Panorama

Korruption und Immobilienbetrug Vatikan lässt Verdächtigen festnehmen

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Wegen des Skandals hatte Papst Franziskus auf die Verlängerung der Amtszeit des obersten vatikanischen Finanzaufsehers René Brülhart verzichtet.

(Foto: dpa)

Im Skandal um die Veruntreuung von Kirchengeldern zum Kauf dubioser Luxusimmobilien nimmt der Vatikan jetzt einen mutmaßlichen Mittelsmann fest. Infolge mehrerer Suspendierungen erlässt der Papst jetzt auch noch ein neues Gesetz.

Nach monatelangen Ermittlungen zu einem Korruptionsskandal im Vatikan hat der Heilige Stuhl einen Italiener festnehmen lassen, der ein Mittelsmann bei zwielichtigen Immobiliengeschäften in London gewesen sein soll. Dem Geschäftsmann Gianluigi T. werden Erpressung, Unterschlagung, schwerer Betrug und Geldwäsche vorgeworfen, wie der Vatikan mitteilte. Im Fall einer Verurteilung drohen ihm demnach bis zu zwölf Jahren Haft.

In dem im Oktober bekannt gewordenen Skandal geht es um Kirchenspenden, die unter anderem in fragwürdige Immobiliengeschäfte in London geflossen sein sollen. T. soll am Verkauf einer Luxusimmobilie im Nobelstadtteil Chelsea an das Staatssekretariat des Vatikans beteiligt gewesen sein.

Nach einer Razzia im Staatssekretariat und bei der Finanzaufsicht des Vatikans waren im Oktober bereits fünf Mitarbeiter suspendiert worden. Wegen des Skandals hatte Papst Franziskus im November zudem auf die Verlängerung der Amtszeit des obersten vatikanischen Finanzaufsehers René Brülhart verzichtet. Anfang dieser Woche erließ der Papst zudem ein neues Gesetz, das für mehr Transparenz bei Ausschreibungen im Vatikan sorgen soll.

Quelle: ntv.de, can/dpa