Panorama

Ausgenutzt und mangelernährt Regierung will Wildtiere im Zirkus verbieten

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Der Einsatz von Nashörnern im Zirkus ist höchst umstritten, da die Haltungsbedingungen der Tiere auf engem Raum oft mangelhaft sind.

(Foto: picture alliance / Christoph Sch)

Aufgrund fragwürdiger Haltungsbedingungen fordern Tierschützer schon lange ein Verbot von Wildtieren im Zirkus. Jetzt soll mit dem Einsatz bestimmter Arten laut Bundesregierung entgültig Schluss sein. Es soll aber immer noch Ausnahmen geben.

Die Bundesregierung plant ein Verbot bestimmter Wildtiere im Zirkus. Das Landwirtschaftsministerium erarbeitete einen entsprechenden "Rohentwurf", in dem unter anderem Giraffen, Nilpferde und Nashörner genannt werden, wie der "Spiegel" in einer Vorabmeldung schrieb. Ein Ministeriumssprecher bestätigte den Bericht im Grundsatz.

Laut der Tierschutzorganisation Peta verbringen Zirkustiere den Großteil ihres Lebens in engen Boxen oder zu kleinen Gehegen. Einigen Tieren werden soziale Kontakte verwehrt. Bewegungsmangel und psychisches Unwohlsein seien programmiert. Dazu komme, dass viele Zirkusse an chronischem Geldmangel leiden, was auch oft auf dem Rücken der Tiere ausgetragen werde - minderwertiges Futter und schlechte medizinische Versorgung könnten die Folge sein. Durch das ständige Wandern von Stadt zu Stadt sei sogar die Frischwasserversorgung nicht immer gewährleistet, kritisiert Peta.

Forderungen nach einem Verbot der umstrittenen Wildtierhaltung im Zirkus gibt es schon seit langem. In der Vergangenheit starteten etwa Bundesländer mehrfach vergeblich Vorstöße über den Bundesrat. Die Kompetenz dafür liegt bei der Bundesregierung. Die neue Verordnung soll Ende August vorgelegt werden.

Der Entwurf aus dem Haus von Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner von der CDU sieht kein generelles Verbot vor. Untersagt werden sollen vor allem Tierarten, die nur zur Schau gestellt, aber nicht trainiert und daher besonders wenig bewegt und kognitiv gefordert werden. Das gelte etwa für Giraffen und Nashörner. Auch andere Wildtiere soll das Verbot aber umfassen.

Quelle: ntv.de, can/AFP