Panorama

Was war mit der Garagen-Party? Inzidenz in Berchtesgaden steigt wieder

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Seit Dienstag gelten Ausgangsperren im Berchtesgadener Land.

(Foto: dpa)

Die Corona-Lage im Berchtesgadener Land bleibt angespannt. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt wieder, und noch immer ist es ein Rätsel, warum die Zahlen im südöstlichen Zipfel Bayerns so hoch sind. Und was hatte eine Garagenparty mit 40 Gästen damit zu tun?

Im Corona-Hotspot Berchtesgadener Land ist die Sieben-Tage-Inzidenz noch einmal gestiegen. Diese steht laut Robert-Koch-Institut nun bei 262,4 und erreichte damit einen neuen Höchststand. Der Kreis bleibt damit an der Spitze der am meisten betroffenen Gebiete Deutschlands. Noch immer gibt es keine schlüssige Erklärung für die hohen Infektionszahlen in dem Landkreis. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hatte von "einer entsprechenden Party" als Ursache gesprochen, wobei gestern das örtliche Gesundheitsamt eine einzige Feier als Ursache für den Ausbruch ausschloss.

Die "Bild"-Zeitung berichtet nun, auf einer Privatparty in einer Garage könnten sich mehrere Menschen mit dem Coronavirus angesteckt haben. Ein Mann habe Anfang Oktober mit 40 Gästen seinen Geburtstag in seiner Garage nachgefeiert. Anschließend bekamen der 50-Jährige, seine Frau und seine beiden Söhne Symptome und wurden daraufhin positiv getestet. Ob auch andere Gäste erkrankten, geht aus dem Bericht nicht hervor. Der Zeitung sagte der Mann, er habe nichts Verbotenes gemacht und auch ein Hygienekonzept gehabt.

Solche Feiern tragen natürlich zum Infektionsgeschehen bei, die eine Ursache war diese Garagenparty aber wohl nicht - so sagte es zumindest der Leiter des Gesundheitsamtes, Wolfgang Krämer. Die Behörde geht von einem "diffusen Infektionsgeschehen" aus. Das würde heißen, es gab nicht das eine große Superspreader-Ereignis, sondern viele Ansteckungen in der Fläche. Davor haben Experten aber für ganz Deutschland gewarnt. Warum ausgerechnet im Berchtesgadener Land die Zahlen so viel stärker hochschnellen als in anderen Landesteilen, wird damit nicht befriedigend erklärt. Seit gestern gelten im Landkreis Ausgangsbeschränkungen.

Gesundheitsamtsleiter Krämer sagte am Dienstag, derzeit gebe es im Landkreis 260 bestätigte Corona-Fälle, 169 Patienten zeigten Symptome wie Husten und Fieber. In der Klinik in Bad Reichenhall seien zwei Verdachtsfälle und zwölf bestätigte Fälle auf Normalstation, zwei Patienten würden auf Intensivstationen behandelt. Man sei "noch weit davon entfernt, die Kapazitätsgrenze zu erreichen".

Da man nicht so genau weiß, wie es zu dem Ausbruch im Berchtesgadener Land kam, kann man auch nicht ausschließen, dass auch anderswo die Zahlen hochschnellen. Am Dienstagabend sagte Gesundheitsminister Jens Spahn im ZDF, dass es dann auch in anderen Landesteilen Ausgangsbeschränkungen geben könnte. "Das kann dann tatsächlich eben auch in anderen Bereichen lokal, regional zu entsprechenden Maßnahmen kommen. Das ist ja genau der Ansatz, den wir haben, nicht bundesweit einheitlich, sondern immer lageangepasst die Maßnahmen zu ergreifen. Und ich bin überzeugt, dann haben sie auch eine bessere Akzeptanz."

Auch Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier schloss das nicht aus. "Die Lage ist ernst, wir haben ein äußerst dynamisches Geschehen", sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Der Epidemiologe und SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sagte diesen Blättern: "Dinge wie in Berchtesgaden werden wir jetzt häufiger sehen. Wir können nur reagieren durch lokale Shutdowns, insofern sind die auch angemessen."

Quelle: ntv.de, vpe/dpa

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