Politik

Aufruf an Reservisten Bundeswehr hilft im Kampf gegen Epidemie

In einem "Worst-Case-Szenario" könnte die Bundeswehr laut Verkehrsminister Scheuer die Versorgung der Bevölkerung sicherstellen. Doch auch jetzt schon ist die Armee in vielen Bereichen aktiv, vor allem mit ihren medizinischen und kaufmännischen Kompetenzen.

Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat die Hilfe der Bundeswehr im Kampf gegen das neuartige Coronavirus zugesagt. "Wir planen auf allen Ebenen so, dass wir alle kritischen Bereiche sicher abdecken könnten - auch das, was an Amtshilfe auf uns zukommt", sagte Kramp-Karrenbauer der "Welt am Sonntag". So habe die Bundeswehr gerade ihre Reservisten aufgerufen, sich zu melden, um in den Bundeswehrkrankenhäusern mitzuhelfen.

Bereits jetzt leiste die Bundeswehr mit ihrem Beschaffungsamt Amtshilfe für das Bundesgesundheitsministerium, sagte Kramp-Karrenbauer. Die Bundeswehr verhandele, schließe Verträge und beschaffe Atemmasken, Schutzanzüge und Medikamente. "Wir stellen Lagerkapazitäten zur Verfügung, medizinisches Personal zur Verstärkung der zivilen Kräfte und Laborkapazitäten", berichtete die CDU-Chefin.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer schließt zudem auch einen Einsatz der Bundeswehr zur Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit nicht aus, sollte sich die Situation krisenhaft zuspitzen. "Natürlich diskutieren wir auch, in dem Worst-Case-Szenario die Bundeswehr einzusetzen", sagt Scheuer gegenüber der "Bild"-Zeitung.

120 Verdachtsfälle in der Truppe

Die Versorgungssicherheit könnte laut Scheuer durch einen Mangel an Lkw-Fahrern bedroht werden. In Deutschland würden viele osteuropäische Lkw-Fahrer arbeiten. Wenn Polen diesen die Reisen zu ihrem Arbeitsplatz nicht mehr ermögliche, würden sie fehlen. "Wir werden dieses Problem mit den Polen besprechen. Wenn wir aber in Engpässe kommen, muss die Bundeswehr die Versorgung auffangen." Das sei aber ein Szenario für den schlimmsten Fall, "soweit sind wir noch nicht".

Die Bundeswehr ist aber auch selbst von dem neuartigen Coronavirus betroffen. Nach Angaben von Kramp-Karrenbauer wurden bis Freitagabend 120 begründete Verdachtsfälle und 18 bestätigte Coronavirus-Fälle verzeichnet. "Jeder gemeldete Fall wird sofort isoliert, wenn möglich auch alle Kontaktpersonen", versicherte Kramp-Karrenbauer.

Quelle: ntv.de, mbo/dpa/rts