Panorama

Der nächste Fall Fritzl Italiener hält Frau als Sex-Sklavin

Jahrelang erleidet eine junge Frau Höllenqualen. Ihr Peiniger sperrt sie in ein Kellerloch, fesselt sie ans Bett und vergeht sich Tag für Tag an ihr. Dem Verbrechen kommt die Polizei durch "Kommissar Zufall" auf die Spur.

In einem kleinen Dorf in Süd-Italien ist vor wenigen Tagen ein unfassbarer Fall von Sklavenhaltung aufgeflogen. Eine Rumänin wurde in der 5000-Seelen-Gemeinde Gizzeria von einem Italiener zehn Jahre in einem dunklen Keller gefangen gehalten. Jetzt hat die zuständige Polizeibehörde ein Video veröffentlicht, das den Keller im Haus von Aloisio Francesco G. zeigt.

Im Alter von 19 Jahren sei die Frau als Pflegerin nach Kalabrien gekommen, berichten italienische Medien. Zunächst kümmerte sie sich um die kranke Lebensgefährtin ihres späteren Peinigers. Doch als die Frau starb, begann für die Rumänin das Martyrium. G. sperrte sie in ein dreckiges Kellerloch, fesselte sie ans Bett und hielt sie jahrelang als Sex-Skavin gefangen. Den Berichten zufolge misshandelte und vergewaltigte G. sein Opfer beinahe täglich. Die Ermittlungen ergaben, dass sich die Rumänin über ein Jahr lang nicht waschen durfte.

Während ihrer Gefangenschaft brachte die heute 29 Jahre alte Frau den Angaben zufolge einen Jungen und ein Mädchen zur Welt. Viele Gewaltakte sollen vor den Augen der Kinder stattgefunden haben.

Körper "völlig zerschunden"

Bei einer Verkehrskontrolle flog der 52-Jährige durch Zufall auf. Weil der neunjährige Sohn völlig verwahrlost erschien, wollten sich die Beamten ein genaueres Bild seiner Lebenssituation machen. Überall lagen von Insekten befallene, verdorbene Lebensmittel, es gab keine Beleuchtung oder sanitäre Anlagen, dafür umso mehr tote Mäuse und haufenweise Unrat.

Die Durchsuchung führte die Beamten schließlich auch zu der apathischen Frau. Der Körper der 29-Jährigen sei "völlig zerschunden", schreibt die "Corierre della Serra". Auch die dreijährige Tochter sei in schlechten Zustand, "halb verhungert". Der zuständige Staatsanwalt erklärte, so etwas in 30 Jahren noch nicht gesehen zu haben.

G. muss sich derzeit für seine Taten vor Gericht verantworten. Er bestreitet jegliche Vorwürfe und machte deutlich, seine Frau niemals sexuell missbraucht oder in ihrer Freiheit eingeschränkt zu haben.

G. soll bereits 1995 wegen Entführung, Misshandlung und sexuellem Missbrauch einer jungen Frau zu fünf Jahren Haft verurteilt worden sein. Wegen guter Führung sei er 1999 aber vorzeitig entlassen worden.

Quelle: ntv.de, dsi