Panorama

"Human Wine" Aus Wein wird Wasser

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Marcus Dytrich und Timo Wentzel liegen die Menschenrechte am Herzen.

(Foto: The Human Wine)

Timo Wentzel und Marcus Dytrich verkaufen Weine, deren Teil-Erlös Wasserprojekten in Afrika zugute kommt. Zahlreiche Prominente unterstützen die Aktion.

Im Jahr 2014 haben Timo Wentzel und Marcus Dytrich gemeinsam am Kochbuch "Hand in Hand" gearbeitet und 50 Spitzenköche dazu inspiriert, Rezepte aus den Herkunftsländern von Flüchtlingen auf ihre Weise zu interpretieren. Bei der Auseinandersetzung mit der Flüchtlingsthematik ist den beiden ein Begriff ins Auge gefallen: Das Menschenrecht. Das führte zu einem neuen Projekt. Heute zieren die Gesetze der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte 30 verschiedene Flaschen Wein und werden dank der Unterstützung von 30 prominenten Botschaftern in die Welt hinaus getragen. Wentzel und Dytrich erklären, wie es dazu kam.

n-tv.de: Was hat sie zu dem Projekt bewegt?

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The Human Wine.

Timo Wentzel: Markus Dytrich und ich haben bereits gemeinsam an einem Charity-Kochbuch gearbeitet und hier war die Zielsetzung, dass die Sterne- und Spitzenköche aus Deutschland die Lieblingsgerichte der Geflüchteten auf ihre Weise nach-kochen und auch die Geflüchteten die Möglichkeit haben, ihre ganz persönliche Lebensgeschichte in dem Kochbuch darzustellen. Somit ist dieses Buch nicht nur ein Kochbuch, sondern auch ein Buch der verschiedenen Kulturen.

Und kam dabei auch etwas rum?

Ja, sicher. Wir konnten 15.000 € spenden. Das war aber nur der erste Baustein unserer Charity-Arbeit und führte dann zum aktuellen Projekt.

Wie sind sie dann auf das Wein-Projekt gekommen?

Genuss verbindet uns einfach alle miteinander und oft sind die Leute dabei sehr entspannt. Genau an diesem Punkt möchten wir die Leute erreichen und sie auf unser Projekt aufmerksam machen. Wir machen das auf kulinarische Weise, ohne dabei mit dem erhobenen Zeigefinger herumzulaufen. Gemeinsam mit 30 Winzern haben wir die Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte auf deren Weinflaschen gedruckt und senden unsere Botschaft direkt ins Land hinaus.

Warum beschäftigt sie das Thema Menschenrechte so besonders?

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Hans Demmel, Geschäftsführer von n-tv, ist einer der Botschafter des Projekts.

(Foto: The Human Wine)

Es ist wichtig, dass ein noch größerer Teil unserer Bevölkerung die Menschenrechte kennenlernt. Uns hat das wahnsinnig geholfen, die Hintergründe zu verstehen, warum so viele Menschen aus ihrer Heimat zu uns flüchten. In vielen Ländern auf dieser Welt werden massive Menschenrechtsverletzungen begangen, was dazu führt, dass eben ganze Völker davor fliehen.

Der Erlös kommt der Stiftung "Water is right" zugute.

Marcus Dytrich: Ja, der Zugang zu sauberem Trinkwasser ist essentiell. Wir drehen in Deutschland nur den nächsten Wasserhahn auf und schon sprudelt es endlos ...

... und wir denken, es ist überall so ...

... genau. In den ärmsten Regionen der Welt müssen die Menschen aber oft lange beschwerliche Wege gehen, um für sich und ihre Familie Wasser zu bekommen. In einigen Regionen stoppt sogar so manches Unternehmen den Zugang und verkauft ihnen das Wasser in Plastikflaschen zu teurem Geld.

Was macht "Water is right"?

"Water is right" setzt sich dafür ein, dass Wasser ein anerkanntes Menschenrecht ist und baut zudem noch Sanitäranlagen, um der Wasserverschmutzung durch den Menschen vorzubeugen. Über eine Milliarde Menschen haben leider nicht diesen Zugang und daher ist es für uns ein wichtiges Anliegen, dieses Projekt mit unseren Erlösen, die pro Flasche bei rund 3,50 Euro liegen, zu unterstützen.     

Quelle: n-tv.de