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"Tote Zonen" befürchtet Blaualgen bedrohen Ostseestrände in Polen

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Blaualgen können Leben absterben lassen.

(Foto: dpa)

Biologen schlagen Alarm: An der polnischen Ostseeküste breiten sich Blaualgen aus. Mehrere Strände wurden bereits geschlossen. Die Cyanobakterien könnten schwere Schäden anrichten. Wissenschaftler fürchten "tote Zonen".

Wegen eines giftigen Algenteppichs haben polnische Gesundheitsbehörden mehrere Strände an der Ostsee vorübergehend geschlossen. An acht Badestellen sei das Schwimmen wegen gefährlicher Cyanobakterien - besser als Blaualgen bekannt - verboten, sagte der Gesundheitsinspektor Tomasz Augustyniak. "Die Algen sind giftig und stellen ein Gesundheitsrisiko dar." Die gefährliche Blüte sei "besonders intensiv" wegen der anhaltenden Hitze.

Weitere Ursachen für die Algenplage seien Rückstände aus Düngemitteln und Abwasser, die in den vergangenen Jahren in die Ostsee gelangt sind, sagte Augustyniak. Wenn die Algen sterben, würden komplexe biologische Prozesse in Gang gesetzt, die mit erheblichem Sauerstoffverlust einhergingen. Auf diese Weise könnten dann "tote Zonen" entstehen, in denen kein maritimes Leben mehr möglich ist.

In einer unlängst in der Fachzeitschrift "Biogeosciences" veröffentlichten Studie hatten Wissenschaftler bereits auf einen "außergewöhnlich starken" Sauerstoffmangel in der Ostsee hingewiesen. Demnach handelt es sich bei dem Binnenmeer um ein besonders sensibles Ökosystem, da Schadstoffe nur in begrenztem Maße in andere Gewässer weitergespült werden könnten.

Wegen giftiger Blaualgen im Wasser hatte vergangene Woche auch die Hamburger Umweltbehörde das Baden im Öjendorfer See verboten. Der Grenzwert von 50 Mikrogramm Cyanobakterien pro Liter ist in dem Gewässer im Stadtteil Billstedt derzeit um ein Vielfaches höher, wie die Behörde mitteilte.

Quelle: n-tv.de, vpe/AFP/dpa

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