Panorama

Zwei Infizierte bestätigt Österreich meldet erste Coronavirus-Fälle

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In Mailand schützen sich die Menschen mit Mundschutz vor einer Ansteckung.

(Foto: picture alliance/dpa)

Das Coronavirus greift in Europa weiter um sich. Die österreichische Regierung meldet die ersten Coronavirus-Fälle. Auch in Kroatien gibt es einen ersten bestätigten Fall. Alle Infizierten weisen eine Verbindung nach Italien auf.

In Österreich gibt es die ersten Coronavirus-Fälle. Zwei Menschen im Bundesland Tirol seien infiziert, sagte eine Sprecherin der Landessanitätsbehörde. Auch ein zweiter Test sei positiv ausgefallen. Medienberichten zufolge handelt es sich um zwei 24-jährige Italiener aus der Lombardei, die in Innsbruck leben. Die Betroffenen hätten sich bei der Leitstelle selbst gemeldet, nachdem sie bei sich Krankheitssymptome festgestellt hätten. Noch sei unklar, wo sich die beiden Menschen angesteckt haben.

Die Lombardei ist der Schwerpunkt des Coronavirus-Ausbruchs in Italien. Die Landesklinik Tirol will am Nachmittag auf einer Pressekonferenz über Details informieren.

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Zudem wurde in Italien ein Flüchtlingsrettungsschiff unter zwei Wochen lange Quarantäne gestellt. Die 32-köpfige Besatzung der "Ocean Viking" dürfe als Vorsichtsmaßnahme nicht von Bord, sagte die Sprecherin der Hilfsorganisation SOS Mediterranee, Barbara Hohl. Das Schiff ist seit Sonntag isoliert und liegt vor dem Hafen in Pozzallo auf Sizilien. Die mehr als 270 geretteten Migranten seien an Land in Quarantäne gekommen, sagte Hohl. Warum die Crew nicht auch an Land isoliert wurde, sei ihnen unklar.

Italien ist binnen kurzer Zeit zum größten Herd des neuartigen Coronavirus in Europa geworden. Dort wurde bislang bei knapp 230 Menschen eine Infektion mit dem Erreger der Lungenkrankheit Covid-19 nachgewiesen, sieben Infizierte starben bereits.

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Auch in Kroatien ist erstmals eine Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 nachgewiesen worden. Der Patient, ein junger Mann, halte sich mit leichten Symptomen in einem Krankenhaus in Zagreb auf, teilte Ministerpräsident Andrej Plenkovic mit. Der junge Mann war vom 19. bis 21. Februar in Italien gewesen, sagte Gesundheitsminister Vili Beros. Es werde nun festgestellt, mit wem er Kontakt hatte. Über den betroffenen Personenkreis werde Quarantäne verhängt.

Treffen der Gesundheitsminister zur aktuellen Lage

Am heutigen Dienstag kommen die Gesundheitsminister aus Italien, Deutschland, Österreich, Slowenien, Frankreich, Kroatien und der Schweiz zusammen, um über die Lage zu beraten. Dabei wird es auch um die Frage nach möglichen Kontrollen an der Grenze gehen. An dem Treffen nimmt auch EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides teil. Am Mittwoch steht ein Treffen mit der Weltgesundheitsorganisation in Rom an.

Das EU-Parlament forderte derweil Mitarbeiter, die unlängst eine Region mit vielen Coronavirus-Infektionen besucht haben, zur Heimarbeit auf. Auch wenn keinerlei Verdacht auf eine Ansteckung bestehe, sollten die Mitarbeiter mindestens 14 Tage nach Rückkehr nicht ins Parlament kommen, heißt es in einer E-Mail der Parlamentsverwaltung. Zudem sollten sie zwei Mal täglich Fieber messen. Sollten Symptome von Covid-19 auftreten oder Kontakte zu womöglich infizierten Menschen bestanden haben, "kontaktieren Sie bitte Ihren Hausarzt (...) und begeben Sie sich nicht in die Klinik ohne vorherigen telefonischen Kontakt", heißt es in der E-Mail.

Die EU-Kommission hält es bislang nicht für nötig, aufgrund der Epidemie systematische Grenzkontrollen einzuführen. Italien ist Teil des Schengenraums, in dem es normalerweise keine Ein- und Ausreisechecks gibt. Nach Angaben der Brüsseler Behörde wären vorübergehende Kontrollen wegen des Virus grundsätzlich möglich.

Quelle: ntv.de, ibu/dpa/rts