Panorama

Bis zu 26 Grad am Sonntag Altweibersommer zeigt sich zum letzten Mal

Pünktlich zum Start des kalendarischen Herbstes zeigt sich dieser ab nächster Woche in seiner ganzen Pracht: Uns erwarten Schauer und teils lebhafter Regen, weiß n-tv Meteorologe Björn Alexander. Davor können wir uns am Wochenende aber noch gebührend vom Sommer verabschieden.

n-tv.de: Vielerorts sind die Folgen der großen Trockenheit nicht mehr zu übersehen. Gibt es bald mal wieder Chancen auf Regen?

Björn Alexander: Ein Trend zu wechselhafterem Wetter mit Schauern wird uns derzeit von den Wettermodellen auf jeden Fall gezeigt. Mit dem kalendarischen Herbstbeginn am kommenden Montag stellt sich unser Wetter nämlich großräumig um, und somit greifen die Tiefdruckgebiete vom Atlantik her wieder vermehrt in unser Wetter ein. Eines ist allerdings sicher: dieser Regen wird bei Weitem nicht ausreichen, um das komplette Regendefizit auszugleichen.

Wie viel Regen wäre nötig?

Björn Alexander

n-tv Meteorologe Björn Alexander.

Wir können davon ausgehen, dass - in Anbetracht des Dürrejahres 2018, dessen Trockenheit in den tieferen Bodenschichten zwischen 1 und 2 Meter nach wie vor extrem ist, dass wir mal so um die 300 bis 500 Liter pro Quadratmeter für eine erste Entspannung brauchen. Da auch 2019 bislang teilweise viel zu trocken war, brauchen wir zur Rückkehr zur Normalität sogar eher 700 bis 1000 Liter. Das entspricht mehr als einem Jahresniederschlag, der in unseren Breiten oft um die 650 bis 800 Liter beträgt. Und das am besten verteilt über einige Wochen und Monate, so dass sich das ausgedörrte Bodengefüge langsam wieder an das Wasser anpassen kann.

Wo ist es am trockensten?

Die Frage lässt sich im Prinzip am besten andersherum beantworten, also wo ist es am ehesten normal. Und das trifft vor allem auf Teile Süddeutschlands zu, wo nicht nur im Oberboden, sondern auch bis in tiefere Schichten zum Teil eine entspanntere Lage vorherrscht. Dementsprechend ist es in allen anderen Landesteilen - besonders in den tieferen Schichten des Bodens - weiterhin außergewöhnlich dürr.

Wie sieht es in den Flüssen und Stauseen aus?

Da zeigt sich ein ähnliches Bild: im Süden, etwa im Donaueinzugsgebiet, ist vieles in Ordnung. Im großen Rest herrscht Niedrigwasser. Das ist für die Talsperren angesichts der Jahreszeit durchaus normal. Hier bilden der Spätsommer beziehungsweise der Frühherbst meist ein Minimum. Der Wasserstand des Rheins war zuletzt hingegen gar nicht so niedrig. Hier haben sich nämlich in den letzten Wochen Niederschläge aus der Schweiz positiv bemerkbar gemacht. Jedoch ist das inzwischen auch vorbei, so dass es mit den Pegelständen am Rhein nun rasch abwärts geht.

Was heißt das?

Zwischen Düsseldorf und Emmerich dürften die Pegelstände zu Beginn der kommenden Woche auf zweistellige Werte sinken. Da ist zwar noch Luft nach unten. So gab es 2018 im Oktober in Emmerich sogar nur einstellige Werte.

Wird es ähnlich schlimm?

Schwer zu sagen. Aber zumindest könnte die Umstellung der Wetterlage in der nächsten Woche vielleicht sogar abflussrelevant werden. Zumindest wenn es mal wieder ergiebigeren und flächenhafteren Regen gibt. Hier ist erst mal Abwarten angesagt. Die Chance ist aber auf jeden Fall da, so dass es ab Mitte oder Ende nächster Woche vielleicht sogar wieder stagnierende oder leicht ansteigende Pegelstände am Rhein geben könnte. Eines ist angesichts der Wetterlage aber auch klar: die kleinsten Niederschlagssignale bekommt nach jetzigem Stand schon wieder der Osten.

Vor dem möglichen Regen: Was bringt uns unser Wochenende?

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Der Herbst bringt zwar Regen, aber vermutlich nicht genug, um das Defizit der letzten Monate auszugleichen.

(Foto: dpa)

Einen vorerst letzten Gruß vom Altweibersommer der schönen Art. Nach frischer Nacht bringt uns der Samstag nämlich verbreitet viel Sonne und einen deutlichen Aufwärtstrend bei den Temperaturen. Die bringen es auf 17 Grad im Nordosten, wo die Sonne noch mit Wolken kämpft und auf 25 Grad im super sonnigen Westen.

Und am Sonntag?

Da wendet sich das Blatt. Der Osten liegt unterm strahlend blauen Himmel, während es im Westen später wolkiger wird. Dort sind dann auch erste Gewitter drin. Zuvor klettern die Temperaturen an Rhein und Ruhr auf bis zu 26 Grad. Im übrigen Land wird es mit 20 bis 25 Grad aber ebenfalls sehr angenehm.

Wie verhält es sich mit den Temperaturen in der Nacht?

Die Frostgefahr nimmt am Wochenende schon mal ab, und nächste Woche ist der Frost dann ziemlich sicher ebenfalls passé.

Woran liegt das?

Am unbeständigeren Wetter mit mehr Wolken und einem zeitweise auflebenden Wind. Beides Parameter, die eindeutig gegen kalte Nächte mit Frost sprechen.

Was erwartet uns tagsüber?

Am Montag mit Sonne im Osten nochmals 21 Grad. Im übrigen Land ist es derweil schon mal recht durchwachsen und kühler bei 17 bis knapp 20 Grad.

Und anschließend?

Ist es immer wieder wechselhaft oder wolkig und von Westen her zieht wiederholt Regen durch. Dabei bleiben wir voraussichtlich auf der milden Vorderseite der Tiefdruckgebiete, so dass es gleichzeitig mild weitergeht. Das sind also Höchstwerte von um die 16 bis 23 Grad. Dabei weht ein teilweise lebhafter Wind aus westlichen Richtungen.

Klingt nach Herbst.

Und das sogar extrem pünktlich. Schließlich ist am Montag kalendarischer oder auch astronomischer Herbstbeginn.

Quelle: n-tv.de

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