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Temperaturen steigen Bibber-April nimmt versöhnliches Ende

Der April macht seinem Ruf alle Ehre und bringt bisher ziemlich abwechslungsreiches Wetter. Dennoch ist er ungewöhnlich: Er ist nämlich im Jahresvergleich bisher deutlich zu kalt. Die kommenden Tage könnten die Statistik allerdings wieder etwas bereinigen: Laut ntv-Meteorologe Björn Alexander geht es aufwärts.

ntv.de: Nachtfrost, Schnee und ein lausig kalter Wind. Wann geht der Winter endlich vorbei?

Björn Alexander: Am Wochenende wird zumindest schon mal der Nachtfrost immer seltener. Und auch tagsüber gibt es für viele von uns schon mal erste Schritte heraus aus der Einstelligkeit bei den Tageshöchstwerten. Zu Beginn der kommenden Woche dürfte es dann vermehrt mal in den Bereich der Frühlingsmarke von 15 Grad gehen. Immerhin sind wir damit schon mal im Bereich der Normalwerte für Mitte April.

15 Grad sind besser als jetzt. Aber wie sieht es denn mal mit 20 Grad oder mehr aus? Das müsste doch jetzt auch schon drin sein.

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Der April hält bisher einige Überraschungen bereit.

(Foto: dpa)

Im Prinzip schon. Und aus den letzten Jahren waren wir vom April natürlich auch schon ganz andere Wetterlagen gewohnt. Doch in diesem Jahr ist beim Aprilwetter vieles anders.

Was denn genau?

Zum einen, dass wir überhaupt mal wieder klassisches Aprilwetter mit Schauern, Gewittern sowie Schnee und Graupel erlebt haben. Zuletzt war der April doch immer mehr als Frühsommermonat durchgegangen. Zum anderen - und das ist eine Folge der überwiegend nördlichen Winde - verlief und verläuft der April 2021 bisher deutlich zu kalt. Und das ist schon fast eine meteorologische Sensation.

Warum?

Weil wir in Zeiten des Klimawandels und zwischen immer mehr neuen Rekorden in Sachen Wärme auf einmal einen April erleben, der zum jetzigen Zeitpunkt an die kältesten April-Monate seit Beginn der Wetteraufzeichnungen Anschluss hält.

Wie viel zu kalt ist denn die Halbzeitbilanz des Aprils 2021?

Aktuell liegt die Mitteltemperatur in Deutschland bei rund 4,5 Grad. Und damit ist es - verglichen mit dem Durchschnitt-April der letzten drei Jahrzehnte - über 4 Grad zu kalt. Die reale Abweichung bezogen auf die ersten zwei Wochen liegt bei etwa 3 Grad nach unten.

Dann schauen wir doch mal auf die Details: Welches Wetter bringt uns das Wochenende?

Der Samstag zeigt sich zweigeteilt. Im Süden und Osten überwiegen kompakte Wolken und zeitweise fällt Regen oder Nieselregen. Besser sieht es zum Start ins Wochenende im Norden und Westen aus. Hier bleibt es trocken und insbesondere bei den Nordlichtern auch längere Zeit sonnig. Dazu erreichen die Temperaturen zwischen 3 Grad am trüben Erzgebirge und 13 Grad im sonnigeren Emsland.

Und am Sonntag?

ntv-Meteorologe Björn Alexander

ntv-Meteorologe Björn Alexander

(Foto: ntv)

Bleibt diese Wetterteilung grundsätzlich gesehen erhalten. Also die Nordwesthälfte im Vorteil mit Sonne und Wolken und einem geringen Regenrisiko. Die Südosthälfte hingegen wechselhafter mit Schauern, teilweise auch Gewittern. Die Temperaturen steigen dabei langsam an und bringen es meistens auf 8 bis 14 Grad. Am kühlsten ist es am Alpenrand, am mildesten nach wie vor im Nordwesten.

Wie sieht es zum Start in die kommende Woche aus?

Der Norden bleibt durch die Nähe zum Hoch über Nordeuropa auf der Sonnensieger-Seite. Von der Mitte südwärts geht es derweil durchwachsen mit teils gewittrigen Regengüssen und freundlichen Phasen weiter. Die Temperaturen erinnern besonders im Westen schon mal wieder an den Frühling bei bis zu 16 Grad, während es im Süden Bayerns bei frischen 10 Grad bleibt.

Was berechnen die Wettercomputer im Anschluss?

Den weiteren Verlauf bewerten die verschiedenen Wettermodelle noch unterschiedlich. Insofern sind auch die Unsicherheiten groß. Alles in allem könnte sich aber der leichte Aufwärtstrend fortsetzen. Und damit wären - ich vertraue da den optimistischeren Ansätzen - in der zweiten Hälfte der nächsten Woche durchaus frühlingshafte Aussichten drin.

Was bedeutet das konkret?

Mehr Sonne als Wolken und oft Temperaturen zwischen 13 und 18 Grad. Am Rhein - und hier vor allem am Oberrhein - wären demnach auch Spitzenwerte von um die 20 Grad möglich. Das wäre dann zumindest ein versöhnliches, wenn auch nicht megawarmes letztes Wochenende im unterkühlten April 2021.

Quelle: ntv.de

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