Panorama

Sieben bestätigte Fälle Guinea ruft "Ebola-Epidemie" aus

66799861.jpg

Ebola-Patienten leiden an Fieber, Muskelschmerzen, Durchfall und inneren Blutungen bis hin zum Organversagen.

(Foto: picture alliance / AP Photo)

Drei Menschen sind bereits gestorben, bei nur sieben bestätigten Fällen. Die Gesundheitsbehörde des westafrikanischen Lands Guinea spricht von einer Ebola-Epidemie. Womöglich auch, weil der letzte verheerende Ausbruch mit seinen Tausenden Toten noch zu gut in Erinnerung ist.

Angesichts mehrerer bestätigter Ebola-Fälle hat die Gesundheitsbehörde im westafrikanischen Guinea eine "Epidemie-Lage" ausgerufen. Am frühen Morgen habe ein Labor in Conakry "die Existenz des Ebola-Virus bestätigt", sagte der Leiter der nationalen Gesundheitsbehörde, Sakoba Keïta, nach einer Dringlichkeitssitzung in Guineas Hauptstadt. Es gebe sieben bestätigte Fälle, darunter drei tödliche. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sagte dem Land schnelle Hilfe zu.

Gesundheitsminister Rémy Lamah hatte gestern von vier Ebola-Todesfällen gesprochen. Die ersten Ebola-Toten seit dem Jahr 2016 habe es in der Region Nzérékoré im Südosten des Landes gegeben, sagte Lamah am Samstag. "Wir sind sehr besorgt." Warum später nur noch von drei Ebola-Toten die Rede war, war zunächst unklar.

Die WHO kündigte an, rasch Ressourcen bereitzustellen, um Guinea bei der Bewältigung der Krise zu unterstützen. Verfügbar machen will die UN-Behörde demnach auch Impfstoffe. "Wir werden schnell die notwendigen Kapazitäten einsetzen, um Guinea zu helfen", sagte der WHO-Vertreter Alfred George Ki-Zerbo vor Journalisten. Er verwies auf die "großen Erfahrungen" Guineas in der Ebola-Bekämpfung.

Ausbruch unter Beerdigungsgästen

Das westafrikanische Land war zwischen 2013 und 2016 eines der Zentren der Ebola-Krise. Etwa 2500 Menschen starben damals in Guinea an der Viruskrankheit, in der Region Westafrika waren es mehr als 11.300. Weltweit waren damals etwa 28.600 Ebola-Infektionen nachgewiesen worden. 99 Prozent von ihnen entfielen auf Guinea, Liberia und Sierra Leone.

Keïta sagte, den ersten bestätigten Ebola-Todesfall in Guinea habe es Ende Januar in Gouécké in der Nähe der Grenze zu Liberia gegeben. Tage nach der Bestattung des Toten am 1. Februar hätten einige Trauergäste Symptome wie Durchfall, Erbrechen, Fieber und innere Blutungen entwickelt. Am Freitag habe ein von der EU aufgebautes Labor in Guéckédou bei einigen der Beerdigungsgäste das Ebola-Virus nachgewiesen.

Das Nachbarland Liberia reagierte alarmiert auf die Nachrichten aus Guinea. Präsident George Weah wies die Gesundheitsbehörden und andere Verantwortliche an, "die Überwachung und Präventionsmaßnahmen im Land angesichts der Berichte über das Auftreten des tödlichen Ebola-Virus im benachbarten Guinea zu erhöhen", wie sein Büro mitteilte. In Liberia seien bisher aber keine Ebola-Fälle nachgewiesen worden. "Die Anweisungen des Präsidenten sollen sicherstellen, dass Liberia proaktiv handelt, um eine Epidemie-Situation zu verhindern, wie Liberia sie 2014 erlebt hat."

Das Ebola-Virus war erstmals 1976 im Norden der Demokratischen Republik Kongo registriert worden und ist nach einem dortigen Fluss benannt. Die Betroffenen leiden an Fieber, Muskelschmerzen, Durchfall sowie in an inneren Blutungen und schließlich Organversagen. Die Übertragung geschieht durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten eines Infizierten.

Quelle: ntv.de, lwe/AFP

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.