Panorama

Nach mildem Wochenende Sturmtief crasht "Goldenen Oktober"

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Für die nächste Woche deutet sich für Teile Europas eine massive Sturmlage an.

(Foto: picture alliance/dpa)

Das Wochenende startet mit milden Temperaturen bis zu 20 Grad. Lange halten kann sich der "goldene Herbst" aber wahrscheinlich nicht. Schon zu Beginn der nächsten Woche kündigen sich die ersten dunklen Wolken an - und eine erste Tendenz für den bevorstehenden Winter.

ntv.de: Der goldene Oktober macht sich rar. Bleibt das auch am Wochenende so?

Björn Alexander: Das Wochenende hat durchaus Gold-Potenzial. Bereits am Samstag mit nur noch gelegentlichen Schauern. Und am Sonntag erleben wir sogar recht verbreitet einen richtig schönen Tag der Abteilung "Goldener Oktober". Nur im Westen zieht es sich schon wieder schneller zu.

Passen auch die Temperaturen?

Auf jeden Fall. Denn am Wochenende erwarten uns nochmals bis zu 20 Grad.

Auch in Corona-Zeiten gibt es ja durchaus Urlaubswillige - beispielsweise am östlichen Mittelmeer. Wie sind denn dort die Aussichten?

Am Wochenende stellt sich in den Südalpen eine unwetteraktive Wetterlage ein, die sich anschließend schrittweise bis nach Griechenland verlagert. Im Bereich Norditalien, Meeralpen, Schweiz und Österreich drohen hierbei zum Teil kräftige Regenfälle.

Welche Regenmengen sind möglich?

ntv-Meteorologe Björn Alexander

ntv-Meteorologe Björn Alexander

(Foto: ntv)

Je nach Wettermodell sind insgesamt durchaus Regenmengen von über 200 Regen pro Quadratmeter zu erwarten. Da die Schneefallgrenze hierbei zuerst bei über 2000 Metern liegt, sind hierbei auch lokale Überschwemmungen und Erdrutsche nicht auszuschließen. Zu Beginn der kommenden Woche sinkt die Schneefallgrenze gegen 1000 Meter, sodass die Niederschläge in den Hochlagen wieder länger gebunden werden.

Wann steigt die Unwettergefahr in Griechenland?

Das wird zur Mitte der kommenden Woche sein. Denn die Unwetter verlagern sich Schritt für Schritt von Norditalien und dem Alpenraum ans südöstliche Mittelmeer. Hier drohen teils schwere Gewitter mit der Gefahr von Starkregen, Hagel und Sturmböen.

Keine guten Aussichten für Reisende. Wie sieht es dann am Wochenende hierzulande im Detail aus?

Am Samstag sind im Süden noch Schauer drin. Auch der Westen zeigt sich teilweise ziemlich grau. Ansonsten geht es aber zeitweise sonnig ins Wochenende. Dazu bringen es die Temperaturen auf 13 Grad bei den Nordlichtern und auf 18 Grad am Oberrhein.

Und am Sonntag?

Geht es nach Auflösung von Dunst oder Nebel vielfach freundlich oder sonnig und trocken durch den Tag. Die Temperaturen steigen hierbei nochmals etwas an und erreichen zwischen 15 Grad im Norden und 20 Grad im Südwesten. Deutliche Einschränkungen in der Sonnenbilanz gibt es allerdings von der Eifel bis rauf an die Nordsee. Hier werden die Wolken rasch dichter und Richtung Nordsee ist später auch neuer Regen möglich.

Also kein großer Durchbruch für den Herbst der goldenen Art, oder?

Eher nicht. Für die nächste Woche deutet sich für Teile Europas sogar eine massive Sturmlage an. Denn über dem Atlantik formiert sich ein umfangreiches Sturmtief, das außerdem noch von einem ehemaligen Hurrikan verstärkt wird: "Epsilon" ist inzwischen der 26. benannte Sturm der atlantischen Hurrikan-Saison 2020 und damit sind wir in unmittelbarer Schlagdistanz zum bisherigen Rekordhalter. Die Hurrikan-Saison 2005 brachte 28 Stürme.

Das sind ja noch zwei mehr.

Das ist korrekt. Jedoch geht die Saison offiziell noch bis zum 30. November. Und da ist noch viel Luft. Gleichzeitig ergibt sich aus der sehr aktiven Saison übrigens noch ein kleiner Fingerzeig auf unseren Winter 2020/2021.

Der wäre?

Auf die bisherige Rekord-Saison 2005 folgte vor allem von Januar bis März 2006 eine deutlich zu kalte Phase. Grundsätzlich steigt nämlich nach einer sehr aktiven Hurrikan-Saison die Wahrscheinlichkeit für einen kalten bis deutlich zu kalten Winter. Das Rennen um die "Weiße Weihnacht 2020" könnte also durchaus spannend werden.

Quelle: ntv.de