Panorama

An schottischer Küste gestrandet Wal frisst 100 Kilogramm Plastikmüll

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Nicht nur im Magen ist Plastik eine Gefahr für die Wale. Dieser hat sich in einem Fischernetz verfangen.

(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

6,4 Millionen Tonnen Plastik - so viel landet den Vereinten Nationen zufolge jedes Jahr in den Weltmeeren. Meeresbewohner fressen den unverdaulichen Müll und verenden oft qualvoll. Ein Wal in Schottland stellt dabei einen traurigen Rekord auf.

Im Magen eines toten Pottwals haben Experten in Schottland etwa 100 Kilogramm Müll entdeckt. Reste von Fischernetzen, Seile, Tüten, Verpackungsbänder und Plastikbecher hatten sich im Magen zu einem riesigen Ball geformt, wie der britische Sender BBC am Montag berichtete. Der Müll stammt demnach vom Festland und von Fischerbooten. Die gefundene Menge ist außergewöhnlich hoch.

Das Tier war auf der Isle of Harris angeschwemmt worden, die zu den Äußeren Hebriden zählt. Es handelt sich um die südliche Region der Insel Lewis and Harris. Umweltschützern zufolge ist nicht klar, ob der Wal direkt durch den Plastikmüll starb. "Das Tier war nicht in einem besonders schlechten Zustand", teilte die schottische Gruppe Smass auf Facebook mit, die gestrandete Meerestiere erfasst. "Die Menge an Plastik im Magen ist trotzdem erschreckend."

Immer wieder werden große Mengen Plastikmüll in Walen entdeckt, so wie Anfang Dezember auf den Philippinen. Das dort gestrandete Tier hatte 40 Kilogramm gefressen. In einer im Juni in Griechenland veröffentlichten Studie zeigte sich sogar, dass 60 Prozent der an der griechischen Küste gestrandeten Tiere Plastik gefressen hatten. Die Auswirkungen auf die Wale sind indes noch nicht erforscht. Auch nicht, warum gerade der Pottwal große Plastikteile, wie zum Beispiel Fischernetze, frisst. Es wird vermutet, dass er beim Jagen mithilfe seines Echolots den Plastikmüll mit Beutetieren verwechselt.

Auch andere Fische fressen Plastik und bringen es so in die Nahrungskette ein. Britische Forscher fanden heraus, dass zum Beispiel Sardellen unseren Plastikmüll als Beute wahrnehmen – und zwar durch den Geruch. Sie fressen ihn also ganz gezielt, stehen unten in der Nahrungskette und werden in großen Mengen von Jägern gefressen, die so ihrerseits Plastik in ihren Organismus aufnehmen.

Quelle: pbu/dpa