Panorama

26 Leichen in Laos geborgen Noch 131 Vermisste nach Dammbruch

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Bewohner der Gegend um den Staudamm in Laos retteten sich auf die Dächer ihrer Häuser.

(Foto: REUTERS)

26 Menschen sterben, als in Laos ein Damm bricht. Wassermassen überfluten das Umland, rund 130 Menschen werden vermisst. Ein Bauunternehmen erklärt nun, dass es mit dem Bruch gerechnet hatte.

In seiner ersten öffentlichen Reaktion auf den folgenschweren Dammbruch in Laos hat Regierungschef Thongloun Sisoulith von rund 130 Vermissten gesprochen. Nach dem Unglück am Montag in der südöstlichen Provinz Attapeu seien 131 Menschen vermisst gemeldet worden, sagte der Ministerpräsident bei einer im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz. Es handele sich ausschließlich um Landsleute. Nach Angaben eines thailändischen Konsularmitarbeiters wurden bislang 26 Todesopfer geborgen.

Das Unglück ereignete sich am Montag an einem Nebenfluss des Mekong unweit der Grenze zu Kambodscha. Ein noch im Bau befindlicher Staudamm war nach starken Regenfällen kollabiert und hatte die Umgebung mit fünf Milliarden Kubikmetern Wasser überflutet. Tausende Menschen wurden obdachlos.

Die abgelegene Region ist derzeit ausschließlich mit Helikoptern und flachen Booten zu erreichen. Straßen wurden von den Wassermassen beschädigt oder komplett zerstört. Fernsehaufnahmen zeigten Menschen, die sich auf den Dächern ihrer Häuser vor den schlammigen Fluten in Sicherheit gebracht hatten. Der nach wie vor hohe Wasserstand erschwere die Rettungsarbeiten, sagte ein Mitarbeiter des thailändischen Konsulats.

Schon vorm Bruch Schäden sichtbar

Das südkoreanische Unternehmen SK Engineering & Construction, das an dem Wasserkraftprojekt beteiligt ist, erklärte, es habe bereits 24 Stunden vor dem Dammbruch Schäden an der Konstruktion bemerkt. Der obere Teil eines Hilfsdammes sei weggespült gewesen. "Wir haben umgehend die Behörden alarmiert und mit der Evakuierung von Dorfbewohnern flussabwärts begonnen", hieß es in einer Mitteilung.

Der Staudamm ist das Projekt des Energieunternehmens Xe-Pian-Xe Namnoy Power Company (PNPC), das dabei mit weiteren Unternehmen aus dem In- und Ausland zusammenarbeitet. Der Grundstein für das 1,2 Milliarden Dollar (1,02 Milliarden Euro) teure Bauvorhaben war 2013 gelegt worden.

Das autoritär regierte kommunistische Laos treibt den Ausbau von Wasserkraftwerken voran, um den Großteil der erzeugten Energie an Nachbarländer wie Thailand zu exportieren. Das international weitgehend isolierte Land hat sich vorgenommen, zur "Energiezelle Südostasiens" aufzusteigen.

Quelle: ntv.de, AFP

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