Panorama

In nur 24 Stunden Italien meldet fast 1000 neue Corona-Tote

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Italien ist das Land mit den meisten verstorbenen Corona-Patienten.

(Foto: dpa)

In Italien spitzt sich die Lage weiter zu: Die Zahl der Corona-Toten steigt innerhalb von nur einem Tag um fast 1000 Personen. Insgesamt kostet das Virus damit mehr als 9000 Italiener das Leben. Dabei steht der Höhepunkt der Pandemie noch bevor.

Italien hat an einem Tag fast 1000 Tote im Zuge der Corona-Pandemie gemeldet - so viele wie an keinem Tag zuvor. Damit sind laut Zivilschutz 9134 Corona-Infizierte gestorben. Die Totenzahl ist auch deshalb noch höher ausgefallen, weil darin 50 am Vortag nicht berechnete Fälle aus der Region Piemont enthalten sind. Zugleich stieg die Zahl der Infizierten um fast 6000 auf 86.498. Damit liegt Italien weltweit etwa gleichauf mit den USA.

Gemessen an den Todeszahlen ist Italien nach wie vor das am stärksten von der Pandemie betroffene Land der Welt, gefolgt von Spanien mit 4858 und China mit knapp 3300 Todesfällen. In Italien ist besonders die Lombardei betroffen. Dort starben in den vergangenen 24 Stunden 541 Menschen infolge einer Infektion mit dem Coronavirus.

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Dabei ist der Höhepunkt der Pandemie offenbar noch nicht erreicht: Es gebe Hinweise darauf, dass dieser Punkt kurz bevorstehe, sagte der Direktor von Italiens Oberstem Gesundheitsinstitut ISS, Silvio Brusaferro. "Wir haben den Höhepunkt noch nicht erreicht, wir haben ihn nicht überschritten", betonte er. Es gebe aber "Zeichen einer Verlangsamung" der Coronavirus-Pandemie, "die uns glauben lässt, dass wir nah daran sind, dass wir den Höhepunkt in den kommenden Tagen erreichen können". Dies sei auch auf die drastischen Maßnahmen wie die Ausgangssperre und den Produktionsstopp aller nicht notwendigen Betriebe zurückzuführen. Zuvor hatte der Virologe Fabrizio Preglisaco im Radio gesagt, es werde keinen landesweiten "Höhepunkt" geben, dieser sei von Region zu Region verschieden.

Brusaferro warnte eindringlich davor, nun über eine Lockerung der Ausgangssperren nachzudenken. Diese müssten strikt eingehalten werden. Seit dem 10. März dürfen die Menschen im ganzen Land nur noch in Ausnahmefällen aus dem Haus gehen. 80 Prozent der Toten seien über 70 Jahre alt gewesen, so Brusaferro. Jeder zweite Verstorbene hätte zudem mindestens drei oder mehr Vorerkrankungen gehabt. Bei den Toten war nicht abschließend geklärt, ob sie mit oder an Covid-19 gestorben sind.

Weltweit stieg die Zahl der offiziell bestätigten Infektionsfälle auf mehr als 547.000. Gemessen an den Infektionsfällen sind die USA, Italien und Spanien am stärksten von der Pandemie betroffen. Einen Anstieg bei den Infektionsfällen verzeichnet aber auch Lateinamerika.

Quelle: ntv.de, ftü/dpa/AFP