Panorama

Keine ukrainische Gewalttat Polizei in NRW warnt eindringlich vor "Fake-Video"

Der Polizei liegen keine Informationen zu einer Gewalttat ukrainischer Flüchtlinge am Bahnhof Euskirchen vor.

(Foto: Jens Büttner/zb/dpa/Symbolbild)

Im Internet kursiert derzeit ein Video, in dem über einen tödlichen Angriff ukrainischer Flüchtlinge auf einen Jugendlichen in Euskirchen berichtet wird. Die Polizei stuft den Clip als "Fake Video" ein und vermutet eine gezielte Hass-Attacke als Hintergrund.

Die Polizei hat eindringlich vor der Verbreitung eines Fake-Videos im Netz gewarnt, in dem es um ein angebliches Verbrechen durch Ukrainer in Nordrhein-Westfalen geht. "Über das Internet wird derzeit ein Video verbreitet, in dem von einem Überfall auf einen 16-jährigen Jugendlichen im Bereich Euskirchen berichtet wird. Angeblich sei dieser von einer Gruppe Ukrainer zu Tode geprügelt worden", teilte die Bonner Polizei am Sonntagabend auf Twitter mit. Weiter heißt es: "Die Experten gehen derzeit davon aus, dass es sich um ein absichtliches "Fake-Video" handelt, das Hass schüren soll. Wir bitten, dieses Video nicht weiterzuverbreiten (...)"

In dem Clip ist eine Frau zu sehen. Sie berichtet auf Russisch davon, dass sie von einer Freundin von dem Vorfall am Bahnhof von Euskirchen gehört habe. Sie spricht dabei gar von einem Mob ukrainischer Flüchtlinge. Der Clip wurde offenbar massenweise in den sozialen Medien und Messenger-Diensten geteilt. Zuerst aufgetaucht ist er offenbar in der Telegram-Gruppe "Neues aus Russland". Der für Kapitalverbrechen in Euskirchen zuständigen Polizei Bonn liegen keine Informationen über einen solchen gewalttätigen Übergriff oder gar einen Todesfall vor, teilte die Polizei weiter mit. "Der Staatsschutz der Polizei Bonn hat die Ermittlungen aufgenommen."

Erst am Freitag hatte sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier besorgt über Hass-Attacken auf in Deutschland lebende Menschen russischer Herkunft wegen des Kriegs in der Ukraine gezeigt. "Es ist nicht der Krieg des russischen Volkes gegen das der Ukraine", sagte Steinmeier. "Dass sie verunglimpft, bedroht oder gar tätlich angegriffen werden, auch das dürfen wir nicht zulassen. Auch da ist eine rote Linie." Die Verzweiflung, das Entsetzen, die Wut über den Krieg Wladimir Putins dürften nicht in Hass umschlagen. "Sie dürfen sich nicht gegen Menschen richten, von denen viele diesen Krieg ebenso ablehnen, wie wir es tun."

Quelle: ntv.de, tno/dpa

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