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Wegen Mord an seinen Kindern Familienvater muss lebenslang in Haft

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Das Gericht geht davon aus, dass Eduardo A. auch die von ihm getrennt lebende Mutter töten wollte.

(Foto: picture alliance/dpa)

Als ihre Kinder nicht vom Besuch beim Vater nach Hause kommen, ruft die besorgte Mutter die Polizei. Die Ermittler finden die drei und sechs Jahre alten Mädchen brutal ermordet in der Wohnung des Vaters. Ein Dresdener Gericht verurteilt den 56-Jährigen nun zu lebenslanger Haft.

Das Dresdner Landgericht hat einen Familienvater wegen zweifachen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. "Seine Schuld wiegt besonders schwer", sagte der Vorsitzende Richter Herbert Pröls. Damit ist eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren nahezu ausgeschlossen. Die Kammer ist überzeugt, dass Eduardo A. seine drei und sechs Jahre alten Töchter getötet hat und auch die von ihm getrennt lebende Mutter umbringen wollte. Sie geht von Heimtücke und niederen Beweggründen aus. Damit folgten die Richter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die Verteidigung hatte auf Totschlag plädiert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Für Sylka und Martina endete der Wochenendbesuch bei ihrem Vater tödlich. Der 56-Jährige hat sie laut Pröls in seiner Wohnung im Dresdner Plattenbauviertel Gorbitz heimtückisch und brutal umgebracht. "Er wollte sein Leben seit 2011 komplett löschen", sagte der Vorsitzende Richter. Alles spreche dafür, dass auch seine Noch-Ehefrau dazu zählte. Nur habe sich die 35-Jährige, die ihn Silvester 2017 nach einem aktenkundigen Fall von Gewalt mit den Mädchen verlassen hatte, anders als erwartet an die Polizei gewandt, statt selbst nachzusehen.

"Die Kinder waren Objekte"

Beamte fanden die Kinder blutüberströmt im Schlafzimmerbett des Vaters: Die Dreijährige und die Sechsjährige wurden wohl zur Zeit des Mittagsschlafs getötet. Bei beiden gab es keine Abwehrspuren, sie hatten keine Überlebenschance, sagte Pröls. Der Angeklagte habe alles gereinigt und auch die Kinder in frisches Bettzeug gelegt. "Er hat den Tatort in gewisser Weise präpariert, in Erwartung, dass er die Sache vollenden kann", sagte der Richter. "Die Kinder waren Objekte, er instrumentalisierte sie, um sich an der Mutter für die von ihr herbeigeführte Situation zu rächen."

Der Mosambikaner kam 1981 zur Ausbildung in die DDR, lernte Deutsch und arbeitete zuletzt als Krankenpflegehelfer. 2011 heiratete er in seiner Heimat eine Landsfrau, die 2014 mit den inzwischen geborenen Töchtern nach Dresden kam. Nach einer harmonischen Zeit brach seine schöne Welt zusammen, es gab Probleme in der Ehe und auch im Job, dann Streit um Unterhalt, Sorgerecht, einen Strafbefehl wegen der Gewalttätigkeit und ein Annäherungsverbot gegenüber der Frau. Als seine Hoffnung, dass sie zu ihm zurückkommt, stirbt, "entscheidet er sich, seinen Weg seit 2011 komplett zu löschen", sagte Pröls. "Es war keine Spontantat, da hat sich etwas angesammelt." Das zeige auch der Satz von A. gegenüber dem Gutachter: "Ich war verheiratet."

Quelle: n-tv.de, lri/dpa

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