Donnerstag, 16. Juli 2020Der Börsen-Tag

Heute mit Diana Dittmer
17:42 Uhr

Dax sieht die 13.000 weiter nur von unten

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Sie starken US-Daten werden schlichtweg ignoriert. Dafür gibt es jedoch auch Gründe.

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Der deutsche Leitindex hat sich am Donnerstag zwar etwas aus dem Keller vorgerobbt, für ein Plus reichte es am Ende aber nicht.

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Weder die geldpolitische Entscheidung der EZB noch starke Wirtschaftsdaten aus den USA schafften es, größere Akzente zu setzen. Wie erwartet hat die EZB ihre Geldpolitik bestätigt und keine neuen Maßnahmen verkündet. Im Rahmen der Pressekonferenz erklärte EZB-Präsidentin Christine Lagarde, dass obgleich sich die wirtschaftliche Aktivität im Mai und Juni signifikant verbessert habe, reichlich geldpolitische Stimuli weiter notwendig seien. Der Ausblick für den Euroraum sei sehr unsicher.

Bessere US-Konjunkturdaten wurden derweil ignoriert. Sowohl der Philadelphia-Fed-Index sowie die US-Einzelhandelsumsätzen als auch die wöchentlichen Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe haben sich teils viel besser als erwartet entwickelt. Die Nicht-Reaktion könnte darauf zurückzuführen sein, dass Echtzeitdaten darauf hindeuten, dass sich die Wirtschaftszahlen bald wieder eintrüben werden. Auch sind die Daten aus Sicht der Börsen nicht unbedingt eine positive Nachricht, verringern sie doch die Dringlichkeit nach weiteren fiskal- und geldpolitischen Lockerungen.

Der Dax landete am Ende 0,4 Prozent niedriger bei 12.874 Punkten, für den Euro-Stoxx-50 geht es 0,3 Prozent nach unten. Der Weg zur Marke von 13.000 Punkten werde für den Dax beschwerlich, sagte David Iusow vom Brokerhaus DailyFX. "Die Berichtssaison läuft soweit im Rahmen der Erwartungen."

Bei den niedrig angesetzten Prognosen sei es nicht verwunderlich, dass manche Firmen besser als erwartet abschnitten, weswegen die Anleger verhalten reagierten. "Zudem achten Marktteilnehmer mehr auf die Prognosen und hier sieht es weiterhin nicht sehr gut aus für das zweite Halbjahr." Hinzu kommen die Spannungen zwischen den USA und China wegen des sogenannten Sicherheitsgesetzes für Hongkong und andere brisante Themen.

Zum Abschluss hier noch ein Beitrag der TV-Kollegen:

Das war der Börsen-Tag für heute. Ab jetzt halten Sie die Kollegen von der Spät- und Nachtschicht auf dem Laufenden. Schauen Sie also immer wieder vorbei. Morgenfrüh geht es an dieser Stelle munter weiter!

17:22 Uhr

Eurokurs nahe Viermonats-Hoch

Der Eurokurs legt in einem schwankungsanfälligen Handel unterm Strich zu. Am späten Nachmittag kostet die Gemeinschaftswährung 1,1440 US-Dollar. Damit rangiert sie in der Nähe des am Vortags erreichten viermonatigen Höchststands. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzt den Referenzkurs auf 1,1414 (Mittwoch: 1,1444) Dollar fest. Der Dollar kostet damit 0,8761 (0,8738) Euro.

Euro / US-Dollar
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Am Vormittag war der Eurokurs zunächst unter Druck geraten. Ausschlaggebend war ein festerer US-Dollar. Die amerikanische Währung profitierte als globale Reservewährung von der trüben Stimmung an den Aktienmärkten. Dort belasteten durchwachsene Konjunkturdaten, unter anderem aus China.

17:12 Uhr

Amerikaner stocken Angebot für Qiagen auf

Der US-Laborausrüster Thermo Fisher Scientific stockt sein Übernahmeangebot für Qiagen um 900 Millionen auf rund 11,3 Milliarden Euro auf. Die Amerikaner bieten für das deutsch-niederländische Biotech-Unternehmen nun 43 statt 39 Euro je Aktie. Damit will Thermo Fisher ein Scheitern der Übernahme vermeiden, das wegen des Widerstands mehrerer Qiagen-Aktionäre droht.

Qiagen
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"Die Kräfte in unserer Branche haben sich in den vergangenen Monaten deutlich geändert", sagte Thermo-Fisher-Chef Marc Casper mit Blick auf die Corona-Pandemie, die die Labor- und Diagnostik-Branche in den Fokus hatte rücken lassen. Die neue Offerte für Qiagen spiegele "den fairen Wert im gegenwärtigen Umfeld wider".

16:47 Uhr

US-Anleger machen Kasse - Zweifel an China-Zahlen

Konjunktursorgen setzen Wall Street zu. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 fallen im frühen Handel. Zwar stiegen die US-Einzelhandelsumsätze im Juni um überraschend starke 7,5 Prozent. Vor dem Hintergrund der wieder steigenden Coronavirus-Infektionen stelle sich aber die Frage, wie es weitergehe, sagte Michael Hans, Chef-Anleger des Vermögensverwalters Clarfeld Citizens. Schließlich liefen zum Monatsende Pandemie-Sonderhilfen für Selbstständige aus.

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Nachdenklich stimmten Investoren auch die Konjunkturdaten aus China. Dort wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwar um 3,2 Prozent. Die Einzelhandelsumsätze brachen dagegen den fünften Monat in Folge ein. "Wer an der Genauigkeit der BIP-Zahlen gezweifelt hatte, wird durch diese Zahlen in seiner Skepsis bestärkt", sagte Anlagestratege Michael Hewson vom Brokerhaus CMC Markets.

16:32 Uhr

Warren Buffet bekommt 643 Millionen Euro zurück

Eine Firma des Starinvestors hat vor drei Jahren eine deutsche Gießereifirma für 800 Millionen Euro übernommen. Wie nun ein Bezirksgericht in New York feststellt, war der Preis extrem überhöht.

Berkshire Hathaway
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Laut dem Urteil des Schiedsgerichts muss die Holding von Wolfgang Schulz in Krefeld deshalb 643 Millionen Euro an den Gießereikonzern aus dem Imperium von US-Investorenlegende Warren Buffet, Precision Castparts, zurückzahlen. Bereits im April hatte das Schiedsgericht von einem umfassenden Täuschungsversuch gesprochen: "Die Beweise deuten stark auf Betrug hin, und es gibt kaum Anhaltspunkte dafür, dass das anders sein könnte." Schulz' Anwälte waren dagegen vor Gericht gezogen und hatten erklärt, das Unternehmen sei sogar mehr als 800 Millionen Euro wert gewesen. Doch der Bezirksrichter Lewis Liman schloss sich nun der Entscheidung an. Das übernommene Geschäft habe am Rande der Insolvenz gestanden, teilte er mit.

16:13 Uhr

Ifo: Preise sinken wegen schwacher Nachfrage

In Folge der Coronakrise senken viele Unternehmen die Preise. Die schrumpfende Nachfrage wiegt für die Unternehmen schwerer als die Einschränkungen auf der Angebotsseite, heißt es in einer Analyse des Münchner Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung. Unternehmen, die stark unter der Krise leiden, würden dabei häufiger ihre Preise senken, erklärte Ko-Studienautor Sebastian Link.b

15:53 Uhr

"Viel Geld verdient": Milliardenschwere UBS-Kunden verkaufen Aktien

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Die Schweizer UBS ist als "Festungsbank für Milliardäre" bekannt. Sie adressiert die reichsten Leute der Welt.

REUTERS

Laut dem Leiter der globalen Family Offices von UBS hat die Kurs-Rally von März bis Mai den reichsten Kunden der Bank erhebliche Renditen eingebracht. Sie hätten im März Kredite aufgenommen und Milliardensummen in die Aktienmärkte gepumpt. Nun versilberten diese reichen Kunden ihre Papiere und steckten ihr Geld in "illiquide und private Vermögenswerte", heißt es.

Euro Stoxx 50
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"Wir hatten Mitte März und Mitte April Rekordkredite von bedeutenden Family Offices, die uns nach einer Bilanz fragten und dann auf den Markt gingen", sagt Josef Stadler im Interview mit Reuters. "Sie haben zum Beispiel US-Aktien gekauft, aber sie haben keine 50 Millionen Dollar gekauft. Sie kauften mehr als eine Milliarde dieser Aktien... Und sie haben viel Geld verdient."

 

15:07 Uhr

Keine Entwarnung auf US-Arbeitsmarkt

In den USA steigt die Arbeitslosigkeit in der Coronakrise weiter an. Insgesamt stellten vorige Woche 1,3 Millionen Bürger einen Antrag auf Arbeitslosenhilfe, wie das Arbeitsministerium mitteilt. Damit verharrt die Zahl in etwa auf dem Niveau der Vorwoche. Ökonomen hatten dagegen mit einem Rückgang auf 1,250 Millionen gerechnet.

Die Virus-Pandemie hat in den USA Vollbeschäftigung in Massenarbeitslosigkeit umschlagen lassen. Auch wenn sich die Lage allmählich bessert, bereitet die noch immer relativ hohe Zahl der neuen Corona-Infektionen den US-Währungshütern der Notenbank Fed zunehmend Kopfschmerzen.

14:41 Uhr

Aktie zum Anbeißen: Nachfrage nach Domino's Pizza boomt

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Domino's ist eine der wenigen Restaurantketten, die einen Umsatzanstieg verzeichnen.

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Die weltweit größte Pizzakette Domino's Pizza hat im vergangenen Quartal alle Erwartungen der Wall-Street-Analysten bei Umsatz und Gewinn übertroffen.

Domino's Pizza Group
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Während die Corona-Pandemie der Gastronomie insgesamt stark zugesetzt hat, konnte die Pizzakette einen Umsatzanstieg im zweiten Qurtal von gut 16 Prozent in den USA für sich verbuchen. Auch die Aktie ist ein klarer Corona-Gewinner: Die Papiere legten in diesem Jahr 41 Prozent zu!

14:21 Uhr

Gewinn der Bank of America bricht um die Hälfte ein

Die Bank of America hat im zweiten Quartal nur knapp halb so viel verdient wie im Vorjahreszeitraum und Milliarden von Dollar zurückgestellt, um sich für den erwarteten Ausfall von Krediten zu rüsten. Der Gewinn brach auf 3,53 Milliarden US-Dollar ein, von 7,35 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Der Gewinn je Aktie von 37 Cent lag jedoch deutlich über den Prognosen der von Factset befragten Analysten, die mit 28 Cent gerechnet hatten.

Bank of America
Bank of America 26,11

Die Gewinne wurden durch die Erhöhung der Risikovorsorge der Bank belastet. Darin spiegelt sich die Sorge der gesamten Bankenbranche, dass die Rezession infolge der Coronavirus-Pandemie schwerer sein wird als zunächst angenommen. Die Bank of America stellte im zweiten Quartal 5,12 Milliarden Dollar zurück, zusätzlich zu den 4,76 Milliarden, die sie im letzten Quartal beiseitegelegt hatte.

14:06 Uhr

Morgan Stanley sahnt in Corona-Krise ab - Anleger greifen zu

Die Finanzmarktturbulenzen im Zuge der Corona-Pandemie haben der US-Investmentbank Morgan Stanley im zweiten Quartal Rekordwerte bei Gewinn und Erträgen beschert. Das Nettoergebnis stieg im Jahresvergleich um rund 45 Prozent auf 3,2 Milliarden Dollar. Die Erträge - die gesamten Einnahmen der Bank - legten um 30 Prozent auf 13,4 Milliarden Dollar zu.

Morgan Stanley
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Morgan Stanley profitierte vom Handelsboom an den Finanzmärkten, wo viele Portfolios umgeschichtet wurden und Unternehmen hohen Finanzbedarf decken mussten. Zwar wappnet sich auch Morgan Stanley in der Krise mit Rückstellungen für Zahlungsausfälle, wegen des relativ überschaubaren Kreditgeschäfts aber in geringerem Ausmaß als Großbanken wie JPMorgan oder Citigroup. Die Zahlen übertrafen die Erwartungen klar, die Aktie reagierte vorbörslich mit Kursgewinnen.

14:00 Uhr

EZB legt Pause ein: Keine weiteren Anti-Krisen-Maßnahmen

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EZB-Präsidentin Christine Lagarde will die Wirkung der bestehenden Maßnahmen erst einmal abwarten.

dpa

Nach der jüngsten Ausweitung der beispiellosen Anti-Krisen-Maßnahmen in der Corona-Pandemie halten Europas Währungshüter komplett die Füße still. Der Rat der EZB behält nicht nur den Leitzins im Euroraum auf dem Rekordtief von null Prozent stabil. Er belässt auch die Höhe der Anleihekäufe unverändert. Im Rahmen ihres Notkaufprogramms wird die EZB demnach weiterhin 1,35 Billionen Euro in Staats- und Unternehmensanleihen bis mindestens Ende Juni 2021 stecken.

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EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatte bereits kürzlich in einem Interview gesagt: "Wir haben so viel getan, dass wir etwas Zeit haben, die Wirtschaftsdaten sorgfältig zu bewerten." Die Notenbank rechnet in diesem Jahr mit einer schweren Rezession im Euroraum mit einem Einbruch des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 8,7 Prozent und einer Inflation nahe null.

13:48 Uhr

EZB hält an Null-Prozent-Zins fest

Wie erwartet bleibt der Leitzins im Euroraum auf dem Rekordtief von null Prozent. Das entschied der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) in seiner heutigen Ratssitzung.

Mit Spannung wird erwartet, welche Entscheidungen der Rat bei Finanzierungsbedingungen für die teils erheblich von der Corona-Pandemie betroffenen Unternehmen getroffen hat. Laut einer EZB-Bankenumfrage vom Dienstag war die Kreditnachfrage bei Firmen im zweiten Quartal historisch hoch.

13:34 Uhr

140.000 Siemens-Mitarbeiter müssen nicht mehr täglich ins Büro

Corona hat gezeigt, dass Homeoffice und Co. funktionieren. Siemens zieht jetzt Konsequenzen und will für mehr als die Hälfte seiner Mitarbeiter die Möglichkeit zum mobilen Arbeiten massiv ausweiten. Ein aktueller Vorstandsbeschluss soll es im Konzern zum weltweiten Standard machen, dass rund 140.000 Mitarbeiter künftig an zwei bis drei Tagen pro Woche mobil arbeiten können.

Siemens
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Die zusätzliche Freiheit - Siemens nennt sie "New Normal Working Model" - ist eine Folge der Corona-Pandemie: "Wir haben gesehen, wie produktiv und effektiv das mobile Arbeiten sein kann. Da haben sich einige Vorurteile in Luft aufgelöst", sagt Jochen Wallisch, ein führender Manager im globalen Personalbereich von Siemens.

13:19 Uhr

"Alles andere wäre naiv": Bafin-Chef warnt vor Kreditausfällen

Die deutsche Finanzaufsicht Bafin warnt vor Belastungen für die Banken durch faule Kredite. "Bei den Banken müssen wir in den kommenden Quartalen Corona-bedingt mit einem steigenden Volumen an Kreditausfällen rechnen", sagte Bavin-Chef Felix Hufeld dem Wirtschaftsmagazin "Capital" in einem Interview. "Alles andere wäre naiv."

Die Kreditausfälle würden die Geldhäuser in mehreren Wellen treffen. Die Zahlen zu Wertberichtigungen der Banken für das erste Quartal seien "nur ein Vorgeschmack" gewesen, sagte Hufeld. Mit der ersten Welle der Kreditausfälle sei zum Jahresende und im ersten Quartal 2021 zu rechnen. Mit weiteren Wellen in den Folgejahren.

13:04 Uhr

Angst vor neuem Lockdown - Wall-Street-Anleger auf der Hut

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Corona bremst den Börsenbullen aus.

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Mit Abschlägen dürfte die Wall Street in den Handel starten, nachdem an den beiden vergangenen Tagen Gewinne verbucht worden waren. Der Terminkontrakt auf den S&P-500 gibt vorbörslich 0,8 Prozent nach.

Zuletzt hatten vor allem Meldungen über Fortschritte bei der Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus für eine positive Stimmung gesorgt. Die weiter rasant steigende Zahl an Neuinfektionen in den USA schürt jedoch weiter die Sorge vor erneuten Einschränkungen des Wirtschaftslebens. Zudem belasten die anhalten Spannungen zwischen Washington und Peking wegen des umstrittenen chinesischen Sicherheitsgesetzes für Hongkong.

Wirtschaftsdaten aus China - der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt - zeigten ein gemischtes Bild. Zwar ist die chinesische Wirtschaft nach dem Ausbruch der Pandemie wieder auf den Wachstumspfad zurückgekehrt, auch die Industrieproduktion hat sich weiter erholt. Der Einzelhandelsumsatz und die Anlageinvestitionen waren dagegen weiter rückläufig.

12:43 Uhr

Jede fünfte US-Pleitefirma zahlt vor Konkurs Millionen-Boni

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Was man hat, hat man ...

REUTERS

J.C. Penney: 10 Millionen Dollar. Chesapeake Energy: 25 Millionen. Hertz Global Holdings: 1,5 Millionen. So viel wurde Managern Wochen oder sogar nur Tage vor der Insolvenz an Boni versprochen. Von rund hundert größeren US-Firmen, die seit Beginn des Coronavirus-Shutdowns Konkurs angemeldet haben, sagten laut der US-Finanzagentur Bloomberg 19 ihren Managern insgesamt 131 Millionen Dollar (114 Millionen Euro) zu.

JC Penney
JC Penney ,26

Die Zahl dürfte sogar noch steigen, während sich die Pandemie ausweitet und die Arbeitslosigkeit in den USA dramatisch steigt, heißt es. Um eine Entschuldigung sind die Unternehmen nicht verlegen. Sie argumentieren, dass sie ihre Managementteams bei der Stange halten müssen, um die Firmen - unterstützt von Beratern - durch die Krise zu führen.

12:14 Uhr

IWF warnt vor einer Verdreifachung bei Firmenpleiten

Der Internationale Währungsfonds warnt, dass sich die Insolvenzquote kleiner und mittlerer Unternehmen ohne ausreichende staatliche Unterstützung in diesem Jahr verdreifachen könnte. Es bestehe die Gefahr, dass die wirtschaftliche Erholung ins Stocken gerate und finanzielle Instabilität entstehe, heißt es in einer Studie.

Eine Analyse von 17 Ländern deute darauf hin, dass Firmenpleiten von 4 Prozent vor der Pandemie auf 12 Prozent ansteigen könnten.

11:45 Uhr

ntv-Börsenexpertin Marggraf kommentiert Kursprünge bei Zalando und Sartorius

Der Modehändler Zalando hat in der Corona-Krise so viele neue Kunden gewonnen wie noch nie. So lag die Zahl der Erstbesteller im zweiten Quartal bei mehr als drei Millionen, wie Finanzchef David Schröder zu den vorläufigen Zahlen sagte.

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Zalando 66,58

Die Corona-Pandemie hat den Trend von offline zu online beschleunigt. Für die zweite Jahreshälfte zeigte sich der Finanzvorstand deshalb auch optimistisch. Der Konzern erhöhte die Jahresprognose. Anleger honorieren das: Die im MDax notierte Aktie legt zu und nähert sich damit dem erst in der vergangenen Woche erreichten Rekordhoch von 68,82 Euro. Die Aktie befindet sich bereits seit einiger Zeit im Höhenflug.

Auch von Sartorius gibt es gute Nachrichten: Die Aktie legt bis zu 9 Prozent zu. Der Laborausrüster hat ebenfalls seine Jahresprognose erhöht.

ntv-Börsenexpertin Sabrina Marggraf kommentiert:

11:04 Uhr

Wirecard-Skandal: Bundesrechnungshof nimmt Bafin unter die Lupe

Der Bundesrechnungshof will die Rolle der Finanzaufsicht Bafin im Wirecard-Skandal prüfen. "Wir werden das System der Aufsicht - Struktur und Risikomanagement am Beispiel Wirecard - untersuchen und warum die Bafin offenbar die Anhaltspunkte nicht aufgegriffen hat", sagte der Präsident des Bundesrechnungshofs, Kay Scheller, dem "Spiegel".

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Wirecard 1,68

"Wir werden dabei auch prüfen, wie das Bundesfinanzministerium und die Bafin mit den Vorwürfen falscher Bilanzen sowie mit den Berichten der Wirtschaftsprüfer umgegangen sind." Die Bafin steht nach dem milliardenschweren Bilanzskandal massiv in der Kritik. Auch die EU-Wertpapieraufsicht ESMA hat erklärt, sie prüfe mögliche Versäumnisse der deutschen Finanzaufsicht.

Mehr dazu lesen Sie hier.
10:55 Uhr

China-Daten überraschen positiv

Chinas Wirtschaft wächst nach dem Corona-Schock wieder und setzt damit ein Hoffnungszeichen für die Erholung der globalen Konjunktur. Im Frühjahr legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 3,2 Prozent zum Vorjahresquartal zu, wie die Statistiker der Volksrepublik in Peking mitteilten. Experten hatten nur ein Plus von 2,5 Prozent für das zweite Quartal auf dem Zettel, nach dem Einbruch um 6,8 Prozent zu Jahresbeginn.

Zu dieser positiven Überraschung passt, dass der Internationale Währungsfonds (IWF) weltweit eine anziehende Wirtschaftstätigkeit nach dem beispiellosen Einbruch in der Corona-Krise sieht.

10:50 Uhr

Ölpreise leicht unter Druck

Die Aussicht auf eine leichte Anhebung der Opec-Fördermengen lastet auf den Ölpreisen. Die Nordseesorte Brent verbilligt sich um ein halbes Prozent auf 43,59 Dollar je Fass. Der Preis für ein Fass US-Leichtöl WTI sinkt um 0,8 Prozent auf 40,89 Dollar.

Wichtige Mitglieder der Opec und ihrer Verbündeten, die gemeinsam als Opec+ bezeichnet werden, wollen die beschlossenen Fördermengenkürzungen von 9,7 Millionen Barrel pro Tag (bpd) ab August auf 7,7 Millionen bpd lockern.

10:31 Uhr

Absatzzahlen von Opel und Konzern-Mutter PSA brechen ein

Wegen der Corona-Krise ist der Absatz des Opel-Mutterkonzerns PSA im ersten Halbjahr 2020 zum Vorjahreszeitraum um 45,7 Prozent eingebrochen. Verkauft wurden rund eine Million Fahrzeuge. Bei Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall gab es einen noch deutlicheren Rückgang um 53,1 Prozent auf rund 266 100 Fahrzeuge.

PSA Peugeot Citroën
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PSA will mit dem italienisch-amerikanischen Hersteller Fiat Chrysler (FCA) fusionieren. Die Unternehmen wollen nach ihrem Zusammenschluss "Stellantis" heißen. Zum Konzern gehören auch die Stammmarken Peugeot und Citroën.

09:54 Uhr

BMW sichert sich dritten Lieferanten für Batteriezellen

BMW will mit einem weiteren Lieferanten von Batteriezellen seine Elektroauto-Produktion absichern. Der schwedische Hersteller Northvolt wird von 2024 an dritter Zulieferer des deutschen Autobauers neben dem chinesischen Unternehmen CATL und dem koreanischen Konkurrenten Samsung SDI, wie BMW mitteilt.

BMW
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Der Langzeitvertrag mit Northvolt habe ein Volumen von zwei Milliarden Euro. Zur genauen Laufzeit äußerte sich BMW nicht. Northvolt ist auch Partner von Volkswagen.

09:37 Uhr

Einbruch beim Pkw-Absatz in Deutschland überdurchschnittlich hoch

Der Neuwagenmarkt in Europa ist im Juni durch die Corona-Krise nicht mehr ganz so stark eingebrochen wie in den vorangegangenen drei Monaten. In der Europäischen Union (EU) wurden nach Daten des Autoverbandes ACEA im Juni mit knapp 950.000 Fahrzeugen 22,3 Prozent weniger neu zugelassen als im Vorjahresmonat.

Im Mai lag das Minus noch bei 52 Prozent. Mit der Lockerung der Corona-Beschränkungen erholt sich die Nachfrage langsam wieder. In Deutschland war der Rückgang nach den am Donnerstag veröffentlichten Zahlen mit einem Drittel allerdings noch überdurchschnittlich hoch. Frankreich dagegen schaffte ein Plus von 1,2 Prozent.

09:28 Uhr

Kauft die EZB "Fallen Angels"?: Dax-Anleger wappnen sich

Nach dem Vortagessprung des Dax auf ein Hoch seit dem Corona-Crash lassen es die Anleger ruhiger angehen. Der Leitindex fällt im frühen Handel um 0,5 Prozent auf 12.859 Punkte. Zur Wochenmitte war er angetrieben worden von der Hoffnung auf einen Coronavirus-Impfstoff und dabei nur knapp an der Marke von 13.000 Punkten gescheitert.

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Die Augen der Anleger sind heute auf die Europäische Zentralbank gerichtet, die in wenigen Stunden ihre Zinsentscheidung bekannt gibt. Die EZB werde auf ihrer letzten Sitzung vor der Sommerpause zwar weder den Leitzins antasten noch das Volumen ihrer Wertpapierkäufe aufstocken, prognostiziert Francois Rimeu, Chef-Anlagestratege des Vermögensverwalters La Francaise. Es bestehe allerdings die Möglichkeit, dass die Notenbank künftig "Fallen Angels"-Anleihen ohne das Gütesiegel "Investment Grade" - in ihr Kaufprogramm aufnehme.

Auf die Stimmung drücken auch die eskalierenden Spannungen zwischen den USA und China. US-Präsident Donald Trump schließt zusätzlich zu dem am Dienstag in Kraft getretenen Sanktionsgesetz gegen China weitere Maßnahmen gegen chinesische Regierungsbeamte nicht aus.

08:25 Uhr

Asiatische Börsen schwächeln trotz Chinas Aufwärtstrend

Sorgen über die eskalierenden Spannungen zwischen den USA und China sowie erneute Beschränkungen in Coronavirus-Hotspots belasten die Kauflaune der asiatischen Anleger. Selbst die Nachricht, dass sich Chinas Wirtschaft im zweiten Quartal stärker als erwartet erholt hat, reichte nicht aus, um den Risikoappetit der Börsianer anzukurbeln. Zu groß ist die Sorge über einen weitreichenden Streit zwischen den USA und China über die Kontrolle fortschrittlicher Technologien und den Schutz der Autonomie in Hongkong.

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"Der Aufwärtstrend an den Finanzmärkten wird durch die deutliche Zunahme von Coronavirus-Infektionen und die Spannungen zwischen den beiden Wirtschaftsriesen der Welt begrenzt", sagte Masayuki Kichikawa, Chef-Stratege bei Sumitomo Mitsui. Der Abwärtstrend sei jedoch aufgrund der sehr niedrigen Zinsen und der besseren Aussichten für Chinas Wirtschaft begrenzt. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 0,5 Prozent tiefer bei 22.832 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 0,4 Prozent und lag bei 1582 Punkten. Die Börse in Shanghai lag 1,4 Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verlor 1,6 Prozent.

07:47 Uhr

Dax dürfte niedriger starten, EZB-Entscheid steht an

Wenige Stunden vor dem Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge niedriger starten. Am Mittwoch hatte er vor allem dank Fortschritten bei der Entwicklung eines Coronavirus-Impfstoffs 1,8 Prozent auf 12.930,98 Punkte zugelegt. Die EZB werde auf ihrer letzten Sitzung vor der Sommerpause weder den Leitzins antasten noch das Volumen ihrer Wertpapierkäufe aufstocken, prognostizierte Francois Rimeu, Chef-Anlagestratege des Vermögensverwalters La Francaise. Es bestehe allerdings die Möglichkeit, dass die Notenbank künftig "Fallen Angels" - Anleihen ohne das Gütesiegel "Investment Grade" - in ihr Kaufprogramm aufnehme. Frische Impulse für den Aktienmarkt erhoffen sich Börsianer von den Geschäftszahlen der US-Großbanken Bank of America und Morgan Stanley, nachdem die Bilanzen von Rivalen wie Goldman Sachs oder JPMorgan positiv aufgenommen worden waren.