Politik

FDP-Generalin bei Klamroth Beer will Liberale zu Europas zweitstärkster Kraft machen

Nicola Beer führt die FDP in den Europawahlkampf und will das schwache Ergebnis von 2014 vergessen machen. In der n-tv Sendung "Klamroths Konter" schildert sie, wie sie die Partei für Frauen attraktiver machen will - und offenbart, dass auch ihr Dekolleté ins Visier von Parteifreund Rainer Brüderle geriet.

FDP-Generalsekretärin Nicola Beer hat das Ziel ausgerufen, gemeinsam mit den europäischen Partnerparteien bei der Europawahl im Mai zur zweitstärksten Kraft zu werden. Für die FDP selbst bedeute dies: " Wir liegen jetzt in den Umfragen stabil bei 8 bis 11 Prozent, wenn ich das umsetze auf eine deutsche Delegation, dann sind das zehn, elf Abgeordnete. Da würde ich gerne noch eine Schippe drauflegen", sagte die Politikerin in der n-tv Sendung "Klamroths Konter".

Den Einwand, mit einem schlechten Ergebnis bei der Wahl 2014 im Rücken anzutreten, lässt sie dabei nicht gelten: "Die Wahl 2014 war unmittelbar nach dem Ausscheiden aus dem Bundestag. Da hätten wir Kopfstand machen können unterm Brandenburger Tor, da hat unser keiner auch nur eine trockene Scheibe Brot abgekauft", sagte sie. Die FDP will der Europawahl ein größeres Gewicht verleihen als bisher. Die meisten nationalen Entscheidungen seien durch Vorgaben aus Brüssel vorbestimmt. "Und das ist genau der Punkt, warum die Freidemokraten jetzt sagen, wir schicken unsere Generalin, weil wir wollen klarmachen, dass das von uns aus der ersten Reihe besetzt wird."

Beer setzte sich in der Sendung dagegen zur Wehr, die FDP sei für Frauen weniger attraktiv als andere Parteien. Dass nur 19 von 80 FDP-Abgeordneten im Bundestag weiblich sind, konterte sie mit dem Ausruf: "Das sind aber sehr gestandene, sehr kompetente Frauen!" Alle weiblichen Abgeordneten hätten eine weitere Funktion für die Fraktion übernommen, zwei der drei Ausschussvorsitze der FDP seien von Frauen besetzt.

Beer berichtet von Sexismus

Eine Frauenquote für die Besetzung von Parteiämtern lehnte Beer ab. Dies widerspreche auch dem Wunsch vieler Frauen in der FDP, die befürchteten, "auf die Quote reduziert zu werden". Sie vertritt ein "flexibles Zielvereinbarungssystem", das über Anreize statt Strafen zu einer höheren Zahl von Frauen in Ämtern führen solle. Klamroths Einwand, das sei lediglich "Marketingquatsch", wies sie von sich.

Als Moderator Louis Klamroth Beer mit dem Sexismusskandal um Rainer Brüderle im Januar 2013 konfrontierte, offenbarte die 48-Jährige: "Ich kannte den Spruch von Rainer Brüderle schon. Den hat er mir gegenüber auch schon mal gesagt." Da sie Brüderle gut kenne, sei das aber etwas anderes gewesen, als den Spruch zu einer Journalistin zu sagen. Sie verteidigte den Ex-Wirtschaftsminister aber auch: "Ich weiß, dass gerade Rainer Brüderle nie einer war, der in irgendeiner Weise übergriffig wurde." In ihrer Zeit als Bankangestellte oder im sonstigen Leben, habe sie da "schon anderes erlebt". Als Generalsekretärin lässt Beer derzeit einen Code Conduct erarbeiten, der Verhaltensregeln für den Umgang in der Partei definieren soll.

Beer ist neben Parteichef Christian Lindner die Hauptakteurin beim Wiedererstarken der FDP nach ihrem Ausscheiden aus dem Bundestag im Jahr 2013. Sie als Generalsekretärin, und Lindner, führten die Partei aus dem Umfragetief zurück ins Parlament. Bei der Europawahl 2019 tritt sie als Spitzenkandidatin der FDP an. 2014 schafften es lediglich drei Abgeordnete von der FDP ins Europaparlament.

Die komplette Sendung "Klamroths Konter" läuft heute um 23.30 Uhr bei n-tv und ist im Anschluss jederzeit bei TV NOW abrufbar. Sie ist zuvor bereits auf n-tv.de abrufbar. Am 9. Januar wird die aktuelle Ausgaben um 17.30 Uhr wiederholt.

Quelle: n-tv.de, jog

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