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Gerichtsstreit um Tafida Eltern kämpfen für schwer kranke Tochter

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Computer-Tomographie eines menschlichen Schädels.

(Foto: imago/Westend61)

Die fünfjährige Tafida leidet an einer schweren Schädigung des Gehirns. Die Ärzte am Royal London Hospital sehen keine Überlebenschance und wollen die Geräte abstellen. Doch die Eltern möchten ihre Tochter in Italien weiter behandeln lassen. Nun landet der Streit vor Gericht.

Die Eltern der schwer kranken Tafida aus London kämpfen vor Gericht dafür, dass ihre Tochter in ein italienisches Krankenhaus gebracht wird. Wie die britische Zeitung "The Sun" berichtet, sträubt sich allerdings das Royal London Hospital dagegen, weil die Ärzte für die Fünfjährige keine Überlebenschance sehen und sie in Würde sterben lassen wollen. Nun muss der High Court in London über den Fall entscheiden.

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Die Eltern Mohammed Raqeeb und Shelina Begum argumentieren hingegen, dass es gegen ihren muslimischen Glauben verstößt, ein Leben zu beenden. Ihrer Meinung nach ist das die Aufgabe Gottes. Außerdem würde die Ablehnung der Ärzte in London gegen das europäische Recht auf Freizügigkeit verstoßen, die EU-Bürgern ermöglicht, sich für die medizinische Versorgung in einem anderen EU-Staat zu entscheiden.

"Die Eltern glauben, dass jede Behandlung bereitgestellt werden muss und es Gottes Aufgabe ist, das Leben zu nehmen - und nicht die der Menschen", erklärt der Anwalt der Familie der Zeitung. "Es gibt keine Hinweise darauf, dass Tafida durch eine Auslandsreise Schaden erleidet, und ihre Eltern haben das Recht, sie in ein anderes Krankenhaus zu überweisen", sagte er dem britischen "Standard". Tafida war im Februar kollabiert und erlitt dabei schwere Schäden am Gehirn. Vor dem Zwischenfall war sie nach Angaben der Eltern ein völlig gesundes Kind.

Seitdem liegt sie jedoch im Koma und ist auf Beatmungsgeräte angewiesen. Laut Aussagen der Eltern soll sie allerdings auch kleine Anzeichen der Genesung zeigen. Das Mädchen liegt mittlerweile seit mehr als vier Monaten auf der pädiatrischen Intensivstation.

Spendenaufruf für Behandlung in Italien

Gegenüber dem "Independent" sagten die Eltern außerdem, dass sie verzweifelt nach Spenden suchen, um die hohen Kosten für die Behandlung und den Transport nach Italien bezahlen zu können. Alleine die Betreuung in Italien würde dann rund 112.000 Euro kosten. Mithilfe der Crowdfunding-Website "GoFundMe" wollen sie die Spenden sammeln.

Nach Angaben der Eltern würde das Gaslini Children's Hospital im italienischen Genua das Mädchen auch weiterhin behandeln. Vor Gericht wollen die Eltern dafür kämpfen, dass Tafida für die weitere medizinische Versorgung nach Italien verlegt werden darf. Bis Ende der Woche soll eine Entscheidung fallen.

Quelle: n-tv.de, sgu

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