Politik

"Allahu Akbar" bei Tat gerufen Angreifer von Lüttich tötete weitere Person

Der Attentäter von Lüttich erschießt zwei Polizistinnen und einen Passanten, bevor er selbst getötet wird. Neusten Ermittlungen zufolge soll der mutmaßliche Terrorist noch einen weiteren Menschen auf dem Gewissen haben. Die Hinweise auf einen Terrorakt verdichten sich.

Der mutmaßliche Terrorist von Lüttich hat wenige Stunden vor seiner Tat einen weiteren Mann getötet. Das sagte der belgische Innenminister Jan Jambon dem belgischen Fernsehsender RTL. Demnach brachte der Attentäter in der Nacht zum Dienstag einen ehemaligen Mithäftling in der südbelgischen Provinz Luxemburg um. Außerdem verdichteten sich die Hinweise, dass der Angreifer ein terroristisches Motiv hatte.

Er hatte am Dienstagvormittag in Lüttich zwei Polizistinnen und einen Zivilisten getötet und zwei Frauen als Geiseln genommen, bevor er von Sicherheitskräften erschossen wurde. Der Mann habe bei seinem Angriff mehrfach "Allahu Akbar" geschrien (Gott ist groß), teilte die zuständige Staatsanwaltschaft in Brüssel mit. Der Mann habe zudem Kontakt zu radikalisierten Personen gehabt. Bei den Ermittlungen gehe man von dem Verdacht eines terroristischen Mordes nach. Auch werde geprüft, ob der Täter alleine handelte, hieß es.

Bei dem Verdächtigen handelt es sich um einen 31-jähriger Belgier, der als Krimineller verurteilt war und als Freigänger die Haftanstalt verlassen hatte.  Der Mann war immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt geraten, unter anderem wegen Diebstahls, Drogen und Widerstands gegen die Staatsgewalt. Er verbüßte eine Gefängnisstrafe im südbelgischen Marche-en-Famenne und hatte die Haftanstalt am Montagmorgen mit Genehmigung verlassen. Er hätte am Dienstagabend wieder im Gefängnis sein sollen.

Auch Innenminister Jambon nannte laut belgischer Nachrichtenagentur Belga bei RTL eine mögliche Radikalisierung als Motiv. "Aber vielleicht auch, dass er in unserer Gesellschaft keine Perspektive mehr hat, weil er in der Nacht zuvor einen Mord begangen hatte." Laut Belgiens Ministerpräsident Charles Michel ist der Mann anscheinend indirekt in Berichten über radikalisierte Personen erwähnt worden. Er sei aber nicht direkt ins Visier der Sicherheitsbehörden geraten.

Belgien war in der Vergangenheit das Ziel mehrerer terroristischer Attacken. Bei der schwersten davon töteten islamistische Extremisten in Brüssel am 22. März 2016 in der Metro sowie am Flughafen 32 Menschen. Die Terrorwarnstufe wurde erst vor einiger Zeit auf die zweitniedrigste von vier Stufen herabgesetzt. Daran soll sich vorerst nichts ändern, wie das zuständige Krisenzentrum mitteilte.

Quelle: n-tv.de, hny/hul/dpa

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