Politik

Ex-Spitzenkandidat in Berlin CDU-Politiker will Doktor-Titel erklagen

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Will seinen Doktortitel behalten: CDU-Abgeordneter Frank Steffel.

(Foto: picture alliance / dpa)

Seine Arbeit zu Unternehmen im Osten nach der Wende erfüllt nach Ansicht der FU Berlin nicht wissenschaftliche Standards. Nach entsprechenden Hinweisen kassiert die Hochschule den Doktortitel des CDU-Politikers Steffel. Der wehrt sich nun juristisch.

Nach der Aberkennung seines Doktortitels wegen mutmaßlicher Plagiate will der Berliner CDU-Politiker Frank Steffel die Freie Universität (FU) Berlin verklagen. Die Klage des Bundestagsabgeordneten sei seit dem 27. Februar anhängig, sagte ein Sprecher des Berliner Verwaltungsgerichts. Zielvorgabe für die Verfahrensdauer sei ein Jahr.

Steffel müsse die Klage noch begründen, woraufhin die FU ebenfalls Stellung nehmen könne. Erst danach könne ein Termin für den Prozessauftakt festgelegt werden, sagte der Sprecher. Die Hochschule hatte ihre Entscheidung im Februar damit begründet, dass der CDU-Bundestagsabgeordnete in seiner Dissertation aus dem Jahr 1999 die Texte anderer Autoren wörtlich oder nahezu wörtlich übernommen und dies nicht entsprechend kenntlich gemacht habe.

Steffel ist einer der prominentesten Christdemokraten Berlins und seit 2009 Mitglied des Bundestags. Als Spitzenkandidat der CDU unterlag er bei der Abgeordnetenhauswahl von 2001 dem damaligen Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit von der SPD.

Als Wirtschaftswissenschaftler hatte er zum Thema "Bedeutung und Entwicklung der Unternehmer in den neuen Bundesländern nach der Deutschen Einheit 1990" promoviert. Die Internetplattform Vroniplag löste die Untersuchung der Hochschule durch eigene Nachforschungen aus. In den vergangenen Jahren hatte es in der deutschen Politik mehrere Plagiatsvergehen gegeben.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa