Panorama

Schneefall, Glätte und Unfälle Der Frühling liegt vorerst auf Eis

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Nach den milden Temperaturen vergangene Woche sorgt der Wintereinbruch für heftigen Schneefall und einige Unfälle wie hier in Nordrhein-Westfalen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Schneefall und eisige Temperaturen - eine Wetterlage, die wir uns eigentlich eher zu Weihnachten wünschen, hat uns nun Ostern einen Wintereinbruch beschert. Diese "arktische Keule" hat viele Autofahrer offenbar überrascht. Wo es gekracht hat und warum wir uns noch etwas länger auf diese Wetterlage einstellen müssen.

Der Ostermontag hat bereits einen wechselhaften Vorgeschmack auf die winterliche Wetterlage am Dienstagmorgen gegeben, die auf Deutschlands Straßen zu zahlreichen Unfällen geführt hat - meistens blieb es dabei jedoch bei Blechschäden. Die Winterreifen sollten noch etwas draufbleiben, denn der Frühling liegt vorerst auf Eis.

Bleibt es so kalt?

Die "arktische Keule" hat uns zum Ende der Osterfeiertage voll erfasst und beschert uns einen späten Wintereinbruch mit frostiger Kälte und stechendem Wind, der uns noch etwas erhalten bleibt. "Verbreitet erwarten uns in den kommenden Nächten Frost oder Bodenfrost", sagt ntv-Meteorologe Björn Alexander. Am kältesten ist es im Bergland mit Tiefstwerten um die minus 6 bis minus 15 Grad. Zum Teil ist es auch noch kälter. Die Wetteraussichten im Detail finden Sie auch hier.

Wo ist es am kältesten in Deutschland?

Der Schnee ist auch im Flachland liegengeblieben, aber am kältesten wird es in den höheren Lagen. Tiefstwerte gibt es auf Deutschlands höchstem Berg, der Zugspitze mit knapp 3000 Metern. "Hier geht es an die minus 20 Grad. Das entspricht übrigens auch der tiefsten Temperatur, die im Dezember 2020 als kälteste Temperatur des Monats gemessen wurde", sagt Björn Alexander. Der April 2021 wird also - bezogen auf die Tiefstwerte - ähnlich kalt wie der vergangene Dezember. "Die gefühlte Temperatur, der sogenannte 'Windchill', liegt sogar noch deutlich darunter."

Was ist die "Windchill"-Temperatur?

Bei diesem Wert handelt es sich um die gefühlte Temperatur, die mit der Windstärke zu tun hat. "Durch den teilweise stürmischen Wind wird die Körperwärme wesentlich rascher weggeweht als bei Windstille", so der ntv-Meteorologe: "Die liegt beispielsweise auf der Zugspitze bei unter minus 30 Grad und auf den anderen Mittelgebirgen nachts sowie in den Morgenstunden bei minus 10 bis minus 20 Grad."

Verkraftet die Natur den plötzlichen Wintereinbruch?

Die ersten Obstbäume blühen bereits und für sie kann der plötzliche Temperaturabfall negative Folgen haben. "Hier drohen Frostschäden und Ernteausfälle. Auch auf dem Balkon oder in den Gärten sollten wir jetzt dementsprechend noch für Frostschutz sorgen", sagt Björn Alexander. Das bedeutet, dass Pflanzen wenn möglich abgedeckt oder ins Haus geholt werden sollen und außenliegende Wasserleitungen besser nochmal abgedreht und entwässert werden, um Schäden zu vermeiden.

Wo hat es Unfälle gegeben?

Auf der Autobahn 5 bei Alsfeld in Hessen ging es am Morgen zwischenzeitlich gar nicht mehr vorwärts, wie ein Polizeisprecher berichtete. Dort sei der Schwerlastverkehr zum Stillstand gekommen, der Verkehr staue sich in beiden Richtungen. Streufahrzeuge waren im Einsatz. Das Polizeipräsidium Nordhessen zählte im Bereich Kassel seit dem frühen Morgen etwa ein Dutzend Unfälle. Bereits gestern Abend sorgte plötzliches Unwetter für eine Massenkarambolage auf der Autobahn 3 in Südhessen mit 14 beteiligten Fahrzeugen, als drei Fahrer wegen schlechter Sicht stark abbremsten, wie die Polizei mitteilte. Die anderen Wagen fuhren dann aufeinander. Zwei Menschen wurden den Angaben zufolge leicht verletzt.

Auch im benachbarten Niedersachsen hat es gekracht: In Schüttorf rutschte ein 29 Jahre alter Autofahrer mit seinem Auto von der glatten Fahrbahn und prallte gegen einen Baum, wie eine Polizeisprecherin mitteilte. Der Mann erlitt schwere Verletzungen. Im Landkreis Cloppenburg geriet ein 22 Jahre alter Autofahrer am Morgen vermutlich ebenfalls auf rutschiger Fahrbahn ins Schleudern, nachdem er einen Lastwagen überholt hatte. Der 22-Jährige und seine 21 Jahre alte Beifahrerin kamen mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus.

Der Schneefall in der Nacht hat auch in Teilen von Nordrhein-Westfalen am Morgen den Berufsverkehr behindert. Nach Auskunft des Deutschen Wetterdienstes hat es rund drei Stunden teils heftig geschneit. Dabei seien in den höheren Lagen zwischen 3 und 10 Zentimetern liegen geblieben. Rund um Paderborn sorgte der Wintereinbruch gestern und in der Nacht auf heute für mehrere Unfälle auf glatten Straßen. Mehrere Autos kamen von der Straße ab. Eine 31-jährige Fahrerin kam ins Krankenhaus. Zum Teil gab es heftige Blechschäden. Bei Altenbeken rutschte ein Lastwagen in die Leitplanken.

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In Norden von Thüringen blieben wegen starken Schneefalls mehrere Lastwagen liegen. Wie die Polizei mitteilte, steckten mehrere Lkw an einem Berg fest. In Mecklenburg-Vorpommern ereigneten sich bereits gestern Abend bei heftigem Schneetreiben auf den Autobahnen 20 und 19 Unfälle, bei denen mindestens fünf Menschen verletzt wurden. Wie Polizeisprecher in Rostock und Neubrandenburg sagten, kam es zeitweise zu Sperrungen. Bei Jarmen wurde ein Sattelzug-Lkw von der A20-Fahrbahn gedrückt und kippte um.

Im Süden Deutschlands in Bayern und Baden-Württemberg meldete die Polizei trotz Wintereinbruchs keine beziehungsweise kaum witterungsbedingte Unfälle.

Quelle: ntv.de, joh/dpa

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