Panorama

"Musste Risiko eingehen" Dorfbewohner bändigen riesiges Krokodil nur mit Seil

Mehrere Tage lang versetzt ein mehr als vier Meter großes Krokodil die Anwohner eines Dorfes in Indonesien in Angst und Schrecken. Ein Mann versucht deshalb mit der Hilfe seines Sohnes, das riesige Reptil zu bändigen. Viele Hilfsmittel stehen ihnen nicht zur Verfügung.

Es ist ein 4,30 Meter langes Krokodil, das die Menschen in dem kleinen indonesischen Dorf Ambuau Indah tagelang in Atem hält. Für die Siedlung mitten im tropischen Regenwald auf der Insel Buton ist das riesige Reptil eine echte Gefahr. "Hätten wir es zurückgelassen, wäre es an Land gekommen und wir hätten nicht in die Reisfelder gehen können", sagt Usman, der wie viele Indonesier keinen Nachnamen hat, der Nachrichtenagentur Reuters. Am Samstag wagt er zusammen mit seinem Sohn, die Bestie zu bändigen. Anders als professionelle Krokodiljäger sind sie nicht sonderlich gut ausgerüstet: Einzig mit einem drei Meter langen Nylonseil bewaffnet, begeben sie sich auf die Suche nach dem Tier.

Dabei müssten die Anwohner von Ambuau Indah schon eine Routine in dem Umgang mit den riesigen Reptilien haben. Es komme häufiger vor, dass es in dem Dorf Krokodilangriffe gibt, erzählt Umar Siddiq Al Farizi, einer der Dorfbewohner. Und auch Usman, der das Tier später bändigen wird, ist sich bewusst, welche Gefahr das Krokodil für die Dorfbewohner haben könnte. "Es gibt auch Entwässerungskanäle um die Straßen herum, in denen die Einheimischen angeln", sagt Usman. "Es wäre gefährlich gewesen, wenn es die Abwasserkanäle hinaufgekrochen wäre. Ich musste ein Risiko eingehen", erklärt er.

Tier sollte nicht getötet werden

Usmans Heldentat mit der Hilfe seines Sohnes wurde dabei mit einer Kamera festgehalten. Das Video zeigt, wie der Vater das Seil durch den geöffneten Kiefer des Krokodils spannt - und das Tier damit einfängt. Danach helfen ihm die restlichen Dorfbewohner, die Gliedmaßen des Reptils festzubinden. Gemeinsam wuchten sie das etwa eine Tonne schwere Tier im Anschluss über eine improvisierte Holzrampe auf die Ladefläche eines Pick-up-Trucks.

Im Dorf ist die Anerkennung für seine Aktion groß. "Was Usman getan hat, wird von der Gemeinschaft gewürdigt. Manche halten es sogar für eine heldenhafte Tat, weil es viele Menschen gerettet hat, die zu Opfern hätten werden können", sagt Dorfbewohner Umar Siddiq Al Farizi Reuters.

Das riesige Reptil hat die ganze Aktion offenbar überlebt. Nach Angaben eines anderen Dorfbewohners meldete Usman das Tier den lokalen Behörden. "Er hielt es für ein seltenes Tier, dessen Lebensraum durch Überschwemmungen zerstört worden war. Er war der Meinung, dass es geschützt und nicht getötet werden sollte", sagte Umar. Der Leiter der Naturschutzbehörde in Buton, Laode Tamrin, erklärte inzwischen, dass das Tier an anderer Stelle wieder ausgewildert werden soll.

Quelle: ntv.de, ses

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