Panorama

Nur 26 Dosen pro Praxis Hausärzte wollen ohne Priorisierung impfen

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"Ein Mann von 69 Jahren mit Hypertonus und Diabetes sollte vielleicht eher die Impfung erhalten als eine 72-jährige Triathletin", sagt der Chef des Hausärzteverbands Ulrich Weigeldt.

(Foto: picture alliance / CHROMORANGE)

Ab kommender Woche können Hausärzte in ihren Praxen gegen das Coronavirus impfen. Sobald es genügend Impfstoff gibt, sollte nicht mehr nach der Impfreihenfolge gegangen werden, fordern sie nun. Nur so könne man schnellstmöglich alle spritzen, die können und wollen.

Der Hausärzteverband rät dazu, nach dem breiten Start der Corona-Impfungen in den Praxen die Priorisierung beim Impfen mit steigenden Liefermengen an Impfstoff in den Hintergrund treten zu lassen. "Die Priorisierung war und ist eine gute Leitlinie für die Ärztinnen und Ärzte, solange der Impfstoff noch in geringen Mengen verfügbar ist", sagte Verbandschef Ulrich Weigeldt der Düsseldorfer "Rheinischen Post".

"Allerdings werden wir bald nicht mehr so sehr auf Zahlen, sondern zunehmend auf die Gesundheit der Menschen schauen müssen", fügte Weigeldt hinzu. "Ein Mann von 69 Jahren mit Hypertonus und Diabetes sollte vielleicht eher die Impfung erhalten als eine 72-jährige Triathletin", sagte der Verbandschef. Wenn die Impfstoffmenge ein bestimmtes Maß überschritten habe, müsse die Priorität sein: "Den zugelassenen Impfstoff schnellstmöglich allen, die können und wollen, zu impfen."

Unterdessen sprach sich der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, für eine kurzfristige Auflösung der zurückgelegten Impfstoffkapazitäten für die zweite Dosis aus. Ab Ende April würden angesichts der vom Bund zugesagten Liefermengen ausreichend Kapazitäten für die Zweitimpfungen zur Verfügung stehen, sagte er. Es müsse aber sichergestellt sein, dass die zugesagten Mengen auch wirklich geliefert würden. Dann würde die Auflösung der Reservekapazität helfen, die dritte Infektionswelle zu brechen.

In der Woche nach Ostern starten rund 35.000 Hausärzte auf breiter Front mit den Impfungen gegen das Coronavirus. "Am kommenden Mittwoch beginnt - endlich, muss man sagen - das Impfen in den Praxen", hatte der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, gesagt.

Bisher konzentrieren sich die Impfungen auf rund 430 Impfzentren. Allerdings steht in den Praxen zunächst eine sehr begrenzte Menge an Impfstoff zur Verfügung. In der ersten Woche erhalten alle Praxen zusammen 940.000 Impfdosen. Das macht rein rechnerisch nur gut 26 Dosen pro Praxis.

Quelle: ntv.de, hny/dpa

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