstoß in die Krebsfrüherkennung. "Die Innovationskraft von Exact Sciences, seine starke Marke und kundenorientierte Umsetzung sind im Bereich der Krebsdiagnostik unübertroffen", sagte Abbott-Chef Robert B. Ford.
Die Papiere von Exact Sciences sprangen im vorbörslichen Handel um mehr als 17 Prozent in die Höhe, während die von Abbott um fast zwei Prozent nachgaben.
MAN baut in Deutschland massiv Stellen ab
Der Lastwagen- und Bushersteller MAN will in Deutschland rund 2300 Stellen abbauen. Das soll über 10 Jahre hinweg und "absolut sozialverträglich" passieren, wie ein Sprecher sagte. Kündigungen sind nicht geplant. Betroffen sind laut MAN vor allem der Hauptstandort München mit 1300 Jobs, Salzgitter mit 600 und Nürnberg mit 400 Stellen.
Die IG Metall Bayern geht allerdings von noch etwas höheren Zahlen aus. Sie rechnet langfristig mit dem Verlust von bis zu 2000 Arbeitsplätzen in München und 500 in Nürnberg. In Salzgitter decken sich die Zahlen etwa mit denen von MAN.
Nvidia überrascht - ist die Crash-Angst damit vom Tisch?
Wirtschaft und Investoren weltweit beobachten gebannt den KI-Markt, die Angst vor einer Blase geht um. Plötzlich aber legt Nvidia, einer der Dreh- und Angelpunkte der Furcht, überraschend starke Zahlen vor. Was dahintersteckt und ob die Crash-Sorge damit vom Tisch ist, erklärt ntv-Börsenreporter Patrick Dewayne.
Neues vom Geldmarkt
Weiter auf der Stelle treten die Sätze am Frankfurter Euro-Geldmarkt. Overnight wird laut Marktteilnehmern zur Haupthandelszeit "in der Masse" mit 1,92 zu 2,00 Prozent umgesetzt. Veränderungen sind laut TomNext und SpotNext auch für die kommenden Tage nicht zu erwarten. Die deutschen Erzeugerpreise sind zwar im Oktober zuletzt entgegen den Erwartungen stagnierender Preise mit einer Monatsrate von 0,1 Prozent gestiegen, das gab dem Markt aber keine Impulse. Die Erwartungen an die künftige EZB-Politik haben sich damit nicht verändert.
Hier die jüngsten Daten: Tagesgeld: 1,90 - 2,07 (1,90 - 2,07), Wochengeld: 1,90 - 2,07 (1,90 - 2,07), 1-Monats-Geld: 1,92 - 2,10 (1,92 - 2,10), 3-Monats-Geld: 2,05 - 2,26 (1,90 - 2,30), 6-Monats-Geld: 2,07 - 2,30 (2,07 - 2,30), 12-Monats-Geld: 2,17 - 2,39 (2,17 - 2,39), Euribors: 19.11. 18.11. 3 Monate: 2,0660 2,0510, 6 Monate: 2,1490 2,1550, 12 Monate: 2,2900 2,2330
BNP plant milliardenschweren Aktienrückkauf
BNP Paribas hat wegen der besseren Profitabilität ihr Kapitalziel angehoben und einen milliardenschweren Aktienrückkauf angekündigt. Die Kernkapitalquote (CET1) solle bis 2027 auf 13 Prozent statt auf 12,5 Prozent steigen, teilte die nach Bilanzsumme größte Bank der Eurozone mit. Zudem solle noch im November ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 1,15 Milliarden Euro starten. "Wir wollen unsere Profitabilität weiter verbessern, indem wir bestehende Wachstumstreiber nutzen", erklärte Konzernchef Jean-Laurent Bonnafé. "Dazu gehört eine disziplinierte und attraktive Ausschüttungspolitik."
KI-Experte: "Nvidia steht noch ganz am Anfang"
Für Nvidia lief nicht nur das letzte Quartal außerordentlich gut, auch in der Zukunft soll das Unternehmen stark wachsen. Für das nächste Jahr wird ein Wachstum von über 70 Prozent vorhergesagt. KI-Experte Teo Pham ordnet die Stärken des KI-Giganten ein und gibt einen Ausblick auf die Zukunft.
Wall Street schon in Feierlaune - Nvidia-Aktie stark im Aufwind
Nach starken Nvidia-Geschäftszahlen deuten sich an der Wall Street zur Eröffnung kräftige Gewinne an. Der Future auf den S&P-500 steigt um 1,1 Prozent. Der US-Chiphersteller sorgt mit den besser als erwartet ausgefallenen Ergebnissen für das dritte Quartal und dem Ausblick für Erleichterung. Der KI-Gigant sollte damit den Sorgen um die Profitabilität Künstlicher Intelligenz erst einmal den Wind aus den Segeln genommen haben, heißt es. Die Nvidia-Aktie springt vorbörslich um 4,9 Prozent nach oben. Auch andere Chip-Werte wie Applied Materials (+1,2%) und Broadcom (+2,6%) zeigen sich fester.
Lufthansa will bei Portugals TAP einsteigen
Die Lufthansa hat ihr Interesse an einem Einstieg bei der portugiesischen Staatsairline TAP angemeldet. "Die Lufthansa Group hat heute formell ihr Interesse bekundet, als Bieter am Prozess der Privatisierung der TAP Air Portugal teilzunehmen", erklärte das MDax-Unternehmen. Ein entsprechendes Schreiben sei fristgerecht bei der portugiesischen Gesellschaft für Staatsbeteiligungen Parpublica eingereicht worden. "Unser Ziel ist es, die globale Anbindung Portugals zu stärken, die portugiesische Identität von TAP zu bewahren und das Wachstum der Airline nachhaltig zu sichern", sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr.
Portugal will die in der Corona-Krise 2020 verstaatlichte Fluggesellschaft wieder teilprivatisieren. Die Regierung in Lissabon hatte im Juli angekündigt, einen Anteil von 44,9 Prozent verkaufen zu wollen.
Dax deutlich fester - Öl teurer
Update von der Frankfurter Börse: Nach den sehr guten Zahlen von Nvidia hat der Dax wieder den gang nach oben angetreten. Der deutsche Leitindex stieg am Mittag um 1,1 Prozent auf 23.412 Punkte. Der EuroStoxx50 notierte 1,0 Prozent höher bei 5599 Stellen. Der Euro lag kaum verändert bei 1,1526 US-Dollar. Die Preise für die Ölsorten WTI und Brent stiegen um je 0,6 Prozent.
Auterion-Chef sieht Einstieg Rheinmetalls als "Ritterschlag"
Der US-Drohnensoftware-Spezialist Auterion erwartet sich von der Kapitalbeteiligung seines Partners Rheinmetall zusätzlichen Schub. "Wir freuen uns wahnsinnig über diesen Ritterschlag", sagte Auterion-Chef Lorenz Meier gegenüber Reuters: "Er wird uns bei unserem Wachstum helfen." Rheinmetall habe sich in "nennenswerter" Höhe an Auterion beteiligt, verfüge aber nicht über eine Sperrminorität. Der Anteilskauf solle die Partnerschaft der Unternehmen vertiefen, ziele aber nicht auf eine Übernahme Auterions ab, sagte Meier.
Der Einstieg Rheinmetalls war in dieser Woche bekannt geworden. "Auterion, wir haben Aktien von ihnen gekauft", hatte Rheinmetall-Chef Armin Papperger im Gespräch mit Analysten verkündet. Die Transaktion sei vor wenigen Tagen über die Bühne gegangen.
Diese Faktoren sprechen für eine KI-Blase
Nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen von Nvidia ist die Sorge um das Platzen einer KI-Blase vorerst beruhigt worden. Die Probleme und Schwächen bleiben jedoch. Fondsmanagerin Laetitia-Zarah Gerbes spricht über die Risiken im KI-Boom.
Das ist Chinas neuer Fünfjahresplan
Die chinesische Wirtschaft steht kurz vor einem großen Umschwung. Denn ein neuer Fünfjahresplan steht kurz vor der Verabschiedung. Was darin steht und was das für Anleger auch hierzulande bedeutet, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Kay-Peter Tönnes von der Fondsgesellschaft Antecedo.
Nvidia-Rausch geht weiter - Märkte atmen auf
Die KI-Blase platzt weiterhin nicht. Experten warnen seit Wochen vor einem ähnlichen Phänomen wie bei der "Dotcom"-Blase. Nvidia hingegen übertrumpft mit seinen neuen Quartalszahlen erneut alle Erwartungen. Der Konzern beeindruckt im Vergleich zum Vorjahr mit einem Umsatzplus von 62 Prozent.
Deutsche Autobranche baute binnen eines Jahres Zehntausende Stellen ab
Die deutsche Autoindustrie hat binnen eines Jahres fast 50.000 Stellen abgebaut. Zum Ende des dritten Quartals arbeiteten gut 48.700 Menschen weniger in der Branche als ein Jahr zuvor, teilte das Statistische Bundesamt mit. Das sei ein Rückgang um 6,3 Prozent - so hoch wie in keiner anderen großen Industriebranche. Insgesamt arbeiteten Ende des dritten Quartals noch 721.400 Menschen in der Autoindustrie. Weniger Beschäftigte gab es zuletzt Ende des zweiten Quartals 2011 in der Branche, damals waren es 718.000.
Zulieferer bauten deutlich stärker Stellen ab als Hersteller: In Unternehmen, die Teile und Zubehör für Autos produzieren, wurden in den zwölf Monaten bis Ende September rund elf Prozent der Stellen abgebaut; in der Produktion von Karosserien, Aufbauten und Anhängern vier Prozent der Stellen, wie das Statistikamt weiter mitteilte. Im Bereich der Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenmotoren dagegen betrug der Beschäftigtenrückgang 3,8 Prozent.
Nvidia-Zahlen lassen Europas Chipwerte hochleben
Die Freude der Anleger über die überraschend guten Quartalszahlen des Chip-Giganten Nvidia treibt die Aktien europäischer Technologie- und Halbleiterunternehmen nach oben. Die über den Erwartungen liegenden Zahlen und der Ausblick dürften das Vertrauen in die KI-Thematik wieder stärken, resümieren die Analysten von HSBC. Der europäische Tech-Index steigt um 2,1 Prozent. Die Papiere von ASML und BE Semiconductor gewinnen jeweils drei Prozent. STMicro und Nordic Semiconductor legen bis zu 2,4 beziehungsweise 4,4 Prozent zu.
Grenke-Aktien schießen hoch
Die Anleger folgen einer Kaufempfehlung der Berenberg Bank und greifen bei Grenke zu. Die Aktien des Leasinganbieters steigen um bis zu acht Prozent und sind damit Spitzenreiter im SDax. Die Analysten haben die Bewertung der Papiere mit "Buy" aufgenommen. Die positive Gewinnentwicklung dürfte dem Unternehmen helfen, das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen und neu bewertet zu werden, heißt es in der Kurzstudie. Grenke hat im dritten Quartal dank stark gewachsener Erträge seinen Gewinn fast verdoppelt.
SBO leidet unter schwacher Nachfrage
SBO hat in den ersten neun Monaten wegen schwächerer Nachfrage einen Umsatz- und Gewinnrückgang verbucht. Das Betriebsergebnis (Ebit) sank auf 34,9 Millionen Euro von 51,8 Millionen im Vorjahreszeitraum, wie der österreichische Ölfeldausrüster mitteilte. Der Gewinn nach Steuern ging um 37 Prozent auf 21,6 Millionen Euro zurück. Der Umsatz fiel um knapp 16 Prozent auf 358,2 Millionen Euro. Als Grund nannte SBO die Investitionszurückhaltung der Kunden, die vor allem die Sparte Precision Technology belastete.
Der Auftragseingang sank in den ersten drei Quartalen auf 307,1 Millionen Euro von 372,9 Millionen im Vorjahr. SBO fertigt hochpräzise Teile für die Ölindustrie und beliefert Branchengrößen wie Schlumberger, Baker Hughes und Halliburton.
Goldpreis fällt Richtung 4000-Dollar-Marke
Am Rohstoffmarkt verteuert sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 0,3 Prozent auf 63,67 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notiert 0,2 Prozent fester bei 59,55 Dollar. Die Märkte bewerten die jüngsten US-Vorschläge zur Beendigung des Ukraine-Kriegs. Der Goldpreis gibt nach einem volatilen Handel 0,6 Prozent auf 4055 Dollar je Feinunze nach.
"Nvidia geht es gut": Erleichterung beflügelt Dax
Der Dax startet mit Aufschlägen in das heutige Geschäft. Der deutsche Börsenleitindex, der zur Wochenmitte kaum verändert mit 23.163 Punkten geschlossen hatte, notiert aktuell im Bereich von 23.390 Zählern. "Starke Nvidia-Zahlen sorgen für Erleichterung am Markt", kommentiert ntv-Börsenkorrespondent Patrick Dewayne. "Nvidia geht es gut."
Deutsche Erzeugerpreise sinken
Der Rückgang der deutschen Erzeugerpreise hat sich im Oktober etwas beschleunigt. Die Hersteller gewerblicher Produkte - von Lebensmitteln bis hin zu Industriegütern - verlangten durchschnittlich 1,8 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Das teilte das Statistische Bundesamt mit. Im September hatte es ein Minus von 1,7 Prozent gegeben. Ökonomen hatten diesmal sogar mit einem Rückgang von 1,9 Prozent gerechnet.
Für die Verbraucher sind das potenziell gute Nachrichten: In der Statistik werden die Preise für Produkte von Herstellern geführt, bevor sie etwa in den Groß- und Einzelhandel kommen. Sie sind deshalb ein früher Signalgeber für die allgemeine Inflation. Verbraucher mussten im Oktober 2,3 Prozent mehr für Waren und Dienstleistungen bezahlen als ein Jahr zuvor, nachdem die Inflationsrate im September mit 2,4 Prozent den höchsten Stand in diesem Jahr erreicht hatte.
Novartis setzt sich neue Mittelfristziele
Novartis blickt optimistischer in die Zukunft und setzt sich neue mittelfristige Ziele. Für die Jahre 2025 bis 2030 peilt das Unternehmen nun ein währungsbereinigtes jährliches Umsatzwachstum von fünf bis sechs Prozent zu konstanten Wechselkursen an, teilte der Schweizer Pharmakonzern mit. Rückenwind kommt von höheren Umsatzerwartungen für die Schlüsselmedikamente Kisqali und Scemblix. Für das Krebsmittel Kisqali erwartet der Konzern nun einen Spitzenumsatz von mehr als zehn Milliarden Dollar statt wie bisher acht Milliarden. Beim Leukämie-Medikament Scemblix wird das Potenzial nun auf mehr als vier Milliarden Dollar beziffert, eine Milliarde mehr als zuvor. Novartis verfüge damit nun über acht bereits vermarktete Medikamente mit einem Spitzenumsatzpotenzial von jeweils drei bis zehn Milliarden Dollar.
Nvidia bringt Asiens Tech-Aktien wieder auf Kurs
Angeführt von Technologieaktien geht es an den Aktienmärkten in Ostasien teils steil nach oben. Für Zuversicht und Kauflaune sorgen über den Erwartungen ausgefallene Quartalszahlen von Nvidia. Dazu fiel der Ausblick des KI-Flaggschiffs über den kursierenden Schätzungen von Analysten aus. Die Geschäftszahlen waren mit großer Spannung erwartet worden, nachdem zuletzt wiederholt Zweifel über die Gewinnträchtigkeit von KI-Investitionen und Bedenken über eine KI-Blase aufgekommen waren und hoch bewertete Technologietitel belastet hatten. Für die Nvidia-Aktie ging es nachbörslich um 5 Prozent nach oben, die Futures auf die US-Aktienindizes liegen bis zu knapp 2 Prozent im Plus und deuten auf einen positiven Start an der Wall Street später am Tag hin.
In Tokio schießt der Nikkei-Index um 2,8 Prozent auf 49.898 Punkte nach oben, der Kospi in Seoul macht sogar einen Satz um 3,1 Prozent. An beiden Börsen war es allerdings am Dienstag auch zu Rücksetzern in ähnlicher Größenordnung gekommen. Deutlich weniger tut sich an den Börsen in Shanghai und Hongkong mit Gewinnen bis 0,4 Prozent. Im australischen Sydney ist der Handel mit einem Plus von 1,2 Prozent bereits beendet.
In Seoul verteuern sich die Kurse der Nvidia-Zulieferer SK Hynix und Samsung Electronics um 3,0 bzw. 6,2 Prozent, in Tokio geht es für die Halbleiteraktien Advantest um 8,3 und Tokyo Electron um 4,9 Prozent nach oben. Softbank verbessern sich nach den jüngst kräftigen Verlusten um 2,6 Prozent. Die Technologieholding hatte sich im Oktober vollständig von ihrer Beteiligung an Nvidia getrennt.
IWF warnt vor kriselnden Industriestaaten
Die 20 größten Volkswirtschaften der Welt werden nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) bis 2030 nur noch um 2,9 Prozent jährlich wachsen. Das ist das schwächste mittelfristige Wachstum seit der globalen Finanzkrise von 2009. Besonders schlecht fällt die Prognose für die Industriestaaten der G20 aus, zu denen auch Deutschland gehört: Sie sollen 2030 nur um 1,4 Prozent wachsen. In einem Bericht an die G20 warnte der IWF vor Gegenwind durch Protektionismus, politische Unsicherheit und alternde Bevölkerungen in den Industrieländern.
Für 2025 erwartet der IWF ein G20-Wachstum von 3,2 Prozent nach 3,3 Prozent im Vorjahr, das sich 2026 auf drei Prozent abschwächen soll. Die G20-Staatschefs treffen sich am Wochenende in Südafrika, allerdings ohne US-Präsident Donald Trump und Chinas Präsident Xi Jinping sowie die Staatschefs von Argentinien und Mexiko. Der IWF mahnte die Länder zur Zusammenarbeit beim Abbau von Handelsbarrieren und forderte klare und transparente handelspolitische Fahrpläne.
"Die KI-Geschichte ist immer noch stark"
Mit kräftig steigenden Kursen an Europas Börsen rechnen Händler. Die Erleichterung über starke Nvidia-Geschäftszahlen dürfte auch hierzulande die Börsen treiben. In Asien sind bislang besonders Technologiewerte wie TSMC, SK Hynix und Renesas mit Aufschlägen von 4 bis 6 Prozent gesucht. Ähnlich dürfte es auch mit europäischen Branchenwerten nach oben gehen. Einen marktbreiten Aufschwung erwarten Händler allerdings erst ab Mittag, falls die US-Arbeitsmarktdaten schwach ausfallen sollten. Dies erlaubte der US-Notenbank eine weitere Zinssenkung, die bislang noch offen ist. Die Terminkontrakte auf den Dax notieren am Morgen rund 170 Punkte höher.
"Die KI-Geschichte ist immer noch stark", sagt Jay Woods, Marktstratege von Freedom Capital Markets. Kritiker weisen allerdings auch nach den Nvidia-Zahlen daraufhin, gute Zahlen bei dem Chip-Produzenten bedeuteten noch lange nicht, dass auch ihre Kunden ihre Investitionen wieder einspielen würden. "Bisher gibt es noch fast jede KI-Anwendung umsonst, erst wenn alles kostenpflichtig ist, wird sich zeigen, wie hoch die Zahlungsbereitschaft auf Kundenseite wirklich ist", ergänzt ein Stratege.
Etwas im Fokus stehen daneben die Erzeugerpreise aus Deutschland für Oktober. In den USA werden noch diverse Daten nachgeholt wie die Frühindikatoren und Häuserverkäufe. Dazu gibt es weitere Kapitalmarkttage, so bei Siemens Energy und Renk.
Bayer erhält US-Zulassung für Lungenkrebsmedikament
Bayer hat von der US-Arzneimittelbehörde FDA die Zulassung für ein neues Lungenkrebsmedikament erhalten. Das Mittel mit dem Markennamen Hyrnuo sei für Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) zugelassen worden, bei denen Mutationen das HER2-Protein betreffen und deren Erkrankung trotz vorheriger Behandlungen fortgeschritten sei, teilte die FDA mit. Das oral einzunehmende Medikament gehört zur Klasse der Kinase-Hemmer, die das Wachstum von Krebszellen blockieren. Der monatliche Listenpreis für Hyrnuo liegt bei 24.000 Dollar.
Die Zulassung basiert auf Studien mit insgesamt 70 Patienten, die Hyrnuo nach vorherigen Krebsbehandlungen erhielten. Bei 71 Prozent von ihnen wirkte das Medikament - die Tumore schrumpften oder verschwanden.
"Nvidia liefert erneut eine Meisterklasse in KI-Dominanz"
Die asiatischen Börsen legen nach den besser als erwartet ausgefallenen Quartalszahlen des Chip-Riesen Nvidia kräftig zu. Der US-Konzern prognostizierte einen Quartalsumsatz deutlich über den Erwartungen der Wall Street und zerstreute damit Befürchtungen über eine Überbewertung im KI-Sektor. "Nvidia hat erneut eine Meisterklasse in KI-Dominanz geliefert", sagt Tony Sycamore, Marktanalyst bei IG in Sydney. Die technologielastigen Märkte in Japan, Südkorea und Taiwan führen die Rally an.
In Tokio legt der Nikkei-Index 3,1 Prozent auf 50.034,02 Punkte zu und der breiter gefasste Topix notiert 1,9 Prozent höher bei 3307,15 Zählern. Der südkoreanische Kospi springt 3,3 Prozent an. Chip-Zulieferer verzeichnen besonders starke Gewinne: TSMC steig um 4,3 Prozent, Samsung Electronics legt 5,1 Prozent zu. Der Shanghai Composite gewinnt 0,4 Prozent auf 3961,71 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen steig um 0,3 Prozent auf 4602,83 Punkte.
Yen und Dollar stehen im Fokus
Im asiatischen Devisenhandel gewinnt der Dollar 0,2 Prozent auf 157,39 Yen und legt leicht auf 7,1160 Yuan zu. Der Yen hat seit der Wahl von Premierministerin Sanae Takaichi mehr als sechs Prozent an Wert verloren. Zur Schweizer Währung notiert er 0,2 Prozent höher bei 0,8070 Franken. Parallel dazu fällt der Euro 0,2 Prozent auf 1,1511 Dollar. Der Dollar-Index, der die Stärke der US-Währung gegenüber sechs wichtigen Währungen misst, steigt um 0,2 Prozent auf 100,3.
Nvidia überrascht – KI-Spezialchips ausverkauft
Der reißende Absatz der neuesten Hochleistungsprozessoren für Künstliche Intelligenz (KI) hat Nvidia zu einem überraschend starken Quartalsergebnis verholfen. Der Umsatz sei im dritten Quartal um 62 Prozent auf 57 Milliarden Dollar gestiegen, teilte der weltgrößte Chipkonzern mit. Der Reingewinn habe ähnlich stark auf 31,91 Milliarden Dollar zugelegt.
"Die Verkaufszahlen für Blackwell-Chips sind unglaublich hoch", sagte Konzernchef Jensen Huang. Prozessoren für Rechenzentren seien ausverkauft. "Der Bedarf an Rechenleistung wächst exponentiell." Für das Schlussquartal 2025 stellte Huang Erlöse von 65 Milliarden Dollar, plus/minus zwei Prozent, in Aussicht. Die Aktien von Nvidia stiegen daraufhin im nachbörslichen Geschäft der Wall Street um zwei Prozent.
China tastet Leitzins nicht an
Die chinesische Zentralbank hat ihre Geldpolitik nicht gelockert. Sie beließ den einjährigen Leitzins (LPR) bei 3,0 Prozent. Der fünfjährige Leitzins wurde bei 3,50 Prozent belassen. Ökonomen hatten dies so erwartet. Die meisten neuen und ausstehenden Verbraucherkredite in China basieren auf dem einjährigen LPR, während der Fünfjahressatz die Höhe der Hypothekenzinsen beeinflusst.
Nach einer Reihe schwacher Konjunkturdaten hat der Druck auf die Regierung zugenommen, die Wirtschaft stärker anzuschieben. "Eine Senkung des Leitzinses wäre hilfreich, aber es scheint im Moment keine hohe Kreditnachfrage in der Wirtschaft zu geben", sagte Analyst Jeremy Zook von Fitch Ratings. "Die politische Verantwortung liegt eher auf der fiskalischen Seite." Damit könne die Wirtschaft effektiver gestützt werden.
Erst Bodenbildung, dann Jahresendrally …
Mit einem Stabilisierungsversuch hat der Dax zur Wochenmitte aufgewartet und am Ende mit einem Stand von 23.163 Punkten kaum verändert geschlossen. Am Dienstag war er nur knapp über der 23.100er-Marke aus dem Handel gegangen. Marktteilnehmern zufolge hat die Dynamik der Gewinnmitnahmen spürbar nachgelassen. Ob sich die Börsianer nun aber auf eine Jahresendrally einstellen können, bleibt noch abzuwarten.
Kursimpulse könnten heute sowohl von Konjunktur- als auch Unternehmensseite kommen. So stellt sich etwa der Energietechnikkonzern Siemens Energy sich eine Woche nach der Vorlage der Bilanz 2025 den Fragen der Experten. Vorstandschef Christian Bruch hatte angekündigt, auf dem Capital Market Day noch mehr in die Tiefe der Geschäfte zu gehen. Zudem wird erwartet, dass er weitere Details zu den Mittelfristzielen des Konzerns sagen wird. Dank des weltweit steigenden Stromverbrauchs und der zunehmenden Elektrifizierung rennen die Kunden dem Hersteller von Gas- und Windturbinen die Türen ein.
Am Nachmittag will dann die US-Regierung erstmals nach dem Ende ihres Shutdowns neue Arbeitsmarktdaten veröffentlichen. Für September erwarten Ökonomen einen Stellenzuwachs von 50.000, nach 22.000 im Vormonat. Die Arbeitslosenquote dürfte bei 4,3 Prozent verharren. Die Arbeitsmarktdaten entscheiden neben der Inflationsentwicklung darüber, ob die Notenbank Fed ihren Leitzins im Dezember nochmals senken wird.