Panorama

Erstes Foto als Frau: So kehrt Chelsea Manning ins Leben zurück

Sieben Jahre war Chelsea Manning in Haft. Während dieser Zeit ging eine einzige Schwarzweiß-Aufnahme von der Wikileaks-Informantin um die Welt. Nach ihrer Freilassung postet sie ein erstes Porträtfoto - "Okay, so here I am everyone!!"

Sieben Jahre verbrachte Chelsea Manning im Gefängnis. Am Mittwoch wurde die Wikileaks-Informantin freigelassen. "Alles, was vor mir liegt, ist wichtiger als die Vergangenheit", heißt es in einer Stellungnahme, die ihre Anwälte veröffentlichten.

Kurz nach ihrer Freilassung meldete sich Manning das erste Mal via Twitter und postete ein Bild von ihren Füßen mit der Bildunterschrift "Erste Schritte in Freiheit". Danach folgten ein Stück Pizza und ein Sekt auf den Frieden und die neu gewonnene Freiheit. Einen Tag nach ihrer Freilassung präsentierte sie erstmals ein Porträtfoto von sich: "Okay, so here I am everyone!!", steht darunter. Chelsea zeigt sich mit Kurzhaarschnitt, knallrot geschminkten Lippen und einem schwarzen Pullover mit tiefem Ausschnitt.

Jahrelang ging nur eine unscharfe Aufnahme von Manning um die Welt: Ein Schwarzweiß-Bild, in einem Auto fotografiert. Manning trägt darauf eine blonde Perücke und Lippenstift. Es ist unklar, von wann die Aufnahme stammt. Die Nachrichtenagentur Reuters gab einmal das Jahr 2010 an  - also unmittelbar vor ihrer Festnahme.

In den Jahren ihrer Inhaftierung im Militärgefängnis in Fort Leavenworth hatte die heute 29-Jährige mehrfach versucht, sich das Leben zu nehmen. Die Bedingungen vor allem in der Untersuchungshaft nannte der UN-Folterbeauftragte Juan Mendez 2012 "grausam, inhuman und entwürdigend". 2013 machte Manning bekannt, sie sei eine Frau und heiße künftig Chelsea.

Ihre Freilassung hat sie Barack Obama zu verdanken. Drei Tage vor seinem Amtsende verkürzte der US-Präsident die Haftstrafe für Manning von 35 auf 7 Jahre. Sie habe eine überproportional harte Strafe bekommen, argumentierte Obama, nur noch vier weitere Monate sollte sie im Militärgefängnis bleiben müssen. Auf Twitter zählte Manning die Tage bis zu ihrer Freilassung herunter.

Am Mittwoch erklärte sie, sie werde sich nun neu orientieren. Dies sei "aufregend", aber auch "heikel". Manning sei ihren Unterstützern "zutiefst" dankbar, erklärten ihre Anwälte. Sie forderten die Öffentlichkeit zugleich dazu auf, das Recht auf die Privatsphäre ihrer Mandantin zu respektieren. Unzählige Nutzer beglückwünschten Chelsea Manning zu ihrem Neustart ins Leben.

Quelle: n-tv.de

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