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"Viel mehr geht nicht" Sommerhammer bringt bis zu 38 Grad

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Die Quecksilbersäule wird sich stellenweise bis an die 40-Grad-Marke schieben.

(Foto: IMAGO/NurPhoto)

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Dem halben Land steht ein langes Feiertags-Wochenende bevor. Und der Sommer zeigt ein erstes Mal, was er kann. Die Temperaturen klettern bis an die 40-Grad-Marke. Ob es sogar zu einer Hitzewelle reicht, ist noch unklar, wie ntv-Meteorologe Björn Alexander sagt. Auf jeden Fall aber folgen auf die Hitze Blitze.

ntv: Deutschland steht vor der ersten Hitzewelle des Sommers 2022 - wie heftig wird es?

Björn Alexander: Vor allem den Südwesten unseres Landes trifft es schon ziemlich heftig. Hier bringen es die Temperaturen bis zum Wochenende auf 30 Grad und mehr. Auch die Nächte werden zunehmend schweißtreibend und spätestens in der Nacht zum Sonntag erleben die Menschen dort die erste Tropennacht des Jahres - also mit Tiefstwerten nicht unter 20 Grad.

Im übrigen Land werden die ersten Gehversuche des Hochsommers weniger schweißtreibend?

Zu Beginn auf jeden Fall. Denn den allgemeinen Höhepunkt der Temperaturen erleben wir - nach jetzigem Stand - erst am Samstag. Dann erwarten uns verbreitet Höchstwerte von 30 Grad und mehr. Den Hotspot gibt es voraussichtlich erneut in den Flussniederungen im Südwesten, wo Spitzen bis 37, vielleicht auch 38 Grad denkbar sind. Damit bewegen wir uns im Bereich der Rekordtemperaturen für das zweite Juni-Drittel. Viel mehr geht also nicht. Aber um noch einmal auf die Hitzewelle im Allgemeinen zurückzukommen: Die gibt es erst, wenn die Temperatur an drei - je nach Definition auch fünf - Tagen hintereinander 30 Grad und mehr erreicht.

Björn Alexander

Björn Alexander sagte, manche Modelle sehen den Temperatur-Höhepunkt erst am Sonntag.

Was passiert denn nach dem Samstag in puncto Hitze?

Das wird derzeit von den Wettercomputern noch unterschiedlich bewertet. Aktuell gehen die Trends beim Europäischen Wettermodell bis einschließlich Montag in die Verlängerung des Hochsommers - besonders im Süden und Osten weiterhin mit brachialer Hitze über 35, vielleicht sogar bis an die 40 Grad. Demnach wäre also der Peak vielleicht sogar erst am Sonntag möglich. Andere Vorhersagen lassen die Hitze derweil am Sonntag bereits von Nordwesten langsam abebben.

Erst Hitze, dann Blitze - wird das erneut die Devise?

Heiße Temperaturen und ansteigende Feuchtigkeit haben leider gemeinsam immer ein hohes Potenzial für schwere Gewitter mit entsprechenden Begleiterscheinungen. Das sind insbesondere Starkregen, Hagel und Sturmböen. Ein Dreiklang, der uns auch beim nächsten Wetterwechsel aller Voraussicht nach droht. Aber auch vor einer nachhaltigen Abkühlung sind punktuell lokale Hitzegewitter zu erwarten.

Wann beginnen die Gewitter und wie sind die Details fürs mögliche lange Wochenende?

Am Donnerstag (Fronleichnam) sind im Süden punktuell kräftige und blitzintensive Gewitter möglich. Teilweise mit der Gefahr von Starkregen, Hagel und Sturmböen. Auch im Osten sind Blitz und Donner nicht auszuschließen. Ansonsten bleibt es sonnig, trocken und oft sommerlich warm bis heiß. Vom frischeren Norden mal abgesehen sind meistens 24 bis 32 Grad möglich; am heißesten ist es am Oberrhein.

Und am Freitag?

Ziehen im Osten erneut ein paar Wolkenfelder durch, während der große Rest viel Sonne bekommt. Dabei schwappt die Sommerluft immer weiter nach Norden und dringt herauf ins Emsland, in den Raum Hamburg und bis ins südliche Mecklenburg-Vorpommern mit 25 Grad und mehr. Am heißesten geht es am Rhein und seinen Nebenflüssen mit 29 bis 32 Grad zur Sache. Unterdessen breitet sich die richtige Hitze aus den Tiefen der Sahara, die via Spanien mit Temperaturen bis an die 45 Grad über Frankreich mit um die 40 Grad und neuen Rekordwerten in unsere Richtung aus.

Wann erreicht sie uns?

Am Samstag - und es wird vergleichbar mit einem wahren Sommerhammer sein. Denn im Vergleich zum Freitag springen die Temperaturen im Schnitt um vier bis acht Grad aufwärts. Das bedeutet, Deutschland wird verbreitet zur Ü-30-Zone. Von den Küstenregionen im Seewind bei Werten um die 22 Grad mal abgesehen erwarten uns oftmals zwischen 28 und 37 Grad - selbst bis zu 38 Grad sind denkbar und damit wackelt der Deutschland-Rekord im zweiten Junidrittel von 38,3 Grad. Gelegentliche Gewitter sind hierbei im Norden nicht auszuschließen, meistens aber dominiert die Sonne.

Wie geht es am Sonntag weiter?

Im Süden und Osten sind die Wettercomputer weiterhin auf der sonnig-heißen Seite. Nach Norden und Westen hin wird die Luft allmählich schwüler und damit steigt vereinzelt die Wahrscheinlichkeit für Hitzegewitter. Kleine, aber durchaus intensive Abkühlungen in einer ansonsten kochenden Wetterküche.

Welche Temperaturen erwarten uns denn?

Im Süden und Osten klettern die Werte erneut auf deutlich über 30 Grad. Der Norden und der Westen könnten hingegen schon mal etwas abkühlen - sicher ist das aber aufgrund der Unsicherheiten bei den Prognosen bei Weitem noch nicht. Auch eine Fortsetzung der Hitze ist nämlich denkbar.

Wann ist denn ein Ende absehbar?

Je nach Wettermodell passiert der Luftmassenwechsel mit einer teilweise erheblichen Unwettergefahr zwischen Sonntag und Mittwoch. Auf jeden Fall eine brisante Entwicklung, bevor es danach insgesamt wechselhafter und wesentlich kühler weitergehen dürfte.

Quelle: ntv.de

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