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Küchenmaschinen mit Kochfunktion: Thermomix ist nicht das Nonplusultra

Alle wollen den Thermomix, dabei gibt es genügend andere Küchenmaschinen, die auch kochen können. Ist Vorwerks Zauberkessel wirklich konkurrenzlos? Nein, sagt die Stiftung Warentest. Es soll sogar bessere Geräte geben.

Der Thermomix wird wie Tupperware im Direktvertrieb verkauft. Das tut der Nachfrage keinen Abbruch.
Der Thermomix wird wie Tupperware im Direktvertrieb verkauft. Das tut der Nachfrage keinen Abbruch.(Foto: picture alliance / dpa)

Der Thermomix ist das iPhone unter den Küchenmaschinen: Er punktet mit durchdachten Features und idiotensicherer Bedienung, spielt aber auch preislich in der Luxusklasse und wer ihn haben will, muss wochenlang auf die Lieferung warten. Kein Wunder, dass sich an beiden Geräten die Geister scheiden. Das "Must have" für die einen, halten andere für völlig überbewertet. Auch andere Hersteller bauen Küchenmaschinen mit Kochfunktion, und das zum Teil deutlich billiger. Die Stiftung Warentest hat sich den Thermomix und seine Konkurrenten angesehen. Und so viel vorweg: Der Testsieg ging nicht an das Vorwerk-Modell.

Sechs Küchenmaschinen und drei Standmixer mit Kochfunktion hat die Stiftung ins Prüflabor geschickt. Dabei war von Vornherein klar, dass nicht alle Geräte alles können. Die Standmixer sind weder zum Teigkneten ausgelegt noch zum Zerkleinern von Fleisch. Eine Dämpffunktion hatte nur der Soup & Go von Moulinex, allerdings reicht die Kapazität hier nur für eine knappe Portion. Kochanleitungen auf dem Display bietet zudem nur der Thermomix, die anderen Geräte kommen meist mit ganz konventionellem Kochbuch.

In der Laborküche mussten sich die Geräte in verschiedenen Disziplinen bewähren: Die Tester kochten unter anderem Suppen und Gulasch, dämpften Lachs und Gemüse und schmolzen Kuvertüre.  Außerdem ließen sie die Maschinen – wenn möglich - Teig kneten, Sahne schlagen sowie Mandeln, Zwiebeln, Fleisch und Kräuter zerkleinern. Dabei kam es nicht nur auf das Ergebnis an, sondern auch auf die Art, wie es erreicht wurde.

Thermomix ist zu laut

Kenwoods Cooking Chef macht zumindest optisch mehr her als der Thermomix.
Kenwoods Cooking Chef macht zumindest optisch mehr her als der Thermomix.(Foto: Kenwood)

Etwa auf die Geräuschentwicklung. Wenn der Thermomix 1,5 Stunden lang Gulasch köchelt, kommen in einem halben Meter Entfernung noch 64 Dezibel an. Das entspricht der Geräuschkulisse einer belebten Kantine, was den Aufenthalt in der Küche nicht besonders angenehm macht. Bei anderen Funktionen lärmt der "Zaubertopf" sogar mit über 90 Dezibel Seine Lautstärke wurde dem Thermomix zum Verhängnis, denn sie kostete ihn eine komplette Notenstufe in der Gesamtwertung. Das gleiche Schicksal ereilte den mit 520 Euro recht preiswerten Jupiter Thermomaster. Ohne die schallbedingte Abwertung  hätte es beim Thermomix für den Testsieg gereicht.

Allerdings konnte die vermeintliche Wundermaschine auch in anderen Disziplinen nicht vollends überzeugen. Möhren raspeln oder Gurken in Scheiben hobeln? Fehlanzeige. Der Thermomix hackte alles in kleine Stücke. Die Konkurrenz konnte es meistens aber auch nicht besser. Einzig Kenwoods Cooking Chef – mit 1120 Euro auch nicht gerade ein Schnäppchen – kommt mit verschiedenen Schneidescheiben, mit denen sich Gemüse passend zerkleinern lässt.

Ein anderes Problem: Wenn der Thermomix rührt, dann läuft das Messer mit. Das ist bei sämigen Suppen kein Problem, bei klaren Suppen und Eintöpfen schon eher. Die Testaufgabe "Minestrone" bewältigte das Vorwerk-Gerät nur mittelmäßig, weil Zwiebeln und Gemüse nach kurzer Zeit kleingehackt waren. Geschmacklich macht das keinen großen Unterschied, optisch schon. Immerhin: Die Zubereitung war im Thermomix denkbar einfach. Krups, Kenwood und Kitchenaid lassen einen das Gemüse hingegen selbst schnippeln. Dafür sah das Ergebnis dann aber auch appetitlicher aus.

Keine kann alles

Und wer kocht nun am besten? Darauf wollten sich die Tester nicht festlegen. Stärken und Schwächen hatten alle Maschinen und keine vollbringt Hexenwerk. Mit herkömmlichen Küchenutensilien ließen sich die getesteten Gerichte genauso gut zubereiten, meist dauere das auch nicht viel länger, so das Fazit der Stiftung Warentest. Zudem müsse man die gesparte Arbeitszeit oft für die Reinigung aufbringen. Beim Thermomix hält sich der Aufwand in Grenzen, Schüssel und Messer lassen sich schnell abspülen, zudem sind alle Teile spülmaschinenfest. Auch beim Kenwood kann fast alles in der Maschine landen. Beim Jupiter und bei der KitchenAid müssen die Töpfe dagegen von Hand gespült werden. Richtig frickelig ist das Putzen bei den Standmixern von Moulinex und Russel Hobbs. Bei ihnen lassen sich die Krüge nicht auseinandernehmen, so dass man Reste mühsam unterm Messer herauspulen muss.

In der Gesamtwertung schnitten drei Geräte "gut" ab – alle mit der Note 2,4:  Der Cooking Chef von Kenwood rangiert preislich auf Thermomix-Niveau und eignet sich insbesondere für ambitionierte Hobbyköche, die ausreichend Stauraum fürs Zubehör haben. Gleichauf liegt die KitchenAid Artisan für 970 Euro. Die Prep & Cook von Krups kostet um 775 Euro und ist wegen des kleinen Garaufsatzes eher für kleine Haushalte geeignet. Die Thermomix-Klone, die Aldi Süd und Lidl kürzlich im Angebot hatten, waren ratzfatz ausverkauft und  schafften es nicht mehr ins Heft. Für das Lidl-Modell soll aber demnächst noch ein Schnelltest folgen.   

Quelle: n-tv.de

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