Panorama

20 Jahre nach Verschwinden Knochenreste in Norditalien identifiziert

Nach dem Verschwinden des Mannes wurde gegen dessen Arbeitgeber und einen Angestellten ermittelt. Sie wurden 2015 freigesprochen.

Nach dem Verschwinden des Mannes wurde gegen dessen Arbeitgeber und einen Angestellten ermittelt. Sie wurden 2015 freigesprochen.

(Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

Im Mai 2001 verschwindet ein Senegalese in Italien spurlos. Nun werden seine Überreste gefunden, die auf eine schwere Schädelverletzung als mögliche Todesursache hinweisen. Die Ermittler hatten zuvor dessen Arbeitgeber und einen Angestellten in Verdacht, jedoch wurden diese freigesprochen.

Ein Knochenfund in Norditalien hat Licht in einen Jahrzehnte alten Kriminalfall gebracht. Wie die Staatsanwaltschaft in Verbania am Westufer des Lago Maggiore mitteilte, handle es sich um die Überreste eines am 16. Mai 2001 spurlos verschwundenen Mannes aus dem Senegal. Das hätten Experten in ihren forensischen Untersuchungen herausgefunden.

Am Schädel des Mannes fanden sie der Mitteilung zufolge Verletzungen, die vermutlich zum Tod führten. Die Knochen hatte ein Mann am 14. April nahe der Ortschaft Gattico gefunden. Den Ermittlungen zufolge war die Leiche des damals Ende Zwanzigjährigen mit einem Plastiksack zugedeckt und vergraben worden. Die Justiz hatte nach eigenen Angaben in den Jahren nach dem Verschwinden gegen dessen Arbeitgeber und einen Angestellten unter anderem wegen vorsätzlicher Tötung ermittelt. Ein Gericht sprach die beiden allerdings im Januar 2005 frei.

Der Rechtsstreit zog sich aber über mehrere Instanzen. Mehr als zehn Jahre später stand der Freispruch Anfang Juli 2015 definitiv fest. Trotz der neuen Erkenntnisse kann die Staatsanwaltschaft den Fall gegen die Männer deshalb nicht mehr aufrollen.

Die Zeitung "La Stampa" berichtete nun, die beiden seien nach Kalabrien zurückgekehrt, wo sie 2017 in einer Anti-Mafia-Operation von der Polizei in der Provinz Reggio Calabria festgenommen wurden. Bis vor wenigen Monaten unterstanden sie demnach noch Arrest-Auflagen.

Quelle: ntv.de, ysc/dpa

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