Panorama

Australischer Bericht zu Küchengerät Dutzende Nutzer des Thermomix verletzt

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Blick in die Produktion des Thermomix TM5 in einem Werk in Wuppertal.

(Foto: picture alliance / dpa)

Ein Thermomix-Gerät gilt vielen Nutzern als vielseitige Küchenmaschine. In Australien sorgt derzeit allerdings ein Bericht über Dutzende Verletzungen nach ihrem Gebrauch für Aufsehen. Es geht um einen Dichtungsring.

Der australische Verbraucherschutzverband Choice hat einen Bericht über Verletzungen beim Gebrauch des Küchengeräts Thermomix vorgelegt. Demnach seien bei der Organisation 87 Beschwerden über das Gerät der Firma Vorwerk eingegangen. In 45 Fällen habe es Verletzungen der Nutzer gegeben, 18 Mal war eine medizinische Behandlung notwendig, 9 Mal gar der Gang ins Krankenhaus, berichtet Choice. In den meisten Fällen ging es dabei um das ältere Modell TM31, in einigen weiteren um die 2014 eingeführte Version TM5 der vielseitigen Küchenmaschine.

"Ich drehte langsam am Rad, um Gemüse zu pürieren", zitiert etwa der "Sydney Morning Herald" eine Nutzerin. Dann sei jedoch eine Schale auf dem Gerät weggeflogen und die 100 Grad heiße Flüssigkeit habe sie durchnässt. Die Frau habe Verbrennungen zweiten Grades an den Armen erlitten und ihre kleine Tochter nicht mehr stillen können, berichtet die Zeitung. Die Folge: eine wochenlange Behandlung im Krankenhaus.

Defekte Dichtung

Auch in anderen Fällen beklagten Nutzer eine defekte Dichtung. Mehrfach sei es in den vergangenen Jahren zu Verbrennungen durch heiße Flüssigkeiten gekommen, heißt es in dem Choice-Bericht. Betroffen waren etwa Arme, Hals, Brust und Kinn von Nutzern. Choice wirft Vorwerk zudem ein rüdes Vorgehen gegenüber geschädigten Kunden vor. Die Firma habe Beschwerden nicht erst genommen und Verbraucherrechte ignoriert, heißt es. Man habe die Unfälle als Bedienungsfehler abgetan.

Die Verbraucherschutzorganisation fordert nun die Veröffentlichung einer offiziellen Sicherheitswarnung für das Gerät. Zudem wirft Choice dem Unternehmen vor, mindestens zehn Fälle nicht, wie vorgeschrieben, an das Verbraucherschutzministerium gemeldet zu haben.

Außerdem habe die Firma zu spät auf das defekte Teil reagiert. Erst im Oktober 2014, ein Jahr nach ersten Berichten über Verletzungen, tauchte auf der australischen Seite für Rückrufe ein Dichtungsring des Thermomix-Modells TM31 auf. In einer Beschreibung heißt es, dass es unter bestimmten Umständen zu Verbrennungen kommen könne. Eigentlich hätte die Reaktion nach zwei Tagen erfolgen müssen. Laut Choice kam es aber auch nach Austausch des Rings bei einigen Nutzern zu Problemen.

Vorwerk teilte mit, man wolle in dem Fall mit den Behörden kooperieren. Der Thermomix, der nicht in normalen Läden zu kaufen ist und etwa 1100 Euro kostet, ist ein Küchengerät, mit dem man verschiedene Speisen zubereiten kann. Er kann mixen, rühren und kneten, Getreide mahlen, Gemüse häckseln, dampfgaren, kochen und wiegen.

Quelle: n-tv.de, mli

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