Politik

Helikoptergeld hat "keinen Sinn" DGB-Chef will Konsumhilfen nur zielgenau

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Reiner Hoffmann unterstützt die Idee, Bürger durch Konsumgutscheine zu entlasten.

(Foto: imago images/Rüdiger Wölk)

Soll der Bund seine Bürger mit Konsumgutscheinen ausstatten, um sie zu entlasten und den Einzelhandel wieder anzukurbeln? Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes mag die Idee - allerdings nur mit Einschränkungen: Geld soll nicht an alle fließen.

Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), Reiner Hoffmann, hat sich unter Bedingungen für die Ausgabe von Konsumgutscheinen ausgesprochen. "Das ist ein interessanter Vorschlag, solange er zielgenau funktioniert und vor allem Menschen mit geringem Einkommen zugutekommt", sagte Hoffmann dem "Handelsblatt". "Helikoptergeld auszustreuen, das Wohlhabende im Zweifel nur auf die hohe Kante legen, macht keinen Sinn."

Die Grünen wie auch der Handelsverband HDE hatten die Ausgabe von Konsumgutscheinen oder entsprechenden "Corona-Schecks" in Deutschland ins Spiel gebracht. Grünen-Politiker fordern einen "Kauf-vor-Ort-Gutschein" für jeden Bürger in Höhe von 250 Euro. Der Gutschein solle nur im stationären Handel, für stationäre Dienstleistungen oder in der Gastronomie eingelöst werden können, ging aus einem vorgestellten Positionspapier von Grünen-Bundestagsabgeordneten hervor.

Bei rund 83 Millionen Einwohnern würde sich das Paket auf fast 21 Milliarden Euro summieren. Der Gutschein solle nur in Geschäften eingelöst werden können, die vom Shutdown betroffen waren - also nicht im Lebensmittelhandel und bei Drogerien.

Konjunkturprogramm "muss Lenkungsfunktion erfüllen"

Hoffmann begrüßte auch das von der Bundesregierung geplante Konjunkturprogramm. Dieses müsse im Hinblick auf den Arbeitsmarkt "dann aber auch eine Lenkungsfunktion erfüllen". So müsse in nachhaltige und moderne Arbeitsplätze investiert werden, weil Themen wie Klimawandel und Digitalisierung durch die Corona-Krise nicht verschwänden.

Im Hinblick auf möglichen Lohnverzicht zur Bewältigung der Corona-Folgen äußerte sich der DGB-Vorsitzende zurückhaltender: "Von der Parole, den Gürtel enger zu schnallen, halte ich nichts." Die Sozialpartner hätten sich bislang in der Krise verantwortungsbewusst gezeigt, und die Gewerkschaften wollten die Wirtschaft ebenso wieder zur Normalität zurückbringen wie die Arbeitgeberseite. "Aber wenn sie wieder läuft, müssen die Beschäftigten auch wieder angemessen an den Gewinnen beteiligt werden", forderte Hoffmann.

Quelle: ntv.de