Panorama

Mini-Abkühlung am Wochenende Hitzewelle endet - die nächste steht bereit

1a1eb47d8b0fa11daf1dc2f5f7d16a77.jpg

Es ist weiter hochsommerlich.

(Foto: imago/PhotoAlto)

Sonne satt, hohe Temperaturen und warme Seen. Das Sommerwetter bleibt Deutschland erhalten. Und nach einer kleinen Delle am Wochenende klettert das Thermometer wieder deutlich über die 30-Grad-Marke, wie n-tv-Meteorologe Alexander erklärt.

Sonne satt, hohe Temperaturen und warme Seen. Das Sommerwetter bleibt Deutschland erhalten. Und nach einer kleinen Delle am Wochenende klettert auch die Quecksilbersäule wieder deutlich über die 30-Grad-Marke, wie n-tv-Meteorologe Alexander erklärt.

n-tv.de: Hier in Berlin ist es - ähnlich wie in anderen Großstädten - fast schon unerträglich heiß. Das sieht an der Küsten sicherlich anders aus, oder?

Björn Alexander: Könnte man meinen. Ist aber derzeit definitiv nicht überall so. Denn der Wind ist besonders im Nordseeumfeld meistens ablandig, da er aus östlichen Richtung kommt. Und damit sind auch an der See die Temperaturen zum Teil bemerkenswert hoch. Auf Sylt sind es aktuell 30, in St. Peter Ording 32, und auf den ostfriesische Inseln um die 31 Grad. An der Ostsee kommt der Wind häufiger mal übers Wasser heran. Jedoch sind es auch an den Ostseeküsten häufig 25 bis 30 Grad. Und damit haben die Urlauber an den deutschen Küsten momentan ähnliche Temperaturen wie an den Stränden Mallorcas.  

Wie ist es um die Wassertemperaturen bestellt?

Die sind am Mittelmeer mit 24 bis 30 Grad zwar noch höher. Allerdings sieht es auch an den heimischen Stränden gar nicht schlecht aus. In der Nordsee werden in einem Meter Wassertiefe 20 bis 23 Grad gemessen. In der Ostsee sind es derzeit 22 bis 25 Grad. In flacheren Bereichen kann es natürlich auch noch spürbar wärmer sein.  

Welche Temperaturen gibt es in den Badeseen?

Die meisten Badeseen vermelden derzeit bereits 24 bis 28 Grad. Selbst der Bodensee misst bereits 24 bis 25 Grad. Im Ammersee sind es 23, im Chiemsee 22 Grad. Etwas frischer mit mehr Abkühlungspotenzial sind noch die Bergseen der Alpen. Aber selbst das Tiroler Meer, der Achensee hat jetzt schon 20 Grad.

Der n-tv Wetterexperte Björn Alexander

Deutlich über 20 Grad in deutschen Gewässern, sagt Björn Alexander.

Diese warmen Temperaturen sind aber sicherlich auch eine Belastung für die Gewässer.

In machen Bereich ganz bestimmt. Einerseits durch die zunehmende Anzahl von Algen, wie beispielsweise an der polnischen Ostsee. Andererseits sorgen die verhältnismäßig hohen Temperaturen in Kombination mit den niedrigen Wasserständen teils für akute Sauerstoffknappheit und damit für Fischsterben.

Hat die Hitze denn irgendwann auch mal ein Ende?

Am Wochenende gibt es bei den Temperaturen einen kleinen Knick nach unten. Denn dann breitet sich nämlich erst schwüle Gewitterluft aus, der am Sonntag besonders im Westen und Norden eine kleine Erfrischung mit Werten zwischen 25 und 29 Grad folgen wird.

Das klingt schon mal nicht schlecht. Und mehr als 25 Grad sind ja auch immer noch sommerlich.

Es ist aber auch nur ein kurzes Frischluftintermezzo. Schon am Montag kommt die mitunter schwüle Hitze bei 30 bis 35 Grad zurück. Am Dienstag verlagert sich der Hitzeschwerpunkt dann etwas weiter östlich mit 36 oder 37 Grad in Nordbayern, Sachsen, Thüringen und Sachsen Anhalt. Dazu erwarten uns einzelne Hitzegewitter. Erst ab Mittwoch hört die Einigkeit der Wettermodelle dann auf.

Das bedeutet?

Gestern wollten die Wettercomputer noch einheitlich die nächste große Hitzewelle. Die ist aus heutiger Sicht jedoch fraglich. Es würde aber hochsommerlich warm bis heiß bleiben; wobei der Süden und Osten sicherer heiß bleiben würde als der Westen und der Norden.

Kann man das auch in Prozenten sagen? Wie wahrscheinlich ist nächste große Hitze?

Für die Hitze spricht die seit Monaten eingefahrene Wetterlage mit einem starken Hoch über Skandinavien, die Erfahrung mit stabilen Wetterlagen und der großen Erhaltungsneigung solcher Situationen. Und auch die meisten Wettermodelle wollen zur Zeit noch die heiße Variante. Also: 65 Prozent für "Hitze".

Was spricht da noch dagegen?

Einerseits gibt es in der Wettermodel-Welt inzwischen andere Ansätze. Andererseits haben die beiden Hochsommermonate Juli und August sehr oft ein unterschiedliches Gesicht. Vor allem dann, wenn einer von beiden extrem ausfällt. Und dieser Juli wird etwa vier Grad zu warm, viel zu trocken und viel zu sonnig.

Von der nächsten Woche zurück zu unserem Wochenende. Wie sind die Einzelheiten?

Am Samstagvormittag sind im Westen bereits erste Schauer und Gewitter aktiv. Und die breiten sich mit zunehmender Schwüle im Tagesverlauf immer weiter nach Osten und Süden aus. Zuvor ist es noch lange sonnig und heiß bis zu 36 Grad, während es im Westen und Nordwesten mit den Gewittern im Vergleich zu den heißen Tagen zuvor um fast 10 Grad kühler wird. Mit dem Luftmassenwechsel drohen stellenweise leider auch Unwetter durch Starkregen, Hagelschlag und Sturmböen!

Wird der Sonntag ruhiger?

Im Norden und Westen ganz bestimmt. Denn hier wird es - wie gesagt - vorübergehend kurz etwas frischer bei 25 bis 29 Grad. Dabei ist es auch schon wieder sonnig und trocken. In der Südosthälfte schaut es hingegen ganz anders aus. Dort hält sich die sehr schwüle und teils gewitterwillige Luft bei bis 32 Grad. Östlich mit Unwetterpotenzial.

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema