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Foto erntet massive Kritik Jäger posieren küssend vor totem Löwen

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Löwen werden immer wieder von Großwildjägern gejagt.

(Foto: imago images / Westend61)

Die lizensierte Jagd von Wildtieren in Afrika ist hoch umstritten und stößt bei vielen Menschen auf Kritik. Ein Wildjäger-Paar hält das nicht davon ab, verliebt vor einem erschossenen Löwen zu posieren. Als sie das Bild ins Netz stellen, ist der Shitstorm riesig - und das Foto entfacht eine Debatte.

Ein Jägerpaar hat heftige Kritik eingesteckt, weil es einen Löwen erschossen und anschließend mit dem toten Tier posiert hat. Über das Großwildjagd-Foto berichten mehrere britische Medien.

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Darren und Carolyn Carter aus Edmonton verbrachten ihren Urlaub in Südafrika. Doch anstatt sich die wilden Tiere auf einer Safari anzuschauen, buchten sie eine Jagdreise, um auf diese zu schießen. Nach ihrem Ausflug halten die beiden das Ganze auch noch bildlich fest: Vor dem küssenden Paar liegt ein großer, toter Löwe. Die beiden Kanadier freuten sich sichtlich, während das Bild auf andere Menschen eher abscheulich wirkte. Das Reise-Unternehmen kommentierte allerdings hoch erfreut: "Harte Arbeit in der heißen Kalahari-Sonne. Gut gemacht, es ist ein Monster-Löwe."

Als das Paar das Foto Ende Juni auch noch bei Instagram postet, erntet es massive Kritik von Tierschützern. Auch auf dem Instagram-Account des Unternehmens Legela Safaris gibt es viele Trophäenfotos stolzer Jäger, die mit ihren geschossenen Wildtieren posieren.

Das Foto des Paares sorgte vor allem in Großbritannien für so viel Aufregung, dass sich nun "Daily Mirror" für ein Ende der Großwildjagd und für ein Einfuhrverbot im Vereinigten Königreich einsetzt. Bislang wirbt Legela Safaris auch in Großbritannien für seine Reisen und lockt britische Jäger zur Großwildjagd nach Afrika. Nach Angaben der "Sun" bietet der Veranstalter beispielsweise zum Preis von 2400 Pfund, umgerechnet 2600 Euro, eine Zebra-Jagdlizens an. Jäger Darran Carter wollte sich gegenüber dem "Mirror" nicht weiter zu der Debatte äußern, da es ihm "zu politisch" sei.

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Trophäenfoto die Öffentlichkeit aufschreckt. Ein US-amerikanischer Zahnarzt tötete 2015 den berühmten Löwen Cecil und posierte anschließend mit dem toten Tier auf einem Foto. Der Fall sorgte weltweit für einen Aufschrei, weil der 13-jährige Löwe der Star des Hwange-Nationalparks in Simbabwe war. Damals wurde vermutet, dass er extra für die Großwildjagd aus dem Naturschutzgebiet gelockt wurde.

Laut einem Bericht der Tierschutzorganisation "Pro Wildlife" reisen jedes Jahr mehr als 18.000 Ausländer nach Afrika, um dort mehr als 100.000 Wildtiere zu töten. Dazu zählen Elefanten, Löwen, Geparden und weitere bedrohte und geschützte Tierarten. Die Jäger zahlen hohe Summen, um die Tiere zu jagen und ihre Trophäen mit nach Hause zu nehmen. Löwen sind eine gefährdete Tierart, in ganz Afrika gibt es Schätzungen zufolge noch etwa 20.000.

Quelle: n-tv.de, sgu

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