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Unglück in Kanada Bär tötet Frau und ihr Vater hört dabei zu

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Attacken von Bären sind extrem selten.

(Foto: picture alliance / dpa)

Eine Frau geht in einer kanadischen Waldhütte vor die Tür, um mit ihrem Vater zu telefonieren. Dann wird sie von einem Bären attackiert und getötet. Warum das Tier plötzlich angreift, ist ein Rätsel.

Eine 44-jährige Frau ist in Kanada beim Angriff eines Bären ums Leben gekommen, während sie mit ihrem Vater telefoniert hat. Die Frau sei mit ihrem Ehemann und zwei kleinen Kindern an ihrer abgelegenen Camping-Hütte im Norden der Provinz Saskatchewan gewesen, als der Schwarzbär sie attackierte, teilte die Polizei mit. Sie wurde schwer verletzt und wenig später, nachdem sie von einem Rettungshubschrauber abgeholt worden war, für tot erklärt.

Die Frau war vor die Hütte am McKie Lake in der Nähe von Buffalo Narrows gegangen, um mit ihrem Vater zu telefonieren. Dieser sagte dem lokalen Radiosender 650 CKOM, dass ihr Mann etwas in der Hütte repariert habe, die schon länger in Familienbesitz ist. Dann schickte sie ihren neunjährigen Sohn, der mit ihr draußen war, plötzlich nach drinnen. Der Vater habe danach minutenlang ein "gurgeln" gehört. "Die Geräusche waren sehr verstörend. Eine Attacke kam mir in den Sinn, aber das ist extrem selten."

Nach ein paar Minuten legte der Vater auf und probierte es erneut. Keine zehn Minuten später habe sein Schwiegersohn angerufen und von der Attacke berichtet. "Er rief an und sagte, dass Stephanie von einem Bären attackiert wurde. Der Bär ließ sie nicht los, also hat er ihn erschossen." Der Ehemann der Frau und die beiden kleinen Kinder, zwei und neun Jahre alt, blieben unverletzt. Der ältere Sohn habe die Attacke mit ansehen müssen.

Die Familie sei es gewohnt, Bären in der Nähe ihre Hütte zu haben. Probleme hätte es aber nie gegeben. "Wir lassen nie Essen herumliegen oder haben ihnen einen Grund gegeben, zu bleiben." Noch nie sei ein Bär aggressiv gewesen. "Sie rennen immer weg." Warum der Bär die Frau attackierte, ist unklar. Ein Polizist sagte dem Vater, das Tier war nicht hungrig. Sein Magen sei voller Blaubeeren gewesen. Die Attacke sei völlig aus dem Nichts gekommen. Seit 1983 habe es in der Provinz Saskatchewan keinen tödlichen Angriff eines Bären mehr gegeben, hieß es von der Polizei. Die Familie hat jetzt eine Spendenseite eingerichtet, um den Ehemann und die Kinder zu unterstützen.

Quelle: ntv.de, bea/dpa