Politik
Schulz kommt - Gabriel geht: Es ist mehr als nur die Entscheidung zur Kanzlerkandidatur.
Schulz kommt - Gabriel geht: Es ist mehr als nur die Entscheidung zur Kanzlerkandidatur.(Foto: dpa)
Dienstag, 24. Januar 2017

Abschied und Neuanfang: Gabriel: Keine einfache Entscheidung

Er hat mit sich gerungen - der Kreis der Vertrauten ist klein: Erst vor wenigen Tagen trifft Gabriel die Entscheidung, zum Verzicht auf Kanzlerkandidatur und Parteivorsitz. Er geht in dem Glauben, einen Besseren gefunden zu haben.

Bis zuletzt hat SPD-Parteichef Sigmar Gabriel mit sich gerungen: Es sei "keine einfache Entscheidung gewesen", sagte er zum Verzicht auf Kanzlerkandidatur und Parteivorsitz. "Sicher ist es die richtige." Gabriel sprach von einem souveränen Entscheidungsvorschlag. Er sei von der Partei nicht gedrängt worden und habe viel nachgedacht. "Ich habe es der SPD nicht immer leicht gemacht, umgekehrt auch nicht", fasste er seine mehr als siebenjährige Amtszeit an der Spitze der Partei zusammen zusammen.

Am Samstag habe er sich mit Martin Schulz getroffen. Schulz sei der "bessere Kandidat mit den besseren Chancen", sagte Gabriel. Und es gehöre zur Aufgabe des SPD-Vorsitzenden, die Souveränität für solche Entscheidungen zu haben. Man habe zusammen die Ausgangslage analysiert und "Entscheidungen getroffen", erklärte Schulz. Zudem hat sich Gabriel nach eigenem Bekunden mit der NRW-Regierungschefin Hannelore Kraft sowie Hamburgs Erstem Bürgermeister, Olaf Scholz, beraten.

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"Schulz ist ein großer Sozialdemokrat", sagte Gabriel. Er baue Brücken und führe Menschen zusammen. Schulz zeigte sich "tief bewegt" und würdigte Gabriel als großen Vorsitzender der SPD. Die Nominierung sei eine "außergewöhnliche Ehre, die ich mit Stolz und Demut annehme", sagte er weiter.

"Keine normale Bundestagswahl"

"Die nächste Bundestagswahl ist keine Wahl wie jede andere", sagte Gabriel. Schulz konstatierte, dass ein "tiefer Riss durch die Gesellschaft" gehe - nicht nur in unserem Land. "Weltweit driftet die Gesellschaft auseinander." Dem müsse man mit "Mut und Zuversicht entgegentreten". Die SPD habe die "Aufgabe, das Land zu verbessern".

Nach der Fraktion hat Gabriel auch das Präsidium über seine im kleinen Kreis getroffenen Personalentscheidungen informiert und sich grünes Licht für das weitere Vorgehen in der Vorstandssitzung geholt. Dort sollen nun am Wochenende die Personalien abgesegnet werden. Schulz soll Anfang März auf einem Parteitag gewählt werden.

Bereits in den kommenden Tagen will Gabriel den freiwerdenden Posten des Außenministers übernehmen. Amtsinhaber Frank-Walter Steinmeier wird neuer Bundespräsident. Das Wirtschaftsministerium soll die bisherige Staatssekretärin Brigitte Zypries führen und damit Gabriel folgen.

Quelle: n-tv.de

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