Mittwoch, 11. November 2020Der Börsen-Tag

17:40 Uhr

"Gefährliche Stimmung an der Börse": Dax baut Wochengewinn aus

Das Thema Corona-Impfstoff beschäftigt die Anleger am deutschen Aktienmarkt auch zur Wochenmitte noch. Allerdings ebbt die Euphorie immer mehr ab, es kehrt etwas Ruhe ein. Der Dax gewinnt zwar erneut hinzu, der Aufschlag liegt mit 0,4 Prozent in etwa auf dem Niveau vom Dienstag. Mit einem Stand von 13.216 Punkten verabschiedet sich der Dax in den Feierabend. Die Handelsspanne beträgt knapp 100 Punkte, am Montag hatte er noch binnen 30 Minuten einen 500-Punkte-Kurssprung auf das Parkett gezaubert. Das bisherige Wochenplus baut er damit auf fast sechs Prozent aus.

Dax
Dax 13.212,66

ntv-Börsenexperte Raimund Brichta macht eine "gefährliche Situation an den Börsen" aus: Vor zwei Wochen sei die Lage an den Märkten angesichts der damals rasant steigenden Corona-Infektionszahlen schlecht gewesen. "Der Dax verliert 1500 Punkte", so Brichta. Diese Scharte habe der Leitindex binnen kurzer Zeit ausgewetzt. "Nun reden alle von Jahresendrally", sagt Brichta, der kurzfristig aber mit einem Rücksetzer rechnet:

Bei den Einzelwerten warteten Eon und Conti mit Zahlen auf. Die Gewinnerliste führen am Handelsende aber Immobilienwerte wie Deutsche Wohnen und Vonovia mit Aufschlägen von mehr als vier Prozent an. Einer der großen Gewinner der bisherigen Handelswoche, MTU, gehört am Mittwoch zu den größten Verlierern.

17:20 Uhr

Dividendenrendite spricht für Öl-Aktien

Der Energie-Sektor steht erneut auf der Gewinnerseite, der Stoxx-Sektor der Öl- und Gaswerte steigt rund ein Prozent. Der Ölpreis klettert zeitweise auf den höchsten Stand seit zwei Monaten, und die Perspektiven werden angesichts sinkender Öllagerbestände und steigender Nachfrage bei einem Pandemie-Ende als gut bezeichnet.

Daneben spricht laut Marktteilnehmern auch die Dividendenrendite für die Branche: Mit durchschnittlich sechs Prozent liege sie deutlich über dem Durchschnitt, heißt es bei Goldman Sachs. Mit Blick auf Brent rechnet das Haus auf Sicht von zwölf Monaten mit einem Preisanstieg auf 63 Dollar je Barrel.

17:01 Uhr

Impfstoff-Nachricht löst billionenschwere Börsengeschäfte aus

An den weltweiten Börsen haben die Impfstoff-Hoffnungen in dieser Woche zu billionenschweren Handelsumsätzen geführt. Die Nachricht, dass der in der Entwicklung befindliche Impfstoff der Mainzer Firma Biontech und ihres US-Partners Pfizer das Risiko einer Corona-Infektion um 90 Prozent verringere, hatte am Montag ein Kursfeuerwerk ausgelöst. Einer Analyse von Reuters zufolge belief sich das Handelsvolumen auf fast zwei Billionen Dollar. Damit gehörte der Montag zu den geschäftigsten Handelstagen seit März, als die Angst vor den Folgen der Pandemie die Finanzmärkte erschüttert hatte.

Investoren setzten bei Aktien, Devisen und Anleihen auf risikoreichere Anlagen. Im Gegenzug zogen sie sich aus sicheren Häfen wie Technologieaktien, hoch bewerteten Bonds und dem japanischen Yen zurück.

In den besonders stark unter der Pandemie leidenden Sektoren Reise/Tourismus und Banken schossen die Handelsumsätze und Kurse nach oben. Investoren, die auf fallende Kurse gewettet hatten, mussten sich angesichts des steilen Anstieges mit Aktien eindecken und teils schwere Verluste hinnehmen. Allein am Montag verloren diese sogenannten Short-Seller in diesen beiden Sektoren dem Datenanbieter Ortex Analytics zufolge mehr als 500 Millionen Dollar.

16:30 Uhr

Impfstoff-Euphorie treibt Deutsche Bank

Die Deutsche Bank rechnet mit einem erneut guten Quartal im Kapitalmarktgeschäft. Die überraschende Ankündigung von Pfizer, demnächst in den USA einen Zulassungsantrag für einen Coronavirus-Impfstoff zu stellen, habe für massiv gestiegene Handelsgeschäfte am gesamten Markt gesorgt, sagt die US-Chefin des Geldhauses, Christiana Riley. "Es besteht die Hoffnung, dass ein Wendepunkt in dieser Pandemie erreicht ist." Auch die Klarheit darüber, wer neuer Präsident der USA werde, führe dazu, dass das Geschehen an den Kapitalmärkten zunehme. "Allerdings machen ein paar Tage noch kein ganzes Quartal", räumt sie ein.

Das Investmentbanking der Deutschen Bank war in den vergangenen Quartalen trotz der Einschnitte, die die Bank in manchen Bereichen vorgenommen hat, eine wesentliche Säule. Auf globale Sicht sei das Ziel der Deutschen Bank nach wie vor ein ausbalancierteres Geschäftsmodell mit einem großen Fokus auf Privat- und Firmenkunden. Für die Amerika-Tochter bleibe das Investmentbanking jedoch wesentlicher Geschäftstreiber.

16:08 Uhr

Zuversicht und Warnungen: Wall Street-Kurse klettert weiter

Zur Wochenmitte machen die US-Börsen im frühen Handel erneut Boden gut. Der Dow-Jones-Index steigt 0,2 Prozent auf 29.476 Punkte. Der S&P-500 legt 0,6 Prozent zu. Besonders deutlich fällt die Erholungsbewegung bei den zuletzt von Gewinnmitnahmen betroffenen Technologiewerten aus: Die Nasdaq-Indizes klettern gut ein Prozent. Wegen des Feiertags "Veterans Day" in den USA dürfte der Aktienhandel jedoch recht ruhig verlaufen. Der Anleihemarkt bleibt am Mittwoch geschlossen.

Aktuell setze sich unter den Anlegern die Überzeugung durch, dass bald ein Corona-Impfstoff zur Verfügung stehen werde und die Wirtschaft sich rasch erholen könne, sagt ein Marktteilnehmer. Allerdings gebe es auch Stimmen, die warnten, dass noch viele Hindernisse zu überwinden seien, ehe ein Impfstoff für die breite Masse der Bevölkerung verfügbar sei. Daneben herrsche nach wie vor Unsicherheit bezüglich eines neuen US-Konjunkturpakets.

"Wir sind wieder im Plus", kommentiert ntv-Börsenkorrespondent Markus Koch. Er verweist auf eine Studie von Goldman Sachs: "Die Analysten glauben, dass dieser Bullenmarkt an der Wall Street wesentlich länger laufen wird, als viele bislang denken. Goldman Sachs ist da sehr optimistisch."

15:40 Uhr

Corona-Impfstoff: Moderna-Studiendaten kommen

Der US-Biotechkonzern Moderna sieht sich auf Kurs, noch in diesem Monat Daten aus der entscheidenden Studie mit seinem Corona-Impfstoff zu veröffentlichen. Im Dezember könnte dann in den USA eine Notfallgenehmigung beantragt werden. Vorstandschef Stephane Bancel sagt, die US-Gesundheitsbehörde FDA habe eine Wirksamkeit von 50 Prozent als Mindestwert für eine mögliche Zulassung festgelegt, und er sei noch nicht sicher, wie wirksam der Moderna-Impfstoff sein könnte. Biontech und Pfizer hatten am Montag als weltweit erste Unternehmen positive Ergebnisse aus der entscheidenden Studie mit einem Corona-Impfstoff verkündet. Demnach bot ihre Impfung einen mehr als 90-prozentigen Schutz.

Moderna Inc.
Moderna Inc. 84,50

15:02 Uhr

BAE Systems gesucht

Die Aktien von BAE Systems reagieren mit Aufschlägen von rund zwei Prozent auf den Zwischenbericht. Der Konzern hat die Ziele leicht angehoben. Die Erhöhung ist laut Citigroup auf eine bessere operative Entwicklung und niedrigere Steuerquote zurückzuführen. Den nächsten Impuls in der Aktie könnte nun der Investorentag am Donnerstag setzen. Dort dürfte die Verbesserung des Cashflow im Blick stehen.

14:46 Uhr

Wirtschaftsweise rechnen im Winter mit Stagnation

Die Wirtschaftsweisen trauen der Konjunktur in Deutschland nach der Corona-Rezession für 2021 wieder deutliches Wachstum zu. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde dann um 3,7 Prozent zulegen, erklärten die fünf Ökonomen in ihrem Gutachten für die Bundesregierung. Für 2020 erwarten die Sachverständigen nur einen Einbruch von 5,1 Prozent, nachdem sie im Juni noch ein Minus von 6,5 Prozent prognostiziert hatten.

Wegen der steigenden Infektionszahlen sehen die Experten aber immer noch viele Risiken. "Die Corona-Krise ist noch nicht bewältigt", sagt der Vorsitzende des Sachverständigenrates, Lars Feld. "Durch die stark steigenden Infektionszahlen bleibt die wirtschaftliche Lage fragil." Für die weitere Entwicklung sei entscheidend, wie die Pandemie eingedämmt werden könne und wie sich die Wirtschaft im Ausland entwickele.

14:27 Uhr

Credit Suisse liebäugelt mit Zukäufen

Die Credit Suisse peilt im Geschäft mit vermögenden Privatkunden Übernahmen an. "Unsere Strategie basiert in erster Linie auf organischem Wachstum und nicht auf anorganischem Wachstum", sagt Konzernchef Thomas Gottstein. "Aber wir sind auch immer offen und opportunistisch, Akquisitionsmöglichkeiten zu prüfen, insbesondere im Private Banking." Kern der Strategie sei es indes, die Eigenkapitalrendite weiter zu verbessern. Zum Geschäftsverlauf im kommenden Jahr äußerte sich Gottstein optimistisch.

14:08 Uhr

"Durchbruch": Konkurrent lobt Biontech-Impfstoff

Der Chef des Schweizer Pharmakonzerns Roche, Severin Schwan, hat sich vom Coronavirus-Impfstoffkandidaten der Unternehmen Biontech und Pfizer beeindruckt gezeigt. Angesichts der Wirkung in klinischen Tests eröffne sich die Chance, rasch Impfstoffe in großer Menge bereitzustellen, sagt Schwan. "Der große Vorteil ist, und in dem Sinn ist das schon ein Durchbruch: Diese mRNA-Abschnitte, wenn sie das einmal definiert haben und wenn sie gezeigt haben, dass genau der mRNA-Abschnitt funktioniert, können sie das unglaublich schnell vervielfältigen", merkt der Manager an.

Traditionelle Impfstoffe seien in der Herstellung teuer und zeitaufwendig. "Es ist ein eleganter Mechanismus, aber es ist dann vor allem in der Produktion viel, viel einfacher als die traditionellen Wirkstoffe", erklärte Schwan. "Und von da her muss man schon sagen: Das ist wirklich beeindruckend, dass diese Technologie zu greifen scheint."

13:49 Uhr

Euro gerät wegen Lagarde-Rede unter Druck

Der Euro gibt leicht nach und sinkt unter die Marke von 1,18 Dollar. Aktuell verliert die Gemeinschaftswährung 0,3 Prozent auf 1,1789 Dollar. Im Handel wird auf die anstehende Rede von EZB-Präsidentin Christine Lagarde auf einem virtuellen Forum der Europäischen Zentralbank (EZB) verwiesen. "Derzeit scheint der sehr vorsichtige Tonfall von Frau Lagarde zur Norm zu werden und eine bloße Bekräftigung des taubenhaften Zungenschlages dürfte den Euro nicht signifikant bewegen - weitere Stimuli ab Dezember sind vollständig eingepreist", sagt Devisenstratege Francesco Pesole von ING. Einlassungen über die Euro-Stärke oder über die Auswirkungen eines möglichen Coronavirus-Impfstoffes dürften mehr Marktreaktionen nach sich ziehen.

13:35 Uhr

Siebter Monat in Folge: Autoverkäufe in China klettern weiter

Die Erholung der Autobranche in China setzt sich fort. Im Oktober stiegen die Fahrzeugverkäufe im Vergleich zum Vorjahresmonat um 12,5 Prozent. Das ist der siebte monatliche Zuwachs in Folge. Wie die Daten des chinesischen Automobilherstellerverbandes CAAM (China Association of Automobile Manufacturers) zeigten, wurden im vergangenen Monat 2,57 Millionen Fahrzeuge abgesetzt. Die Verkäufe von Pkws stiegen um neun Prozent, wobei einige Autohersteller, darunter Toyota, zweistellige Zuwachsraten verzeichneten. Bei den Nutzfahrzeugen, die etwa ein Viertel des Gesamtmarktes ausmachen, betrug das Plus 30 Prozent. Der Absatz von E-Autos wuchs um 105 Prozent auf 160.000.

13:11 Uhr

Covid kostet Weltwirtschaft 12.000.000.000.000 Dollar

Der Rückversicherer Swiss Re erwartet im laufenden und im kommenden Jahr schwere Beeinträchtigungen der Weltkonjunktur durch die Coronavirus-Krise. "Wir gehen davon aus, dass die Leistungseinbuße in diesen zwei Jahren weltweit zwölf Billionen Dollar betragen wird", sagt Konzernchef Christian Mumenthaler. Die Versicherer könnten das nicht auffangen, denn ihre Bilanzen machten nur einen kleinen Bruchteil dieser Summe aus.

Die Branche habe die Pandemie insgesamt gut bewältigt, weil sie mit viel Kapital in die Krise gegangen sei. Zudem sei ihr das Risiko bewusst gewesen. Mumenthaler hält den für die Branche erwarteten Gesamtschaden von 50 bis 80 Milliarden Dollar für überschaubar. Denn die Schäden durch Naturkatastrophen hätten sich alleine 2017 auf mehr als 140 Milliarden Dollar belaufen. Was in der Krise nicht gut funktioniert habe, sei ein Verständnis für den Umfang der Schäden, die durch Versicherungen gedeckt seien. "Eine Pandemie, und das weiß die Versicherungswirtschaft, ist kein Risiko, das man decken kann."

12:36 Uhr

Bis zu 5910 Euro? Weihnachtsgeld steigt trotz Corona-Krise

Fast neun von zehn Tarifbeschäftigten in Deutschland können sich in diesem Jahr auf ein Weihnachtsgeld freuen. Trotz Corona-Krise erhalten 87,4 Prozent diese Sonderzahlung, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. 2019 war der Anteil mit 86,9 Prozent etwas geringer. "Corona-bedingte Aufkündigungen von tarifvertraglich vereinbartem Weihnachtsgeld sind anhand der uns vorliegenden Informationen bislang nicht zu erkennen", erklärte das Statistikamt. Auch die Höhe des Weihnachtsgeldes steigt, und zwar um 1,1 Prozent auf durchschnittlich 2661 Euro brutto.

Allerdings fällt die Zahlung in den einzelnen Branchen sehr unterschiedlich aus. Tarifbeschäftigte im Bereich "Gewinnung von Erdöl und Erdgas" bekommen im Schnitt 5910 Euro. Auch Rundfunkveranstalter (5509 Euro) und Energieversorger (4991 Euro) zahlen viel. Das geringste Weihnachtsgeld erhalten die Tarifbeschäftigten im Bereich "Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften". Hier werden durchschnittlich 364 Euro an 99,0 Prozent der Tarifbeschäftigten gezahlt. Auch im Bereich "Landwirtschaft, Jagd und damit verbundene Tätigkeiten" fällt die Sonderzahlung mit 493 Euro vergleichsweise gering aus.

12:15 Uhr

Gewinnmitnahmen drücken Lufthansa und Fraport

Anleger machen im Tourismus- und Reisesektor Kasse. Fraport und Lufthansa fallen zeitweise um mehr als fünf Prozent und pendeln sich dann bei einem Abschlag von etwa 2,5 Prozent ein. Auf Wochensicht steht bei den Aktien aber noch ein Plus von rund 40 beziehungsweise etwa 25 Prozent. Die Hoffnung, dass die Pandemie mittels eines effektiven Impfstoffes bald einigermaßen unter Kontrolle gebracht werden kann, hatte einen Ansturm auf die Titel ausgelöst. Der europäische Reisesektor hat seit Jahresbeginn rund 25 Prozent verloren.

 

11:46 Uhr

Delivery-Hero-Chef verkauft Aktien

Der Chef und Mitgründer des Essenslieferdienstes Delivery Hero, Niklas Östberg, hat Firmenaktien im Wert von rund sieben Millionen Euro veräußert. Das Unternehmen teilt mit, der bereits am Freitag erfolgte Verkauf habe keine Auswirkungen auf Östbergs Engagement oder seinen Glauben an das Unternehmen. Östberg, der zusammen mit SAP-Chef Christian Klein zu den jüngsten Vorstandsvorsitzenden im deutschen Leitindex gehört, habe in der Vergangenheit viele Mittel in die Gründung und das Wachstum der Firma gesteckt.

Delivery Hero ist seit 24. August im Dax gelistet und hat seither rund 14 Prozent an Marktwert gewonnen. Östberg verkaufte seine Anteilsscheine zu 111,10 Euro. Aktuell kosten die Papiere 107,60 Euro, etwa 0,5 Prozent mehr als am Dienstag. Das Allzeithoch liegt im Bereich um 117 Euro.

Delivery Hero
Delivery Hero 98,48

11:23 Uhr

"Nice to have": Dax schielt Richtung Allzeithoch

Am deutschen Aktienmarkt gelingt es dem Dax im Mittwochshandel, seine morgendlichen Gewinne bis zum Mittag zu stabilisieren. Der Leitindex notiert 0,4 Prozent im Plus bei 13.218 Punkten. Bis zum Allzeithoch von 13.795 Zählern ist es zwar noch ein Stück an Weg, die vergangenen Handelstage haben aber gezeigt, dass es mit großen Kurssprüngen schnell gehen kann. Allein in der bisherigen Handelswoche summieren sich die Dax-Gewinne auf etwa sechs Prozent.

Im Blick haben die Anleger nach wie vor das Thema Corona-Krise. Die Impfstoff-Hoffnungen stützen nach wie vor, zudem stehen Quartalsberichte im Fokus. Der Konjunkturausblick der Wirtschaftsweisen ist dagegen nur eine Randnotiz. "Nice to have", sagt ntv-Börsenkorrespondent Frank Meyer. "Zahlenspielereien", sagt er mit Blick auf die wohl besseren Zahlen des Wirtschaftsgutachtens. "Insgesamt geht es am Markt mit gebremsten Schaum weiter aufwärts."

11:00 Uhr

Bechtle erhöht Ausblick, Anleger reagieren

Keine größere Überraschung sieht ein Marktteilnehmer in dem erhöhten Ausblick von Bechtle. "Der IT-Bereich ist der Gewinner der Pandemie", meint er. Von daher sei der bisherige Ausblick vorsichtig gewesen. Bechtle erwartet nun ein Umsatzplus von 5 bis 10 statt von mindestens 5 Prozent und ein Anstieg des Vorsteuergewinns von über 10 statt von mindestens 5 Prozent. Die Aktien klettern fast zwölf Prozent.

Bechtle
Bechtle 180,50

10:19 Uhr

Minus 64 Prozent: Toshiba-Ergebnis bricht weg

Der japanische Mischkonzern Toshiba leidet unter den Folgen des weltweiten Wirtschaftseinbruchs durch die Corona-Krise. Der Betriebsgewinn brach im abgelaufenen Quartal zu Ende September um 64 Prozent auf 15,75 Milliarden Yen - umgerechnet knapp 127 Millionen Euro - ein, wie Toshiba mitteilt. Analysten hatten im Schnitt deutlich mehr erwartet. Trotzdem hielt der Konzern, der sich langsam vom Aus für sein Kernkraftgeschäft in den USA 2017 erholt, an der Jahresprognose fest. Toshiba kündigte an, künftig stärker in Erneuerbare Energien, Quantenkryptografie und Medizin zu expandieren.

09:59 Uhr

Ölpreise klettern: Starker Anstieg seit Monatsbeginn

Die Ölpreise legen weiter zu. Als wichtigster Preistreiber gilt die Aussicht auf einen wirksamen Corona-Impfstoff mit der Hoffnung auf eine stärkere konjunkturelle Belebung und eine damit verbundene höhere Nachfrage nach Rohöl. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostet 44,63 Dollar. Das sind rund 2,5 Prozent mehr als am Dienstag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) steigt fast drei Prozent auf 42,42 Dollar.

Seit Anfang November hat sich Rohöl aus den USA um mittlerweile etwa 25 Prozent und Rohöl aus der Nordsee um rund 23 Prozent verteuert. Aktuell liegen beide Preise nur noch knapp unter ihrem August-Hoch nach dem Corona-Crash im Frühjahr, aber dennoch weiter deutlich unter dem Stand von Ende 2019. Den stärksten Preisschub gab es in diesem Monat zum Wochenauftakt, als bekannt wurde, dass der vom Mainzer Unternehmen Biontech und vom US-Konzern Pfizer gemeinsam entwickelte Corona-Impfstoff über eine hohe Wirksamkeit verfügen soll.

Gestützt werden die Ölpreise aber auch durch die jüngste Entwicklung der Ölreserven in den USA. Am Dienstagabend war bekannt geworden, dass der Interessenverband American Petroleum Institute (API) in der vergangenen Woche einen Rückgang der Lagerbestände an Rohöl in den USA um 5,15 Millionen Barrel verzeichnet hat. Sinkende Ölreserven haben in der Regel steigende Ölpreise zur Folge. Am Donnerstag werden die offiziellen Daten der US-Regierung zur Entwicklung der Ölreserven erwarten.

09:20 Uhr

Nikkei gelingt historischer Coup

Die Impfstoff-Euphorie hat die Kurse in Tokio am Mittwoch den siebten Tag in Folge nach oben getrieben. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index legte 1,8 Prozent auf 25.349 Punkte zu und markierte damit ein 29-Jahreshoch. Der breiter gefasste Topix-Index stieg um 1,7 Prozent. Zu den größten Gewinnern gehörten Versicherer und Banken, die von anziehenden Anleiherenditen profitierten. Die Nachricht, dass das Mittel der Mainzer Firma Biontech und ihres US-Partners Pfizer das Risiko einer Corona-Infektion um 90 Prozent verringert, beflügelt seit Montag die Aktienmärkte weltweit. In China traten die Anleger zur Wochenmitte hingegen auf die Bremse.

Nikkei
Nikkei 26.165,59

Die Börse in Shanghai zeigte sich ein halbes Prozent schwächer. Analysten verwiesen darauf, dass die Märkte in China stark von der Kursentwicklung bei Techwerten abhängig sind. "Ein Rotationsthema bleibt an den Aktienmärkten offensichtlich", sagte Rodrigo Catril, Anlagestratege bei der National Australia Bank. "Große Tech-Anbieter, die von unserer virusbedingten Verhaltensänderung profitiert haben, fallen jetzt in Ungnade, während Small-Cap-Aktien und diejenigen, die am stärksten von Einschränkungen durch die sozialen Abstandsregeln betroffen waren, eine Outperformance erzielten."

09:05 Uhr

Dax-Rally stößt auf charttechnische Probleme

Der Aufwärtstrend der beiden vergangenen Tage am deutschen Aktienmarkt setzt sich auch zur Wochenmitte fort. Nachdem der Dax bislang 5,4 Prozent zulegen konnte, startet er mit einem Aufschlag von 0,4 Prozent und 13.213 Punkten. Positive Vorgaben aus Asien und vor allem von der Wall Street stützen die Kurse. Das Hauptthema am Markt ist nach wie vor die Aussicht auf einen baldigen Corona-Impfstoff.

"Man hatte das nicht auf der Agenda, dass es so schnell geht mit einem möglichen Impfstoff", kommentiert ntv-Börsenkorrespondent Frank Meyer. "Ein Leben ohne Corona scheint plötzlich wieder möglich." Allerdings verweist Meyer auf charttechnisches Ungemach: Bei 13.300 Punkten warte ein Widerstand.

08:52 Uhr

Trotz Corona-Krise: Conti peilt schwarze Zahlen an

Continental
Continental 115,25

Der Autozulieferer Continental traut sich erstmals seit dem Lockdown im Frühjahr einen Ausblick zu. Der Umsatz werde bei rund 37,5 Milliarden Euro liegen, die bereinigte operative Rendite (Ebit-Marge) bei rund drei Prozent, erklärte der Dax-Konzern in einer Ad-hoc-Mitteilung. Im vergangenen Jahr hatte Conti bei einem Umsatz von 44,5 Milliarden Euro eine Rendite von 7,4 Prozent eingefahren.

Der weltweit drittgrößte Autozulieferer war im dritten Quartal tief in die roten Zahlen gefahren, weil Kosten für den Konzernumbau, Werksschließungen und den damit verbundenen Personalabbau die Bilanz belasten. Bereinigt um Sondereffekte lief es dagegen besser, wie Conti bereits Ende Oktober auf Basis vorläufiger Zahlen mitgeteilt hatte. Conti hatte Anfang April wegen der Corona-Krise Zehntausende Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt und den Ausblick kassiert.

08:24 Uhr

Corona-Impfstoff, Brexit-Deal, Bilanzen: Endet die Euphorie-Welle im Dax?

Dax
Dax 13.214,60

In Erwartung einer neuen Welle von Firmenbilanzen wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge höher starten. Am Dienstag hatte er ein halbes Prozent im Plus bei 13.163,11 Punkten geschlossen. Börsianern zufolge sind Investoren nach den ermutigenden Nachrichten zu Fortschritten bei der Entwicklung eines Coronavirus-Impfstoffs immer noch dabei, sich zu sortieren. "Noch ist es verfrüht, Corona zu den Akten zu legen", warnte Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch. "Bis ein Impfstoff in ausreichender Menge zur Verfügung steht und eine flächendeckende Immunisierung erreicht ist, wird es noch dauern. Auch ist nicht zu erwarten, dass die Zentralbanken nun zu einer halbwegs normalen Geldpolitik zurückkehren."

Vor diesem Hintergrund werden Anleger Aussagen der EZB-Führungsriege im Rahmen eines Online-Forums der Notenbank genau verfolgen. Parallel dazu öffnen zahlreiche Unternehmen ihre Bücher. Aus dem Dax sind der Versorger Eon und der Autozulieferer Continental mit von der Partie. Mit einem Auge schielen Börsianer zudem auf die Brexit-Verhandlungen. Nach den jüngsten ermutigenden Äußerungen hoffen sie, dass sich Großbritannien und die EU in letzter Minute noch auf ein Freihandelsabkommen einigen.

07:57 Uhr

Lufthansa findet neuen Finanzchef bei Schweizer Schoko-Konzern

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Remco Steenbergen hat einen Vertrag bis Ende 2023.

(Foto: Lufthansa)

Die Lufthansa hat einen neuen Finanzchef gefunden. Remco Steenbergen, derzeit Finanzchef des Schweizer Schokoladen-Konzerns Barry Callebaut, wechselt zum 1. Januar 2021 nach Frankfurt am Main, wie die beiden Konzerne bekannt gaben. Das Finanzressort der Lufthansa wird nach dem Ausscheiden von Ulrik Svensson und Thorsten Dirks aktuell von Konzernchef Carsten Spohr geführt. Steenbergen ist seit drei Jahren Finanzchef von Barry Callebaut. Vor seinem Wechsel zu dem Schweizer Schokoladen-Konzern war der 52-jährige Niederländer für Philips und KPMG tätig.

Steenbergen bringe exzellente Finanzexpertise aus verschiedenen Unternehmen und Branchen mit, sagte Lufthansa-Aufsichtsratschef Karl-Ludwig Kley. "Gerade jetzt, in dieser schwierigen Pandemie mit ihren gravierenden Folgen für den Luftverkehr, ist ein international erfahrener und anerkannter CFO für die Lufthansa Group wichtiger denn je. Das gilt sowohl für die Bewältigung der aktuellen Krise als auch für die folgenden Jahre, in denen wir die staatlichen Stabilisierungsmittel zurückführen müssen und wollen." Steenbergen erhalte einen Vertrag mit einer Laufzeit von drei Jahren bis zum 31. Dezember 2023.

07:38 Uhr

Virus und Witterung setzen Eon zu - Prognose dennoch bestätigt

Eon
Eon 9,00

Der nach der Innogy-Übernahme voll konsolidierte Energiekonzern Eon hat infolge der Corona-Krise weniger verdient, seinen Ausblick für das Jahr aber dennoch bestätigt. Wie erwartet, sank das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) in den ersten neun Monaten um rund 300 Millionen Euro auf 2,7 Milliarden Euro. Der bereinigte Konzernüberschuss sank auf 1,089 Milliarden Euro von rund 1,3 Milliarden Euro im Vorjahr. Der Rückgang sei überwiegend auf die Belastungen durch die Covid-19-Pandemie und die außergewöhnlich warme Witterung Anfang des Jahres zurückzuführen, erklärte das Dax-Unternehmen. Rund die Hälfte der Ergebnis-Effekte aus Covid-19 entfielen demnach auf das regulierte Netzgeschäft. Die Eon SE geht davon aus, dass der Großteil dieser Effekte erst wieder zwischen 2022 und 2024 aufgeholt werden kann.

Infolge des RWE-Eon-Deals und der Innogy-Übernahme stieg der Umsatz des Konzerns dagegen um 85 Prozent auf 43,314 Milliarden Euro an. Die Vorjahreszahl enthält auch den bis zum 18. September 2019 nicht fortgeführten Geschäftsbereich im Segment Erneuerbare Energien. So gerechnet, sank der auf die Eon-Gesellschafter entfallene Konzernüberschuss von 2,101 Milliarden Euro auf 1,002 Milliarden Euro (minus 52 Prozent). Eon geht für das Geschäftsjahr 2020 weiterhin von einem bereinigten EBIT zwischen 3,6 und 3,8 Milliarden Euro und einem bereinigten Konzernüberschuss von 1,5 bis 1,7 Milliarden Euro aus.

07:25 Uhr

Eurokurs hält sich - Warten auf EZB-Konferenz

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,19

Der Kurs des Euro bewegt sich nur wenig. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1821 US-Dollar gehandelt und damit etwa auf dem gleichen Niveau wie am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Dienstagnachmittag auf 1,1808 Dollar festgesetzt. Marktbeobachter sprachen von einem impulsarmen Handel am Devisenmarkt. Im Tagesverlauf werden in der Eurozone und auch in den USA keine wichtigen Konjunkturdaten veröffentlicht, an denen sich die Anleger orientieren könnten.

Am Nachmittag dürfte sich das Interesse der Anleger auf den Beginn einer zweitägigen Konferenz der Europäischen Zentralbank (EZB) richten. Wegen der Corona-Pandemie wird das Treffen als Online-Veranstaltung stattfinden und nicht wie gewöhnlich im portugiesischen Sintra. Die Notenbank hatte zuletzt klare Signale für weitere geldpolitische Maßnahmen im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise gesendet, die im Dezember erwartet werden. Am Markt wird vor allem mit einem erneuten Aufstocken des Krisen-Kaufprogramms PEPP gerechnet.

06:57 Uhr

Alibaba verbucht Rekord bei "Singles Day": 583.000 Bestellungen pro Sekunde

Alibaba
Alibaba 234,00

Chinas Online-Riese Alibaba hat während der größten Rabattschlacht der Welt einen Verkaufsrekord erzielt. Wie der Konzern eine halbe Stunde nach dem offiziellen Start in einem Zwischenstand mitteilte, verkaufte er im Rahmen des "Singles Day" Waren im Wert von umgerechnet 372,3 Milliarden Yuan (etwa 47,7 Milliarden Euro). Anders als in den Vorjahren lockte Alibaba Kunden dieses Mal allerdings schon seit Anfang November mit Einkaufsfenstern und Sonderaktionen, die in das Ergebnis einfließen. Der Rekord ist deshalb nicht direkt mit dem Ergebnis des Vorjahres vergleichbar, als der Konzern 268,4 Milliarden Yuan umsetzte. Alibaba bietet nach eigenen Angaben mit zwei Millionen Produkten mehr als doppelt so viele Waren auf seinen Plattformen an wie im Vorjahr. In der Spitze seien 583.000 Bestellungen pro Sekunde abgegeben worden. Auch andere chinesische Handelsplattformen rechnen mit starken Verkäufen.

Der "Singles Day" am 11. November galt in China unter Studenten ursprünglich als eine Art Anti-Valentinstag für Alleinstehende, weil das Datum nur aus Einsen besteht. 2009 begann dann Alibaba, seinen Kunden an dem Tag für 24 Stunden hohe Preisnachlässe zu gewähren. Konkurrenten folgten dem Beispiel. Viele Kunden in China warten auf den "Singles Day" und schieben geplante Großanschaffungen bis dahin auf. Auch im vergangenen Jahr hatte der Tag den Onlinehändlern Verkaufsrekorde beschert.

06:28 Uhr

Impfstoff-Hoffnung eliminiert Sorgen an Asiens Märkten

Nikkei
Nikkei 26.165,59

Die Impfstoff-Euphorie der asiatischen Anleger hält weiter an. Steigende Infektionszahlen in Europa und den USA konnten die Hoffnung der Börsianer nicht trüben. "Ein Rotationsthema bleibt an den Aktienmärkten offensichtlich", sagte Rodrigo Catril, Anlagestratege bei der National Australia Bank. "Große Tech-Anbieter, die von unserer virusbedingten Verhaltensänderung profitiert haben, fallen jetzt in Ungnade, während Small-Cap-Aktien und diejenigen, die am stärksten von Einschränkungen durch sozialen Abstandsregeln betroffen waren, eine Outperformance erzielten."

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 1,8 Prozent höher bei 25.348 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index stieg um 1,5 Prozent und lag bei 1726 Punkten. Die Börse in Shanghai lag 0,1 Prozent im Plus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verlor 0,1 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans fiel um 0,6 Prozent. Im asiatischen Devisenhandel verlor der Dollar 0,1 Prozent auf 105,13 Yen und gab 0,3 Prozent auf 6,5960 Yuan nach. Zur Schweizer Währung notierte er 0,1 Prozent niedriger bei 0,9142 Franken. Parallel dazu stieg der Euro um 0,1 Prozent auf 1,1823 Dollar und zog um 0,1 Prozent auf 1,0814 Franken an. Das Pfund Sterling stagnierte bei 1,3266 Dollar.

06:15 Uhr

Schlagzeilen aus der Nacht