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Teurer und größer als gesuchtStudie: Wohnungsangebot sprengt oft finanziellen Rahmen

08.05.2023, 11:54 Uhr
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Zwei Zimmer, Küche, Bad ... ganz so einfach ist die Wohnungssuche in Deuthschland nicht. (Foto: IMAGO/Michael Gstettenbauer)

Bei der Wohnungssuche in Deutschland sind vor allem Geduld, Flexibilität und Kompromissbereitschaft gefragt. In die Traumwohnung können nur die wenigsten einziehen. Denn viele Wohnungen sind deutlich teurer und größer als das, was eigentlich gesucht wird.

Zwei Zimmer, 63 Quadratmeter und 592 Euro kalt. So sieht die meistgesuchte Mietwohnung in Deutschland aus, wie aus einer Analyse der Online-Plattform Immoscout24 hervorging. Doch vor dem Hintergrund des Wohnungsmangels passe das vorhandene Angebot oft nicht zum Wunsch "zwei Zimmer, Küche, Bad", erklärte Immoscout24-Geschäftsführerin Gesa Crockford. Viele Wohnungen seien zu groß und zu teuer. "Wir beobachten, dass Mietsuchende ihren Suchradius erweitern und vermehrt auf das Umland ausweichen." Denn dort herrsche weniger Konkurrenzdruck und die Mieten seien günstiger.

Die Internetplattform hat die Wohnungsinserate je Region mit den meisten Interessentenanfragen im April ausgewertet und dabei einen Mittelwert gebildet in puncto Wohnfläche, Zimmer, Kaltmiete und Kontaktanfragen. Die meistgesuchte Wohnung hat demnach einen durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 9,39 Euro. Am stärksten im Angebot vertreten sind jedoch Mietwohnungen mit drei Zimmern und 70 Quadratmetern für 741 Euro im Monat - beziehungsweise 10,59 Euro pro Quadratmeter, wie Immoscout24 erläuterte. "Damit sind die angebotenen Mietwohnungen zehn Prozent größer und 25 Prozent teurer als das, was gesucht wird, und sprengen den finanziellen Rahmen vieler Mietsuchenden."

Vier der fünf Städte mit den höchsten Mitbewerberzahlen auf die meistgesuchte Wohnung sind der Studie zufolge Metropolen. In Berlin etwa ist das Angebot geprägt von Ein-Zimmer-Wohnungen, die 41 Prozent aller Mietwohnungsinserate in der Hauptstadt ausmachen. Die meistgesuchte Wohnung in Berlin hat hingegen zwei Zimmer, ist 59 Quadratmeter groß und kostet 554 Euro kalt. "Auf diese Wohnung bewerben sich im Durchschnitt 636 Mietsuchende pro Tag - damit ist Berlin absoluter Spitzenreiter." München folgt mit 229 Bewerbern pro Tag für Wohnungen mit durchschnittlich zwei Zimmern und 54 Quadratmetern für 926 Euro kalt. Auf Platz drei landet Hamburg vor Köln und Freiburg.

Abseits der Großstädte fallen Nachfrage und Angebotsmieten deutlich niedriger aus. Am entspanntesten sind demnach die Mietwohnungsmärkte in Hoyerswerda sowie im Kreis Demmin. In der sächsischen Stadt Hoyerswerda hat die meistgesuchte Wohnung zwei Zimmer mit 57 Quadratmetern und wird laut ImmoScout24 für 335 Euro Kaltmiete angeboten. Solche Wohnungsinserate fragen im Schnitt innerhalb einer Woche nur rund zwei Mietinteressierte an. Auch im Kreis Demmin in Mecklenburg-Vorpommern kommen im Mittel zwei Anfragen pro Woche auf Wohnungsanzeigen mit zwei Zimmern und 58 Quadratmetern für 334 Euro kalt.

Quelle: ntv.de, mba/rts

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