Wirtschaft

Große US-Warenhauskette pleite JC Penney bricht unter Schulden zusammen

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JC Penney ist das bislang größte Opfer der Coronakrise im US-Einzelhandel.

(Foto: imago/Levine-Roberts)

Es ist ein jahrelanger Niedergang für die über 100 Jahre alte US-Warenhauskette JC Penney. Die Pandemie zwingt sie nun endgültig in die Knie. Während 85.000 Mitarbeiter um ihre Jobs bangen, freuen sich die Führungskräfte über Millionenboni.

Die Corona-Krise hat die traditionsreiche US-Warenhauskette JC Penney nach einem jahrelangen Niedergang schließlich in die Knie gezwungen. Das 118 Jahre alte Unternehmen meldete Insolvenz an und will sich mit der Aufgabe von Läden neu aufstellen sowie nach einem Käufer suchen. Nach den Insolvenzanträgen der Ladenketten Neiman Marcus und J. Crew ist JC Penney das bisher größte Corona-Opfer im US-Einzelhandel. Für die Firma arbeiten rund 85.000 Menschen. Es blieb zunächst offen, wie viele Läden JC Penney dauerhaft dichtmachen wird.

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Die Geschäftsführerin von JC Penneys, Jill Soltau, bei einem Treffen 2017 von Branchenvertretern mit US-Präsident Donald Trump. Damals war Soltau noch Chefin von Jo Ann Fabrics.

(Foto: REUTERS)

Die Gläubiger geben JC Penney eine Finanzierungszusage in Höhe von 900 Millionen Dollar, um das Überleben in der Corona-Krise mit ihren vorübergehenden Ladenschließungen zu sichern. Das Unternehmen hat noch rund 500 Millionen Dollar (462 Millionen Euro) an Barbeständen. Man gehe davon aus, dass Finanzierungszusagen und laufende Umsätze ausreichten, um den Betrieb aufrechtzuerhalten und Umstrukturierungen zu ermöglichen, teilte JC Penney mit. Ein Deal mit den Geldgebern soll die Schuldenlast um mehrere Milliarden Dollar reduzieren. JC. Penney ließ seit April zwei Termine zur Schuldentilgung ausfallen und nahm damit bereits Kurs auf ein Insolvenzverfahren.

JC Penney hat noch über 800 Läden, von denen viele das Herzstück amerikanischer Einkaufszentren sind. In seiner langen Geschichte profilierte sich die Warenhauskette erst als Stammgeschäft der US-Mittelschicht. Mit dem Boom des Online-Handels und der Dominanz von Amazon wurden die Läden von JC Penney dann stärker zur Anlaufstelle von Schnäppchenjägern mit Discount-Coupons. Doch auch bei dieser Käuferschicht machen dem Dino Rivalen wie TJ Maxx - die amerikanische Variante von TK Maxx - zu schaffen. Seit rund einem Jahrzehnt steckt JC Penney in den roten Zahlen fest.

2011 wollte JC Penney die Abwärtsspirale mit einem Neuanfang durchbrechen. Der als Visionär geholte Apple-Manager Ron Johnson, der einst unter Regie von Steve Jobs das Netz der Apple Stores aufgebaut hatte, setzte auf durchgängig niedrigere Preise statt Rabattcoupons und musterte Eigenmarken aus. Das kam bei den Stammkunden von JC Penney schlecht an - der Umsatz brach binnen eines Jahres um ein Viertel auf rund 13 Milliarden Dollar ein.

Johnson musste nach eineinhalb Jahren gehen. Sein zwischenzeitlicher Nachfolger, der von der Baumarkt-Kette Home Depot kam, brachte die in den 1980er Jahren aufgegebene Kategorie der Hausgeräte zurück in die Läden. Das Geschäft aber schrumpfte weiter: Im vergangenen Geschäftsjahr kam JC Penney noch auf einen Umsatz von 10,7 Milliarden Dollar und verbuchte rote Zahlen von 268 Millionen Dollar.

Unterdessen hatte JC Penney der US-Börsenaufsicht SEC erst vor einer Woche mitgeteilt, dass die aktuelle Firmenchefin Jill Soltau einen Bonus von 4,5 Millionen Dollar erhalte. Mehrere andere Führungskräfte sollten demnach Boni in Höhe von einer Million Dollar bekommen.

Quelle: ntv.de, ddi/dpa