Panorama

Australien spürt heftige Folgen Hunderte starben durch Rauch bei Bränden

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Die Feuer hielten Ost-Australien in Atem - viele Menschen verloren durch die Brände ihr Leben.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Laut einer neuen Studie sollen mehr als 400 Menschen bei den australischen Buschfeuern in Folge von Rauchvergiftungen gestorben sein. Außerdem müssen Tausende in Kliniken behandelt werden, die zu Jahresbeginn die Brände erlebten. Die Kosten für die Versorgung der Opfer schnellen nun in die Höhe.

Durch den Rauch der jüngsten Buschbrände in Australien sind Experten zufolge hunderte Menschen ums Leben gekommen. Schätzungsweise 445 Todesfälle und mehr als 4000 Klinikeinweisungen seien auf die verheerenden Buschbrände zurückzuführen, sagte die Gesundheitsexpertin Fay Johnston von der Universität Tasmanien vor einem Untersuchungsausschuss der Regierung, der Wege zur Verbesserung im Umgang mit Naturkatastrophen aufzeigen soll.

Bei den katastrophalen Buschbränden, die Australien Ende 2019 und zu Beginn des neuen Jahres heimgesucht hatten, waren mehr als 30 Menschen als direkte Folge der Feuer ums Leben gekommen. Die Opferzahl ist Johnston zufolge aber deutlich höher, wenn auch die Auswirkungen durch den Rauch der Feuer mit einbezogen werden.

Hohe Kosten für die Krankenversorgung

Die Kosten für das Gesundheitssystem lagen in der vergangenen Buschbrandsaison demnach bei rund zwei Milliarden australischen Dollar (1,2 Milliarden Euro). Das sei das Zehnfache der vorherigen Jahre, wobei bestimmte Kosten nicht mit eingerechnet seien - etwa für Krankenwageneinsätze, eingebrochene Produktivität oder Krankheiten, bei denen die Auswirkungen schwer darzustellen seien, wie Diabetes.

"Es gibt natürlich von Jahr zu Jahr Schwankungen, aber das war eine große Abkehr von allem, was wir in den vergangenen 20 Jahren gesehen haben", sagte Johnston. 80 Prozent aller Australier - rund 20 Millionen Menschen - waren demnach vom Rauch der Buschbrände betroffen, die mehr als zehn Millionen Hektar Land zerstörten.

Sydney, die von Mega-Feuern umzingelte größte Stadt des Landes, war über Wochen in grauen, giftigen Rauch gehüllt. Auch andere Städte, etwa die Hauptstadt Canberra, waren betroffen. Der Untersuchungsausschuss soll bis Ende August seine Ergebnisse vorlegen, bevor die nächste Buschbrandsaison beginnt.

Quelle: ntv.de, sgu/AFP