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Die Pumpen hatten dafür gesorgt, dass weite Teile der Höhle wieder zu Fuß begehbar wurden.
Die Pumpen hatten dafür gesorgt, dass weite Teile der Höhle wieder zu Fuß begehbar wurden.(Foto: AP)
Mittwoch, 11. Juli 2018

Knapp der Katastrophe entgangen: Pumpen versagen kurz nach Höhlenrettung

Die Rettung des Fußballteams aus einer thailändischen Höhle ist von Beginn an ein Wettlauf gegen die Zeit. Nun verraten drei beteiligte Taucher, wie knapp es tatsächlich war: Nur Stunden nach der Mission versagten die Wasserpumpen.

Die zwölf aus einer Höhle im Norden Thailands geretteten jugendlichen Fußballspieler und ihr Trainer sind nach Aussage ihrer Ärzte physisch und psychisch wohlauf. Wie nahe sie an einer Katastrophe vorbeigeschrammt sind, haben nun aber drei Spezialtaucher dem britischen "Guardian" verraten: Demnach versagten nur wenige Stunden, nachdem der letzte Junge aus dem Höhlensystem gerettet worden war, die Hauptpumpen. Sie hatten zuvor dafür gesorgt, dass das Wasser an vielen Stellen so weit abgesunken war, dass die Jungen den Weg zum Eingang der Höhle zu Fuß zurücklegen konnten.

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Das Trio aus Australien habe sich etwa 1,5 Kilometer vom Höhleneingang entfernt in der dritten Kammer des unterirdischen Systems aufgehalten, als die Pumpen plötzlich ausfielen. Ihren Angaben nach hielten sich zu diesem Zeitpunkt neben den drei Tauchern noch rund 100 Arbeiter in der Höhle auf - darunter sowohl Retter als auch medizinisches Personal. Sie wollten das für die Rettungsaktion notwendig gewordene Equipment abbauen. "Als das Wasser stieg, kamen die Schreie immer näher", zitiert das Blatt einen der Taucher. Es dauerte fast eine Stunde, bis sich alle Helfer aus der Höhle gerettet hatten.

Die Rettung der eingeschlossenen Kinder und ihres Betreuers war von Anfang an ein Kampf gegen die Zeit gewesen. In Südostasien sorgt der Monsun derzeit für heftige Regenfälle. Die Furcht, der Wasserpegel in der Höhle könne durch neuen Regen erneut steigen, war allgegenwärtig. Experten hielten es kaum für möglich, die Eingeschlossenen aus ihrem Zufluchtsort in vier Kilometern Tiefe sicher nach draußen zu bringen. Der Weg zurück ans Licht dauerte jeweils mehrere Stunden.

Arzt verliert nach Einsatz den Vater

Keiner der Fußballer hatte Erfahrung im Tauchen, weshalb sie von Profis begleitet wurden. Manche Stellen in der Höhle sind zudem extrem eng. Das Kernteam der Retter bestand aus mindestens 19 Spezialtauchern, die meisten kamen aus dem Ausland. Unter den Helfern war auch der australische Arzt Richard Harris, der kurz nach dem erfolgreichen Rettungseinsatz einen persönlichen Schicksalsschlag verkraften musste. Am Dienstag starb sein Vater.

Täglich hatte der Anästhesist aus Adelaide zuletzt den gefährlichen, vier Kilometer langen unterirdischen Weg zurückgelegt, um den Gesundheitszustand der zwölf jungen Fußballer und ihres Trainers zu untersuchen. Seine 30-jährige Erfahrung im Höhlentauchen machte das möglich. Die Behörden bezeichneten den Beitrag des Spezialisten als "unentbehrlich" für die Rettungsaktion. Unmittelbar nach dem umjubelten Ende der Mission erhielt er die Nachricht vom Tod seines Vaters. Harris ist laut dem Südaustralischen Rettungsdienst mittlerweile nach Hause zu seiner Familie gereist.

Quelle: n-tv.de