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"Windspitzen an der Nordsee" Ein kleines intensives Sturmtief zieht heran

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Mütze festhalten und Handy raus: An Nord- und Ostsee gibt es wieder Wellengang.

(Foto: picture alliance/dpa)

Gute Laune machen die Aussichten aufs Wochenende nicht: keine Sonne, viel Grau und noch mehr Wind. Es gibt Sturm, der in den Bergen sogar zu Orkanböen führen kann, warnt n-tv Meteorologe Björn Alexander. An der Nordsee sind Windspitzen um die 100 Stundenkilometer möglich.

n-tv.de: Wie sieht unser Wetter am Wochenende aus?

Björn Alexander: Leider nicht gut, und zum Teil wird es sehr windig bis stürmisch. Denn gleich drei Tiefdruckgebiete geben sich in Europa die Klinke in die Hand. Erst einmal Tief "Thomas". Es folgen "Uwe" und "Volker". Vor allem am Sonntag wird es damit ziemlich heftig.

Wo wird es besonders schlimm?

Nachdem es bereits am Samstag stürmisch weitergeht, zieht in der Nacht zum Sonntag und am Sonntag selber ein kleines, aber sehr intensives Sturmtief über uns hinweg. Zwar gibt es bei den Wettermodellen noch Unsicherheiten in punkto Zugbahn und Spitzenböen. Nach jetzigem Stand wird das Hauptsturmfeld aber von West nach Ost entlang der breiten Landesmitte über uns hinwegziehen. Damit drohen im Flachland Sturmböen und auf den Bergen auch Orkanböen. Je nachdem, wie das Tief genau zieht, sind aber an der Nordsee Windspitzen um die 100 Stundenkilometer nicht auszuschließen. Eine brisante Wetterlage also, die noch weiteres Ungemach bringt.

Wie sieht das genau aus?

Mit dem stürmischen West- bis Südwestwind kommt vorübergehend vorfrühlingshaft milde Luft zu uns, die zum Teil Höchstwerte bis zu 13 Grad bringt. Damit setzt auch in den Mittelgebirgen Tauwetter ein. Das Schmelzwasser in Kombination mit dem mitunter kräftigen Regen sorgt dann dafür, dass kleinere Flüsse und Bäche ausufern können. Auch überschwemmte Wiesen dürften sicherlich zu den Bildern des kommenden Wochenendes gehören.

Ist das dann das Ende vom Winter?

Bestimmt nicht. Denn einerseits hat der Februar ja gerade erst begonnen. Und auch der März kann ja - wie wir es im letzten Jahr erlebt haben - gerne noch einmal winterliche Temperaturen bringen. Aber unabhängig von dieser klimatischen Situation folgt ab Montag der nächste Wintereinbruch. So sinkt die Schneefallgrenze bis Montagabend wieder bis ins Flachland und ab Dienstag könnte es bis in die tieferen Lagen wieder weiß sein. Zudem kehrt der Nachtfrost zurück, so dass es auch ohne Schnee neuerlich glatt werden kann. Kurzum: Einige facettenreiche und spannende Tage stehen uns bevor.

Gibt es denn dabei auch mal wieder mehr Sonne?

Zumindest steigen nach einem überwiegend wolkigen Wochenstart die Chancen, dass sich mal ein stärkeres Hoch bei uns durchsetzen könnte. Jedoch sind auch unbeständigere Ansätze in den Berechnungen der Wettermodelle. Eine relative Einigkeit besteht eigentlich nur darüber, dass die Luft in den nächsten Wochen aus nördlichen Breiten zu uns kommt und dass die bevorstehende Milderung lediglich eine kurzlebige Geschichte ist.

Wie sind denn die Einzelheiten bis zum Wintercomeback?

Der Samstag bringt immer wieder Schauer, die im Nordwesten auch von Gewittern begleitet sein können. Dabei ist es sehr windig und vor allem in Schauer- und Gewitternähe sind starke bis stürmische Böen drin. Am freundlichsten ist es noch in Richtung Alpenrand sowie im südlichen Ostdeutschland. Ansonsten überwiegen die Wolken, zum Teil bleibt es auch ganztägig grau. Das ändert aber nichts an den durchweg milden Temperaturen. Die bringen es nämlich auf 5 bis 12 Grad. Am mildesten ist es am Oberrhein, am kühlsten hingegen auf den östlichen Mittelgebirgen.

Was macht das Wetter am Sonntag?

Von Westen her breiten sich der stürmische Wind und neue Regenwolken aus. Besonders mit dem Durchgang der Kaltfront und einer ansteigenden Gewitterwahrscheinlichkeit drohen dabei die eingangs erwähnten Windspitzen von Sturm- bis hin zu Orkanböen. Ein paar Aufhellungen sind zuvor noch im Osten und Südosten möglich. Die Temperaturen bringen es nochmals auf sehr milde 5 bis 13 Grad, bevor das Sturmtief die Tür für die Kaltluft öffnet.

Das heißt für den Montag?

Dass es bereits in der Nacht zum Montag wieder häufiger in den Bereich des Gefrierpunktes runter geht und dass am Montag die Schneeflocken immer öfter bis tiefere Lagen fallen. Gleichzeitig gibt es im Bergland teils kräftige Schneeschauer, die dort für glatte Straßen sorgen. Und dort klopft auch wieder der Dauerfrost an, während es im Flachland maximal noch nasskalte 4 bis 7 Grad werden.

Wie sieht es danach aus?

Nachts verbreitet frostig und auch tagsüber beißt sich der leichte Dauerfrost auf den Bergen fest. Ansonsten werden es höchstens noch 1 bis 6 Grad. Und dann brauchen wir noch etwas Glück, dass es vielleicht mal wieder für ein stabileres Hoch reicht.

Quelle: n-tv.de, Björn Alexander

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